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Grundlagen & Pathophysiologie

Der Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) im Kindes- und Jugendalter ist eine metabolische Erkrankung, die durch zwei zentrale Defekte charakterisiert wird: periphere Insulinresistenz (Muskel, Leber, Fettgewebe) und progredientes β-Zell-Versagen des Pankreas. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes liegt keine Autoimmundestruktion der β-Zellen vor, sondern eine funktionelle Erschöpfung auf dem Boden metabolischer Überlastung. Die pädiatrische Form des T2DM ist besonders aggressiv und schreitet schneller fort als beim Erwachsenen.

Pathomechanismus: Insulinresistenz & β-Zell-Versagen

Adipositas
Viszerales Fett ↑
Fettsäuren frei ↑
Adipokine↓
Insulinresistenz
Muskel IR ↑
Leber IR → Gluco-
neogenese ↑
β-Zellen kompensieren
Hyperinsulinismus
Nüchtern-Insulin ↑
Normoglykämie
β-Zell-Erschöpfung
Lipotoxizität
Glukotoxizität
Entzündung
T2DM
Hyperglykämie
C-Peptid vorhanden
Antikörper negativ
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Hepatische Insulinresistenz

Normalerweise supprimiert Insulin die hepatische Glukoneogenese. Bei IR: Glukoneogenese läuft trotz Hyperinsulinismus → Nüchternhyperglykämie. Hauptmechanismus der erhöhten Nüchternglukose. NAFLD häufige Komorbidität.

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Periphere (muskuläre) IR

Skelettmuskel: GLUT-4-Translokation gestört → postprandiale Glukoseaufnahme ↓ → postprandiale Hyperglykämie. Mechanismus: Lipidakkumulation in Myozyten → IKKβ/JNK-Aktivierung → IRS-1-Phosphorylierung → Insulinsignal unterbrochen.

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Adipokin-Dysbalance

Adiponektin ↓ (anti-inflammatorisch, insulinsensitivierend). Leptin-Resistenz. TNF-α ↑, IL-6 ↑ (proinflammatorisch, IR-fördernd). Resistin ↑. CRP ↑ (metabolische Entzündung = „Metaflammation"). Viszerales Fett: metabolisch besonders aktiv.

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β-Zell-Versagen – Besonderheit Kinder

Bei Jugendlichen mit T2DM schreiten β-Zell-Verlust und IR schneller fort als bei Erwachsenen (TODAY-Studie). Innerhalb von 2 Jahren nach Diagnose oft bereits deutliche β-Zell-Dysfunktion. Hohes Risiko für frühe Insulinpflicht (besonders bei jungen Mädchen).

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Inkretin-Defizit

GLP-1-Sekretion nach Mahlzeit ↓ bei T2DM. GIP-Resistenz der β-Zellen. Inkretineffekt (Glukose-abhängige Insulinstimulation) vermindert. Basis für GLP-1-Agonisten-Therapie (gezielter Angriff an diesem Defizit).

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NAFLD & Ektopes Fett

Nichtalkoholische Fettleber (NAFLD) bei ~50–60 % der adipösen Kinder mit T2DM. Intrahepatische Lipidinfiltrierung → Insulinresistenz der Leber. Pankreatisches ektopes Fett → direkte β-Zell-Lipotoxizität. Viscerales > subkutanes Fett metabolisch schädlicher.

Epidemiologie & zeitlicher Trend

~5–8 %
Anteil T2DM an allen Diabetes-Neudiagnosen im Kindesalter (Deutschland; steigend)
10–12 J.
Mittleres Erkrankungsalter T2DM Kinder; selten vor dem 10. Lj.
2,5 : 1
Mädchen : Jungen-Verhältnis – Mädchen deutlich häufiger betroffen
>50 %
Pädiatrischer T2DM besteht vor Diagnose bereits 2–4 Jahre unerkannt!
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Risikofaktoren

Adipositas als dominanter Risikofaktor

Adipositas ist die wichtigste, modifizierbare Ursache des pädiatrischen T2DM. ~85–95 % aller Kinder mit T2DM sind adipös (BMI >97. Perzentile). Aber: nicht alle adipösen Kinder entwickeln T2DM – genetische Prädisposition + Ethnizität + Lebensstil bestimmen, wer erkrankt. Das Konzept der „Adipositas bei normal-metabolischem Phänotyp" vs. „metabolisch kranker Adipöser" erklärt die Varianz.

~80–95 % Adipositas (BMI > P97) Stärkster Einzelrisikofaktor. Viszerale Adipositas besonders pathogen.
~50–80 % Positive Familienanamnese Elternteil mit T2DM: 3–6-fach erhöhtes Risiko. Beide Eltern T2DM: >10-fach.
4–10 × Ethnizität (Nicht-Weiß) Asiatisch, südamerikanisch, afroamerikanisch, indigene Völker: deutlich erhöhtes Risiko.
~40–60 % Insulinresistenz-Marker Acanthosis nigricans, HOMA-IR erhöht, Nüchtern-Insulin erhöht.
2–3 × Weibliches Geschlecht Mädchen häufiger betroffen; Pubertät verstärkt Insulinresistenz.
~2–3 × Gestationsdiabetes der Mutter Intrauterine Glukose-Exposition → metabolische Programmierung. Epigenetisch übertragen.
1,5–2 × Niedriger soziökon. Status Zugang zu ungesunder Nahrung ↑, Bewegung ↓, Stress ↑, Schlaf ↓.
1,5–2 × Schlafmangel / Schlafapnoe Chronischer Schlafmangel → Cortisol ↑, Insulin-Signaling ↓, Adipogenese ↑.
1,3–1,8 × PCOS (Mädchen) Polyzystisches Ovarsyndrom: Hyperandrogenismus + IR. Hohe T2DM-Prävalenz.
Erhöht Small for Gestational Age Barker-Hypothese: fetale Unterernährung → späte metabolische Vulnerabilität.

Ethnizität, Pubertät & biologische Faktoren

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Pubertät als Risikofenster

Normale Pubertät → physiologische Insulinresistenz (40–50 %!) durch GH/IGF-1-Anstieg, Sexualhormone. Spitzenwert: Tanner III/IV. Normalisierung nach Pubertät. Bei genetisch prädisponierten Adipösen: Pubertäts-IR → β-Zell-Dekompensation → T2DM-Erstmanifestation.

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Ethnische Risikounterschiede

Südasiaten: erhöhtes T2DM-Risiko schon bei niedrigerem BMI (android. Fettverteilung, β-Zell-Kapazität geringer). Subsahara-Afrikaner/Afroamerikaner: erhöhte IR bei gleicher Körperfettmasse. Indigene Völker Nordamerikas (Pima): extrem hohes Risiko (genetisch + Lebensstilwandel).

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Intrauterine Programmierung

Gestationsdiabetes: fetale Hyperinsulinismus-Exposition → Adipositas + T2DM-Risiko Kind erhöht (transgenerationaler Zyklus!). Unterernährung in utero (SGA) → Thrifty-Phenotype → metabolische Vulnerabilität bei überkalorischer Ernährung post neonatal.

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Darmmikrobiom

Dysbiose (veränderte Zusammensetzung der Darmflora) bei adipösen Kindern und T2DM. Verminderung butyratproduzierender Bakterien → intestinale Barrierefunktion ↓ → bakterielle LPS in Blutstrom → metabolische Endotoxämie → systemische Entzündung → IR. Interventionsstudie mit Pro-/Präbiotika laufen.

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Klinische Symptome

Wichtig: Pädiatrischer T2DM ist häufig oligosymptomatisch oder asymptomatisch bei Erstdiagnose! Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes (rascher symptomatischer Beginn) entwickelt sich T2DM schleichend über Monate bis Jahre. Deshalb ist der Anteil an Zufallsbefunden hoch – HbA1c-Screening bei Risikogruppen essenziell!

KLASSISCHE DIABETESSYMPTOME (oft mild oder fehlend)

  • Polydipsie (Durst, oft als „viel trinken" verkannt)
  • Polyurie (häufiges Urinieren, Enuresis nocturna)
  • Gewichtsverlust (selten bei T2DM, eher Typ 1)
  • Müdigkeit, Leistungsknick
  • Verschwommenes Sehen (Linsenquellung bei Hyperglykämie)
  • Häufige Infektionen (Harnwegsinfekte, Candida)
  • Langsame Wundheilung

INSULINRESISTENZ-ZEICHEN (klinisch sichtbar)

  • Acanthosis nigricans (~90 % bei T2DM!): samtartige Hyperpigmentierung Nacken, Achseln, Leiste – fast pathognomonisch für IR!
  • Adipositas (BMI > P97 bei ~90 % der Kinder)
  • PCOS-Zeichen (Mädchen): Zyklusstörungen, Hirsutismus, Akne
  • Hypertonie
  • Dyslipidämie (TG ↑, HDL ↓)
  • Eingeschränkte körperliche Belastbarkeit
  • Metabolisches Syndrom (multiple Kriterien)

PSYCHOSOZIALE ASPEKTE

  • Stigmatisierung durch Adipositas + Diagnose
  • Depression: ~20–30 % der Jugendlichen mit T2DM
  • Angststörungen
  • Eating-Disorder-Symptome (Binge Eating)
  • Familiäre Belastung (elterliche Schuld)
  • Compliance-Probleme bei Lebensstilumstellung
  • Schulabsentismus durch Erkrankung

Komorbiditäten & Folgeerkrankungen

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Kardiovaskuläres Risiko

Bereits bei Diagnose signifikant erhöhtes CV-Risiko. Hypertonie (~35 %), Dyslipidämie (~60 %), Carotis-IMT erhöht. TODAY-Studie: 50 % der Jugendlichen mit T2DM entwickeln innerhalb von 7 Jahren Hypertonie oder Dyslipidämie. Frühes CV-Risikomanagement entscheidend.

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NAFLD / Lebersteatose

NAFLD bei ~50–60 % pädiatrischer T2DM. ALT erhöht als Marker. Risiko NASH + Fibrose. Ikterus selten. Leberbiopsie bei klinisch schwerer NAFLD/NASH erwägen. GLP-1-RA reduzieren hepatische Steatose!

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Diabetische Nephropathie

Mikroalbuminurie bei ~6–22 % innerhalb von 2–5 Jahren nach Diagnose (schneller als T1DM!). jährliches Urin-Albumin/Creatinin-Screening obligat. Frühe RAAS-Blockade bei Mikroalbuminurie. CKD-Risiko erheblich.

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Diabetische Retinopathie

Augenarzt-Screening nach 5 Jahren T2DM-Dauer oder nach 11 Jahren bei Diagnose (ADA-Empfehlung). Retinopathie auch in pädiatrischer Kohorte beschrieben (seltener als beim Erwachsenen in früher Phase). Jährliche Funduskopie ab dem Zeitpunkt der Diagnose.

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Kognitive Beeinträchtigungen

Pädiatrischer T2DM assoziiert mit Lernproblemen, Aufmerksamkeitsdefizit. Hippocampus-Volumenverlust beschrieben. Chronische Hyperglykämie + vaskuläre Faktoren. Zusätzliche Belastung durch Adipositas-assoziierte Schläfrigkeit.

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Schlafapnoe & Orthopädie

OSA bei ~40–50 % adipöser T2DM-Patienten → verschlechtert Insulinresistenz (Teufelskreis!). Schlaflabor. Orthopädische Folgen: Epiphysiolyse capitis femoris, Blount-Erkrankung (Genu varum durch Übergewicht), degenerative Gelenkerkrankungen früh.

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Diagnostik

WHO/ADA-Diagnosekriterien für Diabetes mellitus (Kinder und Jugendliche): (1) Nüchternplasmaglukose ≥ 7,0 mmol/l (126 mg/dl). (2) 2-h-Plasmaglukose im 75 g-oGTT ≥ 11,1 mmol/l (200 mg/dl). (3) HbA1c ≥ 6,5 % (48 mmol/mol). (4) Gelegenheitsplasmaglukose ≥ 11,1 mmol/l + klassische Symptome. Bei fehlenden Symptomen: Bestätigung durch 2. Test erforderlich! Zusätzlich: C-Peptid und Autoantikörper zur Typdifferenzierung.

  1. Screening bei Risikogruppen (proaktive Diagnostik) HbA1c-Screening bei: BMI >P90 + ≥1 Risikofaktor (Familienanamnese T2DM Erstgradig, Nicht-Weiß, IR-Zeichen wie Acanthosis nigricans, PCOS, GDM der Mutter). Ab 10 Jahren oder bei Beginn der Pubertät, jährlich. Nüchternglukose als Alternative. Zufallshyperglykämie ergreift Diagnose wenn ≥11,1 mmol/l + Symptome.
  2. Nüchternglukose + HbA1c (Erstdiagnostik) Nüchternglukose (8h Nahrungskarenz). HbA1c: reflektiert Glukose-Durchschnitt der letzten 3 Monate. Cave: HbA1c kann falsch niedrig bei Hämoglobinopathien (Sichelzell, Thalassämie), Hämolyse, akuten Erkrankungen → dann oGTT bevorzugen! ISPAD-Empfehlung: HbA1c als Screening, oGTT für Subgruppen.
  3. Oraler Glukosetoleranztest (oGTT, 75 g) Standard: 75 g Glukose oral (1,75 g/kg, max. 75 g). Glukose bei 0 + 120 min. Indikation: HbA1c 5,7–6,4 % (Prä-Diabetes), Risikogruppe mit normaler Nüchternglukose, Verdacht auf GDM-Nachfolge, atypische Präsentation. Prä-Diabetes: 0 min ≥5,6 <7,0 (IFG) oder 2h 7,8–11,0 (IGT).
  4. C-Peptid (β-Zell-Funktion) Nüchtern-C-Peptid: >0,6 nmol/l spricht für erhaltene β-Zell-Funktion (T2DM wahrscheinlicher). Postprandial/stimuliert C-Peptid (nach Mahlzeit oder oGTT 2h): >1,0 nmol/l = erhaltene Sekretion. Wichtig: C-Peptid kann bei langer T2DM-Dauer abfallen → im Verlauf prüfen!
  5. Diabetes-Autoantikörper (T1DM-Ausschluss!) IA-2, GADA (GAD65-AK), ZnT8-AK, IAA (bei Kindern <10 J.). Einer oder mehrere positiv → T1DM wahrscheinlicher. Bei T2DM: alle negativ (oder selten einzelner positiv = „Double Diabetes" = Latent Autoimmune Diabetes). Sensitivität: GADA + IA-2 kombiniert ~95 % für T1DM.
  6. Insulinresistenz-Marker Nüchtern-Insulin (erhöht bei IR): >15–20 mU/l nüchtern = IR-Hinweis. HOMA-IR = [Nüchtern-Insulin (mU/l) × Nüchternglukose (mmol/l)] / 22,5; >3,0–3,5 = erhöhte IR (altersabhängig). Insulinindex im oGTT. Triglyzeride/HDL-Quotient als IR-Surrogat.
  7. Metabolisches Screening / Komorbidität Lipidprofil (LDL, HDL, TG, Nicht-HDL). Leberwerte (ALT, AST, GGT → NAFLD). Harnsäure (Gicht, metabolisches Syndrom). Blutdruck (24-h-Messung). Nierenfunktion (eGFR, Cystatin C). Urin-Albumin/Creatinin. TSH (Hypothyreose als mögliche Komorbidität).
  8. Genetische Diagnostik (bei Verdacht auf MODY) Wenn: T2DM-Phänotyp ABER Autoantikörper negativ + schlanker Patient + starke Familienanamnese Diabetes (3 Generationen!) + ungewöhnliches Ansprechen auf Therapie → MODY ausschließen! MODY-Panel (GCK, HNF1A, HNF4A, HNF1B, ABCC8, KCNJ11 u.a.). C-Peptid erhöht + schlanker Patient = wichtigstes MODY-Verdachtszeichen.

Labordiagnostik – Vollständiges diagnostisches Panel

ParameterMethodeBefund bei T2DMKlinische BedeutungFrequenz
HbA1cHPLC / Immunoassay≥ 6,5 % (48 mmol/mol) bei Diagnose. Oft 7–10 % bei Erstmanifestation.Diagnose + Verlaufskontrolle. Ziel unter Therapie: <7,0 % (53 mmol/mol)Alle 3 Monate (schlecht eingestellt), alle 6 Monate (stabil)
NüchternglukoseEnzymatisch (Hexokinase)≥ 7,0 mmol/l (126 mg/dl). Oft 8–15 mmol/l bei Diagnose.Diagnosekriterium + HOMA-IR-BerechnungDiagnose + Verlauf
C-Peptid (nüchtern)Immunoassay (EDTA)> 0,6 nmol/l bei T2DM (β-Zell-Funktion erhalten)T1 vs. T2 Differenzierung! <0,2 = wahrscheinlich T1Bei Diagnose; ggf. jährlich
Diabetes-AK (GADA, IA-2, ZnT8, IAA)ELISA / ImmunoassayAlle negativ bei T2DM (1 positiv → T1DM-Verdacht!)Essenziell für T1/T2-Differenzierung!Einmalig bei Diagnose
Nüchtern-Insulin + HOMA-IRImmunoassayInsulin ↑ (>15 mU/l); HOMA-IR >3,5Insulinresistenz-QuantifizierungDiagnose + Therapiemonitoring
Lipidprofil (LDL, HDL, TG, Non-HDL)EnzymatischTG ↑; HDL ↓; LDL variabel. Non-HDL oft erhöht.Kardiovaskuläres Risiko. Statintherapie wenn LDL >2,6 mmol/l + RisikoDiagnose; dann jährlich
ALT, AST, GGTEnzymatischALT erhöht (~50 %) → NAFLD-HinweisNAFLD-Diagnostik. >2-facher Normalwert → Leberbiopsie erwägenDiagnose; jährlich
Urin-Albumin/Creatinin (ACR)Immunoassay / KreatininACR >3,5 mg/mmol (♀) / >2,5 (♂) = MikroalbuminurieFrühe Nephropathie. RAAS-Blockade bei MikroalbuminurieJährlich ab Diagnose
TSH + fT4ECLIAHashimoto-Thyreoiditis bei T2DM etwas häufigerHypothyreose → verschlechtert IR und GlukosestoffwechselDiagnose; jährlich

Screening-Empfehlungen (ISPAD 2022 / DDG)

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Indikation zum Screening

BMI >P90 + mind. 1 Risikofaktor: (1) Familie 1./2. Grades mit T2DM. (2) Nicht-weiße Ethnizität. (3) Acanthosis nigricans / IR-Zeichen. (4) PCOS. (5) GDM der Mutter / SGA. (6) Hypertonie, Dyslipidämie. Ab 10 Jahren oder Pubertätsbeginn.

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Screening-Tests

Ersttest: Nüchternglukose oder HbA1c. oGTT: wenn HbA1c 5,7–6,4 % oder Nüchternglukose 5,6–6,9 mmol/l (Prä-Diabetes-Abgrenzung). Frequenz: jährlich bei Persistenz der Risikofaktoren. Bei normalem Befund: alle 1–3 Jahre je nach Risikoprofil.

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Prä-Diabetes-Management

IFG (Nüchternglukose 5,6–6,9 mmol/l) oder IGT (2h-oGTT 7,8–11,0 mmol/l) oder HbA1c 5,7–6,4 %: intensive Lebensstilintervention. DPP (Diabetes Prevention Program): 58 % Reduktion Progression zu T2DM durch Gewichtsreduktion + Aktivität. Metformin als Option bei Hochrisiko.

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CGM bei T2DM-Jugendlichen

Kontinuierliches Glukosemonitoring (CGM): zunehmend bei pädiatrischem T2DM eingesetzt (FDA-Zulassung für T2DM). Verbessert HbA1c, Therapieadhärenz, Lebensstilbewusstsein. Kostenübernahme in Deutschland limitiert (Einzelfall-Antrag). ADA: CGM bei allen Diabetes-Typen erwägen.

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Genetik & molekulare Grundlagen

T2DM ist eine komplex-polygenetische Erkrankung. Weder ein einzelnes Gen noch eine klar definierbares Mutationsmuster erklärt die Erkrankung. Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) haben über 500 Suszeptibilitätsloci identifiziert, von denen die meisten die β-Zell-Funktion beeinflussen. Im Gegensatz zu MODY (monogenetisch) ist beim T2DM keine routinemäßige genetische Diagnostik etabliert – sie dient primär der Ausschlussdiagnostik.

Polygene Prädisposition – Wichtigste Suszeptibilitätsgene

Gen / LocusProtein / FunktionMechanismusEffektKlinische Relevanz
TCF7L2 Transkriptionsfaktor 7-like 2 (WNT-Signalweg) WNT-Signalweg → β-Zell-Differenzierung + Insulinsekretion + Inkretineffekt beeinträchtigt Stärkster T2DM-Suszeptibilitätslocus. Risikoallel: OR ~1,35–1,45 pro Allel Wichtigster genetischer T2DM-Risikolocus. Ethnisch ubiquitär.
KCNJ11 Kir6.2 (ATP-sensitiver K⁺-Kanal in β-Zellen) K_ATP-Kanal reguliert Insulinexozytose. Bestimmte Varianten: verminderte Insulinsekretion bei Glukosestimulation OR ~1,15–1,20 pro Allel (E23K-Variante) Aktivierende Mutationen in KCNJ11 → neonataler Diabetes / MODY-ähnlich. Assoziation mit Sulfonylharnstoff-Ansprechen.
PPARG Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor γ (PPARγ) PPARγ reguliert Adipozytendifferenzierung + Insulinsensitivität. Pro12Ala-Variante: leicht protektiv (Ala = weniger T2DM-Risiko) Pro12Pro: erhöhtes T2DM-Risiko. OR ~1,25 PPARγ ist Ziel von Thiazolidinedionen (Pioglitazon). Direkte therapeutische Relevanz.
SLC30A8 Zink-Transporter 8 (ZnT8) in β-Zellen Zink ist essenziell für Insulinkristallisierung. Variante → verminderte Insulinsekretion. Haploinsuffizienz ZnT8 → T2DM-protektiv (paradox!) Risikovariante OR ~1,12. Loss-of-function protektiv! ZnT8-Antikörper (ZnT8-AK) als Marker für T1DM-Autoimmundiagnostik. Differenzialdiagnostisch wichtig.
IRS1 Insulin Receptor Substrate 1 IRS-1 ist zentrales Adaptor-Protein im Insulinsignalweg. Varianten → reduzierte Insulinsensitivität in Muskel und Leber OR ~1,10–1,15 Insulinresistenz-Locus; nicht β-Zell-Funktion. Zusammen mit PPARG: IR-genetische Prädisposition.
CDKAL1 CDK5 Regulatory Subunit Associated Protein 1-like 1 Beeinflusst tRNA-Modifikation → Insulinbiosynthese und -sekretion gestört OR ~1,12–1,15 β-Zell-Locus. Varianten häufiger in ostasiatischen Populationen wirksam.
FTO Fat mass and obesity associated (RNA-Demethylase, m6A) FTO-Varianten → Adipositas-Prädisposition (Kalorienaufnahme, Energieverbrauch) → indirekt T2DM-Risiko durch Adipositas Stärkster Adipositas-Locus. OR BMI-Einheit +0,4 pro Risikoallel Kein direkter Diabeteslocus – Adipositas-Mediator. Interaktion mit körperlicher Aktivität: FTO-Risikoeffekt kann durch Bewegung abgemildert werden!
MC4R Melanocortin-4-Rezeptor (Hypothalamische Sättigungsregulation) Häufigste monogene Ursache schwerer Adipositas (GoF-Varianten). Heterozygote LoF → Adipositas → T2DM sekundär. Setmelanotid wirksam bei MC4R-Downstream-Störungen. MC4R-Haploinsuffizienz: ~5 % schwere frühkindliche Adipositas Bei sehr früher schwerer Adipositas + T2DM: MC4R-Panel erwägen. Setmelanotid: MC4R-Agonist → FDA-Zugelassen für spezifische genetische Adipositas.

Polygenic Risk Score (PRS) für T2DM

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Polygenic Risk Score (PRS)

Kombination hunderter Suszeptibilitäts-SNPs in einem Gesamtscore. Hoher PRS: 5–10-fach erhöhtes T2DM-Risiko vs. niedriger PRS. Pädiatrisch noch nicht standardisiert eingesetzt. Forschungskontext.

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Gen-Umwelt-Interaktion

Genetisches Risiko × Lebensstil: Hoher PRS + aktiver Lebensstil → vermindertes T2DM-Risiko trotz genetischer Prädisposition. „Gene load the gun, environment pulls the trigger." Wichtig für präventive Beratung.

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GWAS in pädiatrischen Kohorten

Bisherige T2DM-GWAS vorwiegend bei Erwachsenen. Pädiatrische Kohorte begrenzt. T2DM-Loci bei Kindern ähnlich, aber Stärke der Assoziationen variiert. SEARCH for Diabetes in Youth: US-Multicenter-Studie als Datengrundlage.

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Pharmakogenetik

TCF7L2: Risikoträger sprechen schlechter auf Sulfonylharnstoffe an. KCNJ11: Sulfonylharnstoff-Kanal-Gen → gutes Ansprechen bei bestimmten Varianten. OCT2/OCT1 (SLC22A1/2): Metformin-Transport → Polymorphismen beeinflussen Metformin-Wirkung.

Monogene Sonderformen – Abgrenzung zu T2DM

Wichtig: Monogene Diabetesformen (MODY) werden häufig als T2DM fehldiagnostiziert! Schätzungsweise 80 % der MODY-Fälle werden initial als T1DM oder T2DM eingestuft. Genetische Diagnostik verändert das therapeutische Management grundlegend (z.B. Sulfonylharnstoffe bei HNF1A-MODY statt Insulin).

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GCK-MODY (MODY 2)

Glukokinase-Mutation: stable mild fasting hyperglycemia (5,5–7,5 mmol/l). HbA1c 6,0–7,5 %. KEINE Therapie nötig! Keine Komplikationen. Wird oft als T2DM oder T1DM falsch behandelt. C-Peptid normal, AK negativ, BMI normal, starke Familienanamnese.

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HNF1A-MODY (MODY 3)

Häufigste MODY-Form. Progredienter Insulinsekreftionsdefekt. Glucosurie bei niedriger Glukose (renale Glukoseschwelle ↓). Hochsensitiv auf Sulfonylharnstoffe! → sofort umstellen wenn Diagnose bekannt. AK negativ, BMI meist normal, Familie betroffen.

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HNF4A-MODY (MODY 1)

Ähnlich wie HNF1A-MODY. Auch Sulfonylharnstoff-sensitiv. Neonatale Makrosomie + transiente neonatale Hypoglykämie als Hinweis! Pränatale Penetranz. Familiäre Häufung.

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ABCC8/KCNJ11-MODY

K_ATP-Kanal-Mutationen. Neonataler Diabetes + permanente Form im Jugendlichen-Alter möglich. Sulfonylharnstoff-sensitiv (Kanal-Öffnung gehemmt durch SU)! Genetische Diagnose kann Insulin-Absetzen ermöglichen.

Epigenetik, Adipositas-Gene & Umwelt

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Epigenetische Programmierung

Gestationsdiabetes → fetale Hyperglykämie → DNA-Methylierungsveränderungen in Pankreas + Leber des Kindes → erhöhtes Diabetes-Risiko. Transgenerational: Adipositas + T2DM kann epigenetisch auf Folgegenerationen übertragen werden.

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Mikrobiom-Genetik-Interaktion

Spezifische Darmbakterienstämme beeinflussen Glukosemetabolismus. Akkermansia muciniphila: invers assoziiert mit IR. Mikrobiom-Zusammensetzung wird durch Gene (HLA, FTO) und Umwelt (Ernährung, Antibiotika) bestimmt. Therapeutischer Ansatz in Entwicklung.

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Bewegungsgenetik

FTO-Risikoallel-Effekt wird durch körperliche Aktivität abgeschwächt (Epigenom-Modifikation). Sport → AMPK-Aktivierung → GLUT-4-Translokation unabhängig von Insulin → direkte IR-Verminderung. Wirksamkeit: 150 min/Woche moderate Aktivität → 30–40 % IR-Reduktion.

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Zirkadiane Rhythmik

Clock-Gene (CLOCK, BMAL1, PER2, CRY) regulieren Insulinsekretion + Glukosehomöostase. Schlafmangel → Clock-Gen-Dysregulation → IR ↑. Nachtschicht-Äquivalent bei Jugendlichen (spätes Zubettgehen, Bildschirmzeit): metabolisches Risiko erhöht.

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Differenzialdiagnose

T2DM vs. T1DM – Die wichtigste Differenzierung

Kernnachricht: Kein einzelnes Merkmal erlaubt die sichere Unterscheidung! T1DM kann in adipösen Jugendlichen auftreten; T2DM kann mit Ketoazidose präsentieren. Die kombinierte Bewertung von: Antikörpern + C-Peptid + klinischem Phänotyp ist der einzige zuverlässige Weg. Die Therapie-Entscheidung (Insulin lebenslang vs. oral ± Insulin) hängt kritisch von dieser Differenzierung ab!

Merkmal Typ-2-Diabetes Typ-1-Diabetes MODY (Monogenetisch)
Klinischer Phänotyp
BMI bei DiagnoseMeist adipös (>P97)Normal oder leicht erhöhtMeist normal (GCK/HNF)
SymptombeginnSchleichend (Monate/Jahre)Akut (Tage bis Wochen)Sehr schleichend oder Zufallsbefund
Ketoazidose (DKA)Möglich (~15–25 %)Häufig (~30–40 %)Sehr selten
Acanthosis nigricans~90 % (IR-Zeichen!)SeltenSelten
PubertätsphasePubertät (>10 J.) typischJedes AlterJedes Alter
FamilienanamneseStark (>75 % T2DM-Familie)Moderat (HLA-abhängig)Sehr stark (3 Generationen AD)
Labordiagnostik
Diabetes-AutoantikörperNegativ (typisch)≥1 positiv (~95 %)Negativ
C-Peptid (nüchtern)>0,6 nmol/l (erhalten)<0,2 nmol/l (Verlust)Normal bis erhöht
Nüchtern-Insulin / HOMA-IR↑↑ (IR vorhanden)↓↓ (Insulinmangel)Variabel
Glukose-NüchternModerat ↑ (oft 7–12 mmol/l)Oft sehr hoch (>15 mmol/l)Mild-moderat (GCK: 5,5–7,5)
Therapie
Metformin wirksam?Ja (Erstlinientherapie)Nein (nicht indiziert)GCK: keine Therapie! HNF: SU besser
InsulinbedarfInitial oft nicht (oder temporär)Lebenslang obligatHNF: SU. ABCC8/KCNJ11: SU. GCK: kein
GLP-1-RA wirksam?Ja (Erstlinientherapie zugelassen)Adjuvant (off-label)HNF1A-MODY: GLP-1-RA gut wirksam!

Weitere Differenzialdiagnosen

ErkrankungSchlüsselbefundeAbgrenzung zu T2DMDiagnostik
MODY 2 (GCK)Stabile milde Nüchternhyperglykämie 5,5–7,5 mmol/l. HbA1c 6,0–7,5 %. Kein Progress.Adipositas fehlt. Normale IR. KEINE Therapie nötig! Familiäre Häufung (jede Generation).GCK-Sequenzierung. Eltern auch testen!
MODY 3 (HNF1A)Progredienter Defekt. Glucosurie früh (niedrige Glukoseschwelle). Ansprechen SU!BMI normal. Keine IR. AK negativ. Glucosurie bei normaler/leicht erhöhter Glukose.HNF1A-Sequenzierung. Sulfonylharnstoff-Testtherapie.
Cystic Fibrosis-Related Diabetes (CFRD)Diabetes bei CF-Patienten. Insulinmangel + IR. Pulmonale Verschlechterung oft erstes Zeichen.CF-Diagnose bekannt. Kein AK-Muster wie T1DM. Insulin-Therapie obligat (keine oralen AM!).oGTT bei CF ab 10 Jahren jährlich. HbA1c oft falsch niedrig bei CF!
Steroid-induzierter DiabetesGlukokortikoid-Langzeittherapie (Asthma, NNR, Transplantation). Postprandiale Hyperglykämie predominant.Klare iatrogene Ursache. Normaler Nüchternblutzucker möglich. AK negativ.oGTT + postprandialer BZ. Reduktion Steroide wenn möglich.
Lipodystrophie-assoziierter DiabetesFehlende Körperfettdepots (partiell oder generalisiert). Massiv erhöhte Triglyzeride. Acanthosis nigricans.BMI trotz massiver IR niedrig oder normal. Lipoatrophie klinisch erkennbar. Leptinmangel.Körperfettverteilung (DEXA). Leptin-Spiegel. Genetik (LMNA, AGPAT2, BSCL2).
Wolfram-Syndrom (WFS1)Diabetes (T1-ähnlich) + Optikusatrophie + Diabetes insipidus + Taubheit (DIDMOAD).Neurodegeneration. Optikusatrophie früh! AK negativ. β-Zell-Verlust ohne Autoimmunität.WFS1-Sequenzierung. Ophthalmologie. Audiometrie.
Adipositas ohne Diabetes (Prä-Diabetes)Erhöhte IR + IFG/IGT aber noch kein Diabetes.HbA1c <6,5 %. oGTT 2h <11,1 mmol/l. Intensivierte Prävention indiziert.jährliches HbA1c + oGTT. Lebensstilintervention.
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Therapie

Die Therapie des pädiatrischen T2DM ist multimodal und stufenweise. Lebensstilinterventionen bilden immer die Basis; pharmakologische Therapie wird darüber hinaus nach Blutzuckerkontrolle, Symptomatik und Komorbiditäten individuell angepasst. Im Gegensatz zum T2DM bei Erwachsenen schreitet die Erkrankung bei Jugendlichen schneller fort – frühe aggressive Therapie verbessert den Langzeitverlauf (TODAY-Studie).

Therapieziel: HbA1c <7,0 % (53 mmol/mol) ohne schwere Hypoglykämien. Bei Hochrisiko-Patienten (Komorbidität, CV-Risiko): HbA1c <6,5 %. Gewichtsreduktion: -5–10 % Körpergewicht verbessert IR und HbA1c signifikant. Bei initialer schwerer Hyperglykämie (HbA1c >8,5 % oder symptomatisch): sofort Metformin + ggf. Insulin kombinieren.

Lebensstilinterventionen – Fundament jeder Therapie

Ernährungstherapie

Ziel: Kaloriendefizit 250–500 kcal/d (je nach Alter). Mediterrane oder Low-Carb-Diät: gleichwertige Wirksamkeit. Zuckerhaltige Getränke eliminieren (größte Einzelmaßnahme). Ballaststoffe erhöhen (Sättigung ↑, postprandiale Glukose ↓). Regelmäßige Mahlzeiten. Familien-basierte Ansätze effektiver als Einzelinterventionen.

Diätberatung (Ökotrophologe/Ernährungsberater) · Familieneinbezug

Bewegungstherapie

Ziel: ≥60 min moderate bis intensive körperliche Aktivität täglich. Kraft + Ausdauer kombinieren (beide senken IR). Sitzende Aktivitäten <2h/Tag. AMPK-vermittelte GLUT-4-Aktivierung unabhängig von Insulin. Effekt: HbA1c-Senkung ~0,5–0,8 %. Bewegungsförderung in der Schule.

≥ 60 min/d moderate-intensive Aktivität (ADA/ISPAD)

Verhaltensbezogene Interventionen

Motivational Interviewing (MI): beweisbasierte Gesprächstechnik für Verhaltensänderung. Verhaltenstherapeutische Gruppenangebote. Schlaf-Hygiene (7–9 h für Jugendliche). Bildschirmzeit-Reduktion. Stressmanagement (Cortisol → IR). Psychologische Unterstützung bei Depression.

Motivational Interviewing · Familientherapie · KVT

Strukturierte Präventionsprogramme

DPP (Diabetes Prevention Program): 58 % Risikoreduktion T2DM-Progression durch Lifestyle vs. Metformin 31 %. JUMP-Programm (D): strukturiertes Adipositas-Therapieprogramm Kinder. Intensives Lifestyle-Management: >7 % Gewichtsverlust bei Jugendlichen möglich, wenn multidisziplinär und familienbeteiligt.

DPP-ähnliche strukturierte Programme (familienbezogen)

Metformin – Erstlinientherapie

Metformin: einziges orales Antidiabetikum mit pädiatrischer Zulassung (ab 10 Jahren) in Deutschland und Europa (EMA). Wirkmechanismus: AMPK-Aktivierung in der Leber → Hemmung Glukoneogenese. Gewichtsneutral bis leicht reduzierend. Keine Hypoglykämie. Günstig für NAFLD. Wichtig: im TODAY-Trial konnte Metformin allein den Therapieversager (HbA1c-Anstieg >8 %) nicht bei allen Patienten verhindern.

Metformin (Glucophage® u.a.)

Start: 500 mg täglich mit dem Abendessen. Steigerung wöchentlich: 500 → 1000 → 1500 → 2000 mg (max. 2000 mg/d bei Kindern). Retardformulierung (XR): besser verträglich (GI-Nebenwirkungen ↓). Kontraindikation: eGFR <45 ml/min/1,73m², akute Erkrankungen, Röntgenkontrastmittel (48h pausieren).

Metformin 500–2000 mg/d p.o. (XR bevorzugt)

Metformin – Monitoring

Vitamin B12: Langzeit-Metformin → B12-Mangel möglich (Resorptionshemmung im Ileum) → periphere Neuropathie. Jährliche B12-Kontrolle bei Langzeittherapie. Nierenfunktion: eGFR alle 6–12 Monate. Laktatazidose: sehr selten bei Kindern (Kontraindikation bei eingeschränkter Nierenfunktion beachten!)

B12-Kontrolle jährlich · eGFR alle 6 Monate

GLP-1-Rezeptoragonisten – Paradigmenwechsel

Liraglutid (Victoza®): FDA 2019 und EMA 2021 für T2DM-Jugendliche ab 10 Jahren zugelassen (ELLIPSE-Studie: HbA1c-Senkung –0,64 % vs. Placebo). Semaglutid (Ozempic®, Wegovy®): wöchentlich; noch kein pädiatrischer T2DM-Zulassungsstatus (Stand 2026), aber pädiatrische Adipositas-Zulassung ab 12 Jahren. Exenatide: off-label. Duale GIP/GLP-1-RA (Tirzepatid): für T2DM-Erwachsene zugelassen, pädiatrische Studien laufen.

Liraglutid (Victoza®) – Zugelassen >10 Jahre

Tägliche s.c.-Injektion. Beginn: 0,6 mg/d, Steigerung wöchentlich auf 1,2 mg → 1,8 mg (Zieldosis). HbA1c-Senkung ~0,5–1,2 %. Gewichtsreduktion ~2–4 kg. Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen (häufig initial, bessert sich). NAFLD-Verbesserung. CV-Benefit bei Erwachsenen belegt (LEADER-Studie).

Liraglutid 0,6 → 1,8 mg/d s.c. (pädiatrisch zugelassen)

Semaglutid (Ozempic® / Wegovy®)

Wöchentliche Injektion. Überlegene Gewichtsreduktion vs. Liraglutid (~5–8 % KG-Reduktion). Wegovy® (2,4 mg/Woche) für Adipositas ab 12 Jahren zugelassen (EMA 2023). Für pädiatrischen T2DM noch off-label (Studien laufen). Bei T2DM + Adipositas-Jugendlichen: erhebliche Wirksamkeit zu erwarten.

Semaglutid 0,25 → 0,5 → 1,0 mg/Woche s.c.

Tirzepatid (Mounjaro®) – Dualer GIP/GLP-1-RA

Zugelassen für T2DM Erwachsene (EMA 2023). Überlegene HbA1c-Senkung und Gewichtsreduktion vs. allen bisherigen Therapien. Pädiatrische T2DM-Studien laufen. Off-label bei schweren Fällen nach sorgfältiger Abwägung. SURPASS-Programm: Basis für Erwachsenentherapie.

Tirzepatid 2,5 → 5 → 10 → 15 mg/Woche s.c. (off-label Kinder)

SGLT-2-Inhibitoren (Gliflozine)

Insulin bei pädiatrischem T2DM

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Indikationen für Insulin

Sofort: HbA1c >8,5 % bei Diagnose + Symptome. DKA/HHS. Schwere Hyperglykämie (BZ >13,9 mmol/l + Symptome). Stufentherapieversagen (Metformin ± GLP-1 nicht ausreichend). Schwangerschaft (unbedingt Insulin!). Schwere Erkrankung/OP-Phasen.

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Temporäres Insulin

Oft wird Insulin bei hohem HbA1c initial gegeben, dann nach Stabilisierung auf orale Therapie umgestellt (wenn β-Zell-Funktion erhalten). Kein permanentes Insulin nötig wie bei T1DM. Überprüfung nach 3–6 Monaten: kann Insulin abgesetzt werden?

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Basalinsulin bei T2DM

Basalinsulin (Glargin, Detemir, Degludec): steuert Nüchternglukose. Kombination mit Metformin ± GLP-1-RA. Dosierung: 0,1–0,2 IE/kg/Nacht, Titration. Bei T2DM oft geringerer Insulinbedarf als T1DM (eigene Sekretion erhalten).

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Insulinresistenz + Insulin

Cave: Insulin bei T2DM + Adipositas → Gewichtszunahme → IR-Verschlimmerung (Teufelskreis!). GLP-1-RA + Insulin kombiniert reduziert diesen Effekt. Ziel: Insulin möglichst reduzieren/absetzen nach Stabilisierung.

Bariatrische Chirurgie bei adoleszenten T2DM

Bariatrische Chirurgie beim Jugendlichen: Roux-en-Y-Magenbypass (RYGB) oder Sleeve-Gastrektomie ab 13–15 Jahren (nach Abschluss Längenwachstum, Tanner IV/V). T2DM-Remission in >85 % nach RYGB! Indikatoren: BMI >40 (oder >35 + Komorbidität), Versagen aller konservativen Maßnahmen, psychologische Reife. Deutsch-österreichische Leitlinie: ab 16 Jahren, Ausnahme ab 13 in Spezialzentren. Metabolische Wirkung weit über Gewichtseffekt hinaus (Inkretin-Effekt, Gallensäure-Signalwege).

Monitoring, Therapieziele & Langzeitbetreuung

ParameterZielwertFrequenzBemerkung
HbA1c<7,0 % (53 mmol/mol); bei CV-Risiko <6,5 %Alle 3 Monate (schlecht eingestellt), alle 6 Monate (stabil)Wichtigster Verlaufsparameter. CGM als Ergänzung
Nüchternglukose4,0–7,0 mmol/l (72–126 mg/dl)Wöchentlich zu Hause; bei jeder VorstellungMorgens vor Frühstück
CGM (Time in Range)TIR >70 %; Hypo <4 % (TBR); Hyper <25 % (TAR)Dauerhaft oder episodisch (2-Wochen-Profil)Kostenübernahme für T2DM in D begrenzt
Blutdruck<90. Perzentile für Alter/Geschlecht/Größe (<130/80 Erwachsene)Jede VorstellungHypertonie: RAAS-Blocker. 24-h-RR-Messung jährlich
Lipide (LDL, HDL, TG)LDL <2,6 mmol/l; TG <1,7 mmol/l; HDL >1,0Diagnose + jährlichStatin ab 10 Jahren wenn LDL persistiert >2,6 nach 6 Mo Lifestyle
Urin-ACR (Albumin/Creatinin)<2,5 mg/mmol (♂) / <3,5 (♀)Jährlich ab DiagnoseMikroalbuminurie → ACE-Hemmer/ARB + intensivierte Glykämie-Kontrolle
eGFR / Nierenfunktion>90 ml/min/1,73m²JährlichCKD-Stadium bei T2DM-Jugendlichen bereits nach 5–7 Jahren möglich!
Augenhintergrund (Funduskopie)Normal oder Grad I maximal in FrühphaseJährlich ab Diagnose (ADA-Empfehlung)Frühzeitige Retinopathie möglich nach <5 Jahren
Leberwerte (ALT, AST)Normbereich (altersabhängig)Diagnose + jährlichNAFLD: Sonographie + Fibroscan bei ALT >2× Normbereich
BMI / Gewicht / TaillenumfangBMI-Reduktion >5 % als TherapiezielJede Vorstellung (alle 3 Monate)Körperzusammensetzung (DEXA) optional. Taillenumfang als IR-Marker
Psychologisches WohlbefindenPHQ-A-Screening unauffälligJährlich (Depression-Screening)KVT bei Depressionsdiagnose. Familientherapie bei Compliance-Problemen
Vitamin B12Im Normbereich (>200 pg/ml)Jährlich unter Metformin-LangzeittherapieSubstitution bei Mangel. Erhöhtes Risiko nach 3+ Jahren Metformin
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Expertenzentren & Spezialisten

Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes erfordert spezialisierte multidisziplinäre Zentren mit Expertise in pädiatrischer Diabetologie (Therapiesteuerung, GLP-1-RA, SGLT2-Inhibitoren), Adipositasmedizin (Lebensstilintervention, Bariatrie), Kardiologie (CV-Risiko), Nephrologie und Psychologie. In Deutschland sind pädiatrische T2DM-Patienten vornehmlich in Adipositaszentren und kinderdiabetologischen Schwerpunktzentren angebunden.

Hinweis: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aktuelle Diabeteszentren: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de (DDG-Mitglieder) · www.agpd.de (Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie) · www.ispad.org. Personalveränderungen möglich. Adipositas-Zentren für Jugendliche: spezifisch anfragen.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. med. Thomas Reinehr
Pädiatrische Diabetologie & Adipositas
Vestische Kinder- und Jugendklinik
Universität Witten/Herdecke, Datteln
DATTELN · NRW
Typ-2-Diabetes Kinder (führende Expertise D!), Adipositas-Therapie, KIGGS-Daten, Insulinresistenz, Metabolisches Syndrom, Lifestyle-Intervention, T2DM vs. MODY-Differenzierung
T2DM-ExperteAdipositasInsulinresistenz
Prof. Dr. med. Martin Wabitsch
Pädiatrische Endokrinologie & Adipositas
Universitätsklinikum Ulm
Sektion Pädiatrische Endokrinologie, Diabetologie & Adipositas
ULM · Baden-Württemberg
Adipositas-assoziierter T2DM, monogene Adipositas (MC4R, LEP), Setmelanotid-Therapie, GLP-1-RA bei pädiatrischer Adipositas + T2DM, Insulinresistenz, bariatrische Chirurgie Jugendliche
T2DM + AdipositasGLP-1-RABariatrie
Prof. Dr. med. Birgit Rami-Merhar
Pädiatrische Diabetologie
Medizinische Universität Wien
(ehem. Leiterin AG Pädiatr. Diabetologie Österreich)
WIEN (Österreich-Netzwerk)
T2DM + T1DM Kinder, Insulinresistenz, Technologie (CGM bei T2DM), ISPAD-Leitlinien, Diabetes + Adipositas, Adoleszenzmedizin
T2DMCGMISPAD
Prof. Dr. med. Reinhard W. Holl
Pädiatrische Diabetologie & Epidemiologie
Universitätsklinikum Ulm
Institut für Epidemiologie und med. Biometrie (DPV-Register)
ULM · Baden-Württemberg
DPV-Register-Leiter (Deutsches Diabetes-Patientenvigilanzregister), T2DM-Epidemiologie Kinder, MODY-Prävalenz, Therapievergleiche, Qualitätssicherung pädiatrische Diabetologie
DPV-RegisterEpidemiologieT2DM
Prof. Dr. med. Susanne Bechtold-Dalla Pozza
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. von Haunersches Kinderspital
MÜNCHEN · Bayern
T2DM + Adipositas Jugendliche, Insulinresistenz, Metabolisches Syndrom, GLP-1-RA, Transition T2DM, Pubertäts-Diabetologie
T2DMInsulinresistenzTransition
Prof. Dr. med. Andreas Neu
Pädiatrische Diabetologie
Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
TÜBINGEN · Baden-Württemberg
T2DM Kinder, T1DM, Diagnostik (MODY/T2DM Differenzierung), Diabetestechnologie, Schulungsprogramme, AGPD-Mitglied
T2DMDifferenzialdiagnoseSchulung
Prof. Dr. med. Karl Otfried Schwab
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Universitätsklinikum Freiburg
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
FREIBURG · Baden-Württemberg
T2DM Kinder + Jugendliche, Adipositas + Diabetes, GLP-1-RA-Erfahrung, T1DM Erwachsenenmedizin-Transition, Schilddrüse + Diabetes
T2DMAdipositas+DM
Prof. Dr. med. Christoph Wanner
Nephrologie & Diabetisches Nierenerkrankung
Universitätsklinikum Würzburg
Klinik für Innere Medizin I (Nephrologie)
WÜRZBURG · Bayern
Diabetische Nephropathie Kinder/Jugendliche, SGLT-2-Inhibitoren Nierenprotektion, EMPA-REG-Outcome-Studie, T2DM + CKD, Transition Nephrologie
NephropathieSGLT-2CKD
Prof. Dr. med. Joachim Wölfle
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Universitätsklinikum Bonn
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
BONN · NRW
T2DM Kinder, Adipositas, Insulinresistenz, Prä-Diabetes, metabolisches Syndrom, PCOS + T2DM-Risiko, Hormonelle Komorbiditäten
T2DMAdipositasMetSyndrom
Prof. Dr. med. Wieland Kiess
Pädiatrische Endokrinologie, Diabetologie & Adipositas
Universitätsklinikum Leipzig
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
LEIPZIG · Sachsen
Adipositas-assoziierter T2DM, LIFE-Child-Kohorte (Adipositas + metabolisches Risiko), Insulinresistenz-Forschung, T2DM Kinder, Leptin, GH + Adipositas
T2DM + AdipositasLIFE-KohorteForschung
Prof. Dr. med. Markus Bettendorf
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
HEIDELBERG · Baden-Württemberg
Pädiatrische Diabetologie (alle Formen), T2DM-Diagnostik, Insulinresistenz, MODY-Differenzierung, Thyreoiditis + Diabetes
T2DMMODY-DD
PD Dr. med. Felix Reschke
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Kinderkrankenhaus auf der Bult
Hannover
HANNOVER · Niedersachsen
Pädiatrische Diabetologie T1 + T2, Insulinresistenz, CGM-Einsatz T2DM, Adipositas + Diabetes, Technologie, Schulungsprogramme
T2DMCGMTechnologie
🇦🇹 Österreich
Univ.-Prof. Dr. Birgit Rami-Merhar
Pädiatrische Diabetologie
Medizinische Universität Wien
Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde (AKH)
WIEN
T2DM + T1DM Kinder, Insulinresistenz, CGM, GLP-1-RA, ISPAD-Leitlinien, österreichisches DPV-Register, Adipositas + Diabetes Wien
T2DMCGMISPAD
Dr. Daniel Weghuber
Pädiatrische Endokrinologie & Adipositas
Paracelsus Medizinische Privatuniversität
Salzburg
SALZBURG
Adipositas + T2DM Jugendliche, Semaglutid (STEP-TEENS-Studie), GLP-1-RA pädiatrisch, ECOG (European Coalition for Obesity), Insulinresistenz, bariatrische Chirurgie
T2DM + AdipositasSemaglutidSTEP-TEENS
Univ.-Prof. Dr. Klaus Kapelari
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Medizinische Universität Innsbruck
Univ.-Klinik für Pädiatrie
INNSBRUCK · Tirol
Pädiatrische Diabetologie (T1 + T2), Adipositas + T2DM, Insulinresistenz, metabolisches Syndrom, Westösterreich-Versorgung
T2DMInsulinresistenz
Prim. Dr. Sabine Hofer
Pädiatrische Diabetologie
Medizinische Universität Innsbruck
Univ.-Klinik für Pädiatrie
INNSBRUCK · Tirol
Pädiatrische Diabetologie T1 + T2, ISPAD-Netzwerk, Schulungsprogramme, Insulin-Technologie, T2DM Diagnostik, metabolische Erkrankungen
T2DMISPADSchulung
Prof. Dr. Edda Weidinger
Pädiatrische Diabetologie & Endokrinologie
Kepler Universitätsklinikum Linz
Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde
LINZ · Oberösterreich
T2DM Kinder, Adipositas + Diabetes OÖ, Metabolisches Syndrom, Insulinresistenz, pädiatrische Diabetestherapie
T2DMAdipositas
🇨🇭 Schweiz
Prof. Dr. med. Marc Phillip Hürter
Pädiatrische Diabetologie & Endokrinologie
Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
Abteilung Endokrinologie & Diabetologie
ZÜRICH
T2DM Kinder + Jugendliche, Adipositas + Diabetes, GLP-1-RA-Erfahrung, Insulinresistenz, CGM-Diagnostik T2DM, Prä-Diabetes, metabolisches Syndrom Zürich
T2DMInsulinresistenzGLP-1-RA
Prof. Dr. Jardena Puder
Pädiatrische Endokrinologie & Adipositas
CHUV Lausanne
Service d'endocrinologie pédiatrique
LAUSANNE · Vaud
Adipositas-assoziierter T2DM, GLP-1-RA, Semaglutid-Studien, metabolisches Syndrom Kinder, Sport-Intervention T2DM, Westschweizer Versorgung
T2DM + AdipositasGLP-1-RASport
Prof. Dr. med. Christa Flück
Pädiatrische Endokrinologie
Inselspital Bern
Universitätsklinik für Kinderheilkunde (PEDENDO)
BERN
T2DM Kinder, Insulinresistenz, Adipositas + Diabetes, PCOS + T2DM-Risiko, Steroidstoffwechsel + IR, Pubertäts-Diabetes
T2DMPCOS+IR
Dr. med. Monika Fluri
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
ZÜRICH
Pädiatrische Diabetologie T1 + T2, Insulinresistenz Jugendliche, Adipositas + Diabetes, CGM bei T2DM, metabolisches Syndrom
T2DMCGMAdipositas
Dr. med. Dagmar l'Allemand
Pädiatrische Endokrinologie
Ostschweizer Kinderspital
St. Gallen
ST. GALLEN
Adipositas + T2DM, hypothalamische Adipositas (KPG-Folge), GLP-1-RA, Insulinresistenz, Prader-Willi + T2DM, metabolische Erkrankungen
T2DM + Adipositashypothal. Adipos.
Prof. Dr. med. Urs Zumsteg
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB)
BASEL
T2DM Kinder, Adipositas + Diabetes, Metabolisches Syndrom, MODY-Differenzierung, Insulinresistenz, Transition, Knochendichte bei T2DM
T2DMMODY-DDTransition

Fachgesellschaften, Netzwerke & Ressourcen

🏅

AGPD (Deutschland)

Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie. Leitlinien, Schulungsprogramme, Qualitätssicherung. www.agpd.de

🌍

ISPAD (International)

International Society for Pediatric and Adolescent Diabetes. ISPAD Guidelines 2022 = Goldstandard. www.ispad.org

🇩🇪

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

S3-Leitlinien Diabetes inkl. Kinder. DPV-Register (Reinhard Holl). www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

🌐

ADA (American Diabetes Association)

Standards of Medical Care in Diabetes. Jährlich aktualisiert. Pädiatrische Empfehlungen Kapitel 14. www.diabetes.org

📊

DPV-Register (Deutschland)

Deutsches Pädiatrisches Qualitätssicherungssystem. Alle Diabetestypen. Wichtigste Datenquelle pädiatrischer T2DM in D. Leitung: Prof. Holl, Ulm.

💙

Diabetes DE – Patientenorganisation

Selbsthilfe, Schulungsmaterial, Jugendgruppen. www.diabetesde.org

🇦🇹🇨🇭

ÖGKJ / SGKJEP

Österreichische / Schweizer pädiatrische Gesellschaften. AG Diabetes + Endokrinologie. www.oegkj.at / www.sgkjep.ch

🔬

SEARCH for Diabetes in Youth

Wichtigste US-Multicenter-Studie pädiatrischer Diabetes (alle Typen). Epidemiologie + Klinik. Ergebnisse international referenzierbar. www.searchfordiabetes.org