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Grundlagen & Epidemiologie

Die Hypophosphatasie (HPP) ist eine seltene, angeborene Stoffwechselerkrankung, die durch Mutationen im ALPL-Gen verursacht wird. Dieses Gen kodiert für die gewebunspezifische alkalische Phosphatase (TNSALP, Tissue-Nonspecific Alkaline Phosphatase), ein Enzym, das für die normale Mineralisation von Knochen und Zähnen unentbehrlich ist. Der daraus resultierende Enzymmangel führt zur Akkumulation natürlicher Substrate – insbesondere anorganischem Pyrophosphat (PPi), Pyridoxal-5'-Phosphat (PLP) und Phosphoethanolamin (PEA) – mit teils lebensbedrohlichen Folgen.

1 : 100.000
Häufigkeit der schweren perinatalen/infantilen Form (autosomal-rezessiv)
1 : 6.000
Geschätzte Häufigkeit milder Formen (odonto-HPP, adulte HPP) inklusive heterozygoter Anlageträger
> 400
Bekannte pathogene ALPL-Varianten (missense, nonsense, splice, indels) in der ALPL-Mutations-Datenbank
1985
Erstbeschreibung der ALPL-Genlokalisation auf Chromosom 1p36 (Weiss et al.)
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Enzymfunktion TNSALP

TNSALP ist ein GPI-verankertes ektoenzymatisches Protein an Osteoblasten, Chondrozyten, Hepatozyten und Nierenzellen. Es hydrolysiert anorganisches Pyrophosphat (PPi) zu Phosphat und blockiert damit die Mineralisation, wenn es fehlt.

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Pathomechanismus

Bei HPP akkumuliert PPi extrazellulär → hemmt Hydroxyapatit-Kristallbildung → Osteomalazie/Rachitis. Gleichzeitig akkumuliert PLP → beeinträchtigt Vitamin-B6-abhängige Neurotransmittersynthese → epileptische Anfälle im Säuglingsalter.

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Substratakkumulation

Drei diagnostisch relevante Substrate: PPi (anorgan. Pyrophosphat), PLP (Pyridoxal-5'-Phosphat, Vitamin B6-Form) und PEA (Phosphoethanolamin). Alle drei im Urin und/oder Plasma erhöht nachweisbar.

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Erbgang

Autosomal-rezessiv (schwere Formen: perinatal, infantil, Kindheitsform). Autosomal-dominant oder compound-heterozygot bei milden Formen (odontohypophosphatasie, adulte HPP). Penetranz und Expressivität variabel.

Historische Erstbeschreibung: John Campbell Rathbun beschrieb 1948 erstmals einen Säugling mit ausgeprägten Skelettdeformitäten, Krampfanfällen und erniedrigter alkalischer Phosphatase. Der Begriff "Hypophosphatasie" wurde von ihm geprägt. 1988 erfolgte die Klonierung des ALPL-Gens durch Weiss und Kollegen.

02

Klinische Formen der HPP

Die HPP zeigt ein ausgesprochen breites klinisches Spektrum – von der letalen perinatalen Form bis zu einer rein odontologischen Manifestation ohne systemische Symptome. Traditionell werden sechs klinische Formen unterschieden, obwohl die Übergänge fließend sind und die Form nicht immer mit dem Genotyp korreliert.

Perinatal (letal) Schwerste Form AR · selten
Perinatal (benigne) Spontanremission Variabel
Infantil < 6 Monate AR · häufig
Kindesalter 6 Mo – 18 J AR/AD
Adult > 18 Jahre AD · mild
Odonto-HPP Nur Zähne AD · häufig
FormManifestationsalterLeitsymptomePrognoseErbgang
Perinatal letal Pränatal / Geburt Extremer Knochenmangel, kurze verkrümmte Extremitäten, Atemschwäche, Hypomineralisation des gesamten Skeletts, stillgeboren oder Tod in ersten Stunden Ohne Therapie letal; mit Asfotase alfa Überleben möglich Autosomal-rezessiv (homozygot/compound-heterozygot)
Perinatal benigne Pränatal (Ultraschall) Pränatal Femurverkrürzung/-biegung; postnatal spontane Besserung. Milde Rachitis-Zeichen Gut; spontane Remission in ersten Lebenswochen möglich Variabel (AD-ähnlich)
Infantil 0–6 Monate Rachitis, Schädelnahtsynostose, Hyperkalzämie, Trinkschwäche, B6-sensitive Krampfanfälle, Rippenserienfrakturen, respiratorische Insuffizienz Hohe Mortalität ohne Therapie; mit ERT gut Autosomal-rezessiv
Kindesalter (Childhood) 6 Monate – 18 Jahre Frühzeitiger Milchzahnverlust (< 5 Jahre), Rachitis-ähnliche Skelettdeformitäten, Pseudofrakturen, Wadenschmerzen, Muskelschwäche, Kleinwuchs, Kraniosynostose Variabel; oft unterschätzt AR oder compound-heterozygot
Adult > 18 Jahre Stressfrakturen, Chondrokalzinose, Arthritis, Pseudofrakturen (Femur), Muskelschwäche, früher Zahnschwund, Nierenkalzinose Variabel; chronisch-progredient Autosomal-dominant (oft)
Odonto-HPP Kindheit Ausschließlich Zähne betroffen: frühzeitiger Milchzahnverlust (< 5 J) ohne Trauma durch Hypoplasie des Wurzelzementes. Kein Knochenbefund Gut; keine systemische Therapie nötig Autosomal-dominant
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Klinische Symptome

Skelett-, Zahn- und Muskelbefunde

SKELETT (Knochen)

  • Rachitis-ähnliche Skelettdeformitäten (Verbiegungen, Erweiterung der Metaphysen)
  • Erweiterung der Fontanellen, verzögerter Fontanellenschluss
  • Kraniosynostose (vorzeitige Schädelnahtsynostose) → erhöhter Hirndruck
  • Pseudofrakturen (Looser-Umbauzonen), Stressfrakturen
  • Kurze, verbogene Femora (perinatal)
  • Erweiterung der Rippen-Knorpel-Grenzen (Rosenkranz)
  • Pathologische Frakturen bei geringem Trauma
  • Genu varum oder valgum
  • Osteopenie / Osteomalazie im Röntgenbild

ZÄHNE

  • Frühzeitiger Milchzahnverlust vor dem 5. Lebensjahr ohne Trauma (pathognomonisch!)
  • Betrifft meist Frontzähne, v.a. Incisivi
  • Zähne fallen wurzelintakt aus (kein Kariesgeschehen)
  • Hypoplasie des Wurzelzementes (Zementum)
  • Vergrößerte Pulpahöhlen (Shell teeth)
  • Schmelzdefekte möglich
  • Früher Verlust permanenter Zähne bei Erwachsenen
  • Zahnunterstützende Strukturen (Periodontium) betroffen

MUSKELN & MOTORIK

  • Muskelschwäche, muskuläre Hypotonie (besonders infantil)
  • Wadenschmerzen bei körperlicher Belastung (Kinder)
  • Verzögerter Lauferwerb
  • Watschelgang durch Muskelschwäche
  • Eingeschränkte Gehstrecke, häufiges Tragen verlangen
  • Myopathie-Bild (Proximale > distale Schwäche)
  • Gehunfähigkeit in schweren Fällen

ATEMWEGE (Infantil)

  • Thoraxdeformierung durch Rippenserienschwäche
  • Respiratorische Insuffizienz (häufigste Todesursache infantile HPP)
  • Beatmungspflicht im Säuglingsalter
  • Rezidivierende Pneumonien
  • Inspiratorischer Stridor
  • Schlechte Trinksaugleistung durch Muskelschwäche

Neurologische Manifestationen

EPILEPTISCHE ANFÄLLE (B6-sensitiv)

  • Pyridoxin-abhängige Krampfanfälle – pathognomonisch für infantile HPP
  • Beginn in den ersten Lebenstagen bis -wochen
  • Klonische, tonisch-klonische oder myoklone Anfälle
  • Ansprechen auf i.v. Pyridoxin (Vitamin B6) – nicht auf Standard-Antiepileptika!
  • Mechanismus: PLP-Akkumulation blockiert B6-abhängige GABA-Synthese
  • EEG: Burst-Suppression-Muster möglich

WEITERE NEUROLOGISCHE BEFUNDE

  • Erhöhter intrakranieller Druck durch Kraniosynostose
  • Papillenödem, Stauungspapille
  • Sehstörungen, Optikusatrophie (sekundär)
  • Kopfschmerzen (Kinder mit Synostose)
  • Kognitive Auffälligkeiten (selten, sekundär)
  • Hörstörungen (assoziiert)

Hyperkalzämie, Nieren & Stoffwechsel

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Hyperkalzämie

Durch verminderten Kalzium-Einbau in den schlecht mineralisierten Knochen steigt die freie Kalziumkonzentration im Serum. Folge: Erbrechen, Gedeihstörung, Polydipsie, Nephrokalzinose.

🫘

Nephrokalzinose

Kalziumablagerungen in der Niere durch anhaltende Hyperkalzämie und Hyperkalziurie. Kann zu chronischer Niereninsuffizienz führen. Renaler Ultraschall zur Diagnostik.

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Hyperkalziurie

Erhöhte renale Kalziumausscheidung; prädisponiert zur Nephrokalzinose und Nierensteinen. Urin-Kalzium/Kreatinin-Quotient im Spot-Urin als Screening.

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Chondrokalzinose (Erwachsene)

Ablagerung von Kalziumpyrophosphatkristallen im Knorpelgewebe. Klinisch als Pseudogicht oder Arthropathie. Charakteristisch für adulte HPP.

Klinischer Hinweis – Zahnverlust als Leitsymptom: Der spontane Verlust von Milchzähnen vor dem 5. Lebensjahr – wurzelintakt, ohne Trauma und ohne Karies – ist hochspezifisch für HPP. Jedes Kind mit diesem Befund sollte auf HPP untersucht werden (Bestimmung der altersadaptierten alkalischen Phosphatase).

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Diagnostik

Biochemische Diagnostik & Labor

  1. Alkalische Phosphatase (ALP) im Serum Altersadaptierte Referenzwerte obligat. Im Kindesalter sind physiologische Werte deutlich höher als bei Erwachsenen. Persistierend niedriger Wert (z.B. < 40 U/l beim Säugling) ist hochverdächtig. Laborspezifische Referenzbereiche beachten! Cave: normaler ALP-Wert schließt milde HPP nicht aus.
  2. Pyridoxal-5'-Phosphat (PLP) im Plasma Erhöhtes PLP (Vitamin B6-Metabolit) ist ein sensitiver Biomarker für HPP. Abnahme nüchtern, kein Vitamin-B6-haltige Supplemente in den Tagen zuvor. Referenzlabors für Spezialmessungen notwendig. Erhöht bei allen symptomatischen Formen.
  3. Phosphoethanolamin (PEA) im Urin Erhöhte Urinausscheidung von PEA ist ein klassischer HPP-Biomarker, aber weniger sensitiv als PLP. Im Spoturin als Quotient zur Kreatinin-Ausscheidung messen. Cave: falsch-positive PEA-Erhöhung bei anderen Knochenerkrankungen (Rachitis, Morbus Paget).
  4. Kalzium, Phosphat, 25-OH-Vitamin D, PTH Differenzialdiagnostische Abgrenzung zur Vitamin-D-Mangel-Rachitis (dort ALP erhöht!). Hyperkalzämie und Hyperkalziurie als HPP-assoziierte Befunde sichern. PTH normal bis supprimiert bei HPP, erhöht bei nutritiver Rachitis.
  5. Bildgebung: Röntgen Skelett Röntgen-Thorax, Handwurzel, Knie (für Rachitis-Zeichen). Charakteristisch: metaphysäre Aufhellungen (tongue-like projections), Osteomalazie-Muster, Pseudofrakturen, Schädelnahtweite, Verbiegungen. Pränatal Ultraschall: fehlende oder verminderte Ossifikation, verkürzte Femora.
  6. Knochendichtemessung (DXA) Erniedrigte Z-Scores für Alter und Geschlecht. Lumbal-Spine und total-body-less-head. Verlaufsparameter unter ERT. Cave: DXA-Messung bei erheblicher Deformierung schwierig zu interpretieren.
  7. Cerebrospinalflüssigkeit (bei Krampfanfällen) Bei Anfällen: PLP im Liquor erniedrigt (da PLP cerebral akkumuliert und dort als Substrat verbraucht wird). Nachweis spezifisch für B6-sensitive Anfälle bei HPP. Diagnostischer Versuch i.v. Pyridoxin.
  8. Zahnarztbefund & Röntgen-OPG Orthopantomogramm: Vergrößerte Pulpakammern (Shell teeth), fehlendes Wurzelzement, alveolärer Knochenverlust. Klinisch: sorgfältige Befragung nach Milchzahnverlust und -alter. Untersuchung aller Familienmitglieder (besonders Eltern) bei kindlicher HPP.

Laborparameter im Überblick

ParameterBefund bei HPPNormalbefund beiKlinische Bedeutung
Alkalische Phosphatase (ALP)↓↓ (persistierend erniedrigt, altersadaptiert)Vitamin-D-Rachitis (↑↑)Screeningparameter Nr. 1; altersadaptierte Referenzwerte zwingend
Pyridoxal-5'-Phosphat (PLP)↑↑ im PlasmaNormal < 30 nmol/l (variiert je Labor)Sensitiver Biomarker; nicht überall routinemäßig verfügbar
Phosphoethanolamin (PEA)↑ im UrinNormal (altersabhängig)Klassischer Marker; weniger spezifisch
Kalzium (Serum)↑ (Hyperkalzämie, infantile Form)NormalGefährlich bei Säuglingen; Nephrokalzinose-Risiko
Phosphat (Serum)Normal bis ↑NormalAbgrenzung zu hypophosphatämischer Rachitis (dort ↓)
PTHNormal bis supprimiertErhöht bei nutritiver RachitisDifferenzialdiagnose
25-OH-Vitamin DNormalErniedrigt bei Vit-D-RachitisDifferenzialdiagnose
Kreatinin / HarnstoffGgf. ↑ bei NephrokalzinoseNormalNierenfunktion überwachen
ALP-IsoenzymeAlle Isoenzyme reduziert (TNSALP)Leber-, Knochen-, Plazenta-ALP-Isoenzymmuster; TNSALP betroffen

Wichtig – Altersabhängigkeit der ALP: Die ALP-Werte sind im Kindesalter deutlich höher als bei Erwachsenen (physiologische Erhöhung durch Wachstum). Ein „normaler" Erwachsenen-Referenzbereich darf bei Kindern nicht angewendet werden. Ein 2-jähriges Kind kann eine ALP von 80 U/l haben und damit schwer betroffen sein, obwohl der Wert im Erwachsenen-Referenzbereich liegt.

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Molekulargenetische Ursachen

Die HPP wird durch pathogene Varianten im ALPL-Gen verursacht, das für die Tissue-Nonspecific Alkaline Phosphatase (TNSALP) kodiert. Die Erkrankung ist genetisch heterogen, mit über 400 beschriebenen pathogenen Varianten. Das Verständnis der Genotyp-Phänotyp-Korrelation ermöglicht eine bessere Prognoseabschätzung, auch wenn die Korrelation nicht immer eindeutig ist.

Das ALPL-Gen

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Chromosomale Lokalisation

Chromosom 1p36.1. Das Gen umfasst ca. 50 kb genomische Sequenz, 12 Exons und kodiert ein Protein mit 524 Aminosäuren. Homodimerisches GPI-verankertes Enzym.

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Varianten-Typen

Missense-Mutationen (~65%), Nonsense-Mutationen (~10%), Splice-Site-Varianten (~10%), kleine Insertionen/Deletionen (~15%). Die meisten Missense-Varianten betreffen konservierte katalytische oder strukturelle Domänen.

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Häufige Varianten

Einige Varianten sind in bestimmten Populationen gehäuft: p.Ala160Thr (Nordeuropa), p.Gly334Asp, p.Tyr333His. In manchen Fällen Founder-Effekte nachweisbar. ALPL-Varianten-Datenbank (ALPL-Database) verfügbar.

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Dominant-negative Effekte

TNSALP wirkt als Homodimer. Manche heterozygote Missense-Varianten üben einen dominant-negativen Effekt aus: das mutierte Protein beeinträchtigt das Wildtyp-Protein → erklärt AD-Erbgang bei milden Formen.

Genotyp-Phänotyp-Korrelation

Varianten-KlasseEnzymaktivitätTypische klinische FormErbgangBeispiele
Schwere Loss-of-Function
(Nonsense, große Deletionen)
0–5 % der Norm Perinatal letal / Infantil Autosomal-rezessiv (homozygot) p.Arg71Ter, p.Trp152Ter
Compound-Heterozygot
(2 verschiedene pathogene Allele)
1–15 % der Norm Infantil bis Childhood-Form Autosomal-rezessiv Häufigste Konstellation in Deutschland
Missense mit DN-Effekt 10–50 % der Norm Mild: Childhood / Odonto-HPP / Adult Autosomal-dominant p.Ala160Thr, p.Glu191Lys
Heterozygot (klass. Träger) 50–75 % der Norm Oft asymptomatisch / milde Zahnbefunde / erniedrigte ALP Heterozygoter Anlageträger Variabel; ~1 : 300 in der Bevölkerung
Polymorphismen (VUS) Variabel Unklar; Varianten unklarer Signifikanz häufig Funktionelle Testung erforderlich

Pathophysiologische Substrate

SubstratAkkumulation bei HPPKlinische FolgeDiagnostischer Nutzen
Anorganisches Pyrophosphat (PPi)Extrazellulär ↑↑Hemmung der Hydroxyapatit-Kristallisation → Osteomalazie, Rachitis; ChondrokalzinoseSchwer direkt messbar; indirekter Rückschluss
Pyridoxal-5'-Phosphat (PLP)Im Plasma ↑↑Beeinträchtigung der B6-abhängigen GABA-Synthese → B6-sensitive KrampfanfälleSensitiver Biomarker im Plasma; am besten verfügbar
Phosphoethanolamin (PEA)Im Urin ↑Keine direkte Toxizität; Marker der verminderten TNSALP-AktivitätUrin-PEA/Kreatinin im Spot-Urin
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Molekulargenetische Diagnostik

Die molekulargenetische Diagnostik der HPP bestätigt die klinische und biochemische Verdachtsdiagnose, ist für die Prognose und Therapieentscheidung relevant und ermöglicht eine präzise Familienberatung sowie pränatale Diagnostik. Sie ist bei allen Patienten mit Verdacht auf HPP anzustreben.

Diagnostischer Algorithmus

  1. Klinischer Verdacht + erniedrigte ALP (altersadaptiert) Klinische Diagnose aus Anamnese (Zahnverlust, Frakturen, Anfälle), körperlichem Befund, Labor (ALP ↓, PLP ↑) und Bildgebung. Biochemische Diagnose muss vor Molekulargenetik stehen.
  2. Sequenzierung des ALPL-Gens (Sanger oder NGS Panel) Primäre Methode: Sequenzierung aller kodierenden Exons und Exon-Intron-Grenzen des ALPL-Gens. Detektionsrate ~85–90 % bei klarer klinischer HPP-Diagnose. Sanger-Sequenzierung als Goldstandard oder gezieltes Genpanel (Knochen-Stoffwechsel-Panel).
  3. Deletions-/Duplikationsanalyse (MLPA oder Array-CGH) Bei negativer Sequenzierung mit klinischem Verdacht: MLPA (Multiplex Ligation-Dependent Probe Amplification) oder genomisches Array zur Detektion von Exon-Deletionen/-Duplikationen. Relevanz bei ~5 % der HPP-Fälle.
  4. Familiendiagnostik / Segregationsanalyse Elterndiagnostik bei nachgewiesenen Varianten im Kind. Heterozygoten-Nachweis bei AR-Erkrankung. Bei Eltern ggf. erniedrigte ALP messbar. Geschwister bei AR-HPP: 25 % Risiko betroffen; 50 % Anlageträger.
  5. Funktionelle Charakterisierung von VUS (Varianten unklarer Signifikanz) In vitro Expressionsstudien in HPP-Forschungslabors für VUS. Zellkultur-Aktivitätsmessung der mutierten TNSALP. Strukturelle Modellierung der Proteinstruktur. Bioinformatische Pathogenitätsprädiktion (SIFT, PolyPhen, CADD-Score).
  6. Pränatale Diagnostik (bei Risikofamilien) Bei nachgewiesenen Elternvarianten (AR-HPP): Chorionzottenbiopsie (CVS) in der 11.–14. SSW oder Amniozentese. Sequenzierung fetaler DNA auf bekannte familiäre Varianten. Ultraschallüberwachung (Femurverkrzung, Mineralisationsgrad). Pränatal-Expertenzentrum einbeziehen.
  7. Präimplantationsdiagnostik (PID) Für schwere AR-HPP bei wünschendem Paar: PID an IVF-Embryonen in PID-zugelassenen Zentren (in Deutschland seit PräimpG 2011 eingeschränkt möglich). Genetische Beratung obligat.

Verfügbare diagnostische Methoden

MethodeDetektionszielSensitivitätIndikation
Sanger-Sequenzierung ALPLPunktmutationen, kleine Indels~85 %Gezielte Analyse bei bekanntem Verdacht
NGS Genpanel (Knochen/Stoffwechsel)Punktmutationen, Indels, ggf. CNVs~90 %Differenzialdiagnostisches Vorgehen; mehrere Gene
Whole Exome Sequencing (WES)Gesamtes Exom~92 %Unklare Fälle, komplexe Phänotypen
MLPA ALPLExon-Deletionen/-Duplikationen~70–80 % (bei neg. Seq.)Nach negativer Sequenzierung
Array-CGH / SNP-ArrayChromosomale MikrodeletionenVariabelUnklare Befunde; 1p36-Deletionssyndrom-Abgrenzung
Funktionelle ALP-Aktivitätsmessung (in vitro)Enzymaktivität mutierter VariantenHoch (für VUS)Klassifizierung von VUS; Forschungslabors

Wichtige Ressource: Die internationale ALPL-Mutations-Datenbank (sesep.uvsq.fr/alpl-database) dokumentiert alle bekannten pathogenen und wahrscheinlich pathogenen ALPL-Varianten mit klinischen Daten. Essenzielles Werkzeug für Labordiagnostiker und Kliniker zur Varianten-Klassifizierung.

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Differenzialdiagnostik

Die Differenzialdiagnostik der HPP umfasst sowohl Erkrankungen, die mit erniedrigter ALP einhergehen, als auch Skeletterkrankungen, die ein HPP-ähnliches klinisches Bild zeigen. Der Schlüssel liegt in der systematischen Kombination von Klinik, Labor, Bildgebung und Genetik.

Erkrankungen mit erniedrigter ALP (Pseudo-HPP)

ErkrankungALPUnterschied zu HPPDiagnostik
Anorexia nervosa / Malnutrition↓ (erworben)Akquisiert; normalisiert sich nach Realimentation; keine Zahn-/Knochenbefunde typisch für HPPErnährungsanamnese, BMI, Realimentation → ALP-Normalisierung
Hypothyreose↓ (mild)TSH ↑; schilddrüsenspezifische Symptome; ALP-Normalisierung unter L-ThyroxinTSH, fT4; Schilddrüsen-Sono
ZinkmangelErworbener Mangel; ALP ist Zinkenzym; Normalisierung nach SupplementationZink im Serum; Ernährungsanamnese
Perniciöse Anämie (Vit-B12-Mangel)↓ (mild)Megaloblastäre Anämie; neurologische Symptome; ALP-Normalisierung nach B12-TherapieBlutbild, Vitamin B12, MCV
Kortikosteroid-Therapie↓ (medikamentös)Iatroge Suppression; reversibel; klinischer Kontext eindeutigMedikamentenanamnese
Transfusionsinduzierte HämolyseTransient ↓Transfusionskontext; PLP nicht erhöhtBlutbild; Transfusionsanamnese

Klinische Differenzialdiagnosen (Rachitis-ähnlicher Befund)

ErkrankungALPUnterscheidungsmerkmaleSchlüsseldiagnostik
Vitamin-D-Mangel-Rachitis ↑↑ (erhöht!) ALP erhöht (klassische Rachitis), PTH ↑, 25-OH-Vit-D ↓, Phosphat ↓. Klinisch sehr ähnlicher Röntgenbefund! Häufigste Fehldiagnose bei HPP 25-OH-Vitamin D, PTH, Phosphat, ALP (richtungsweisend: bei HPP ↓, bei Vit-D-Rachitis ↑)
X-linked Hypophosphatämische Rachitis (XLH) Normal bis ↑ Phosphat ↓↓ (Leitsymptom), FGF23 ↑, PHEX-Mutation, X-chromosomale Vererbung; ALP normal oder erhöht Phosphat, FGF23, PHEX-Sequenzierung
Osteogenesis imperfecta (OI) Normal Kollagen-I-Mutation (COL1A1/A2), blaue Skleren, Dentinogenesis imperfecta; ALP normal; Zähne anders betroffen Kollagen-Gendiagnostik; Klinik; Skleren
Idiopathische Hyperkalzämie des Säuglings (IIH) Normal CYP24A1-Mutation; Hyperkalzämie dominant; kein Rachitisbild; ALP normal; keine Knochenpathologie CYP24A1-Gendiagnostik; 25-OH-Vit-D/1,25-OH-Vit-D-Ratio
Kraniosynostosen (isoliert) Normal FGFR1/2/3, TWIST1-Mutationen; keine systemische Skelettbeteiligung; ALP normal FGFR-Paneldiagnostik; Klinisch-radiologischer Befund
Pyridoxin-abhängige Epilepsie (ALDH7A1) Normal B6-sensitive Anfälle wie bei HPP-Infantil! Aber: ALP normal, kein Rachitisbild; ALDH7A1-Mutation; Pipecolicacid ↑ ALP (normal!), Pipecolicacid/α-AASA im Urin, ALDH7A1-Gen
Morbus Paget (juvenil) ↑↑ ALP massiv erhöht; SQSTM1-Mutation; Knochenverformung; seltene juvenile Form ALP, Knochenszintigraphie, SQSTM1

Häufigster diagnostischer Fehler: Die Vitamin-D-Mangel-Rachitis wird bei HPP fälschlicherweise diagnostiziert, weil der Röntgenbefund ähnlich ist. Der entscheidende Unterschied: Bei nutritiver Rachitis ist die ALP erhöht, bei HPP ist sie erniedrigt. Eine Vitamin-D-Supplementation bei HPP verschlechtert die Hyperkalzämie und ist schädlich!

Differenzialdiagnose beim isolierten Milchzahnverlust

🦷

Lokalisierte aggressive Parodontitis

Bakterielle Ursache (Aggregatibacter); betrifft meist Molaren/Frontzähne; familiäre Häufung; mikrobiologischer Befund. ALP normal.

🩸

Zyklische Neutropenie / Chediak-Higashi

Hämatologische Erkrankungen mit Parodontitis-assoziiertem Zahnverlust. Blutbild: Neutrophile ↓. ALP normal.

🧪

Acrodynia (Quecksilbervergiftung)

Selten; toxisch; Anamnese (Quecksilberexposition); ALP normal; andere systemische Zeichen.

💊

Papillon-Lefèvre-Syndrom

CTSC-Mutation; Palmoplantarkeratose + schwere Parodontitis + früher Zahnverlust; ALP normal; Hautbefund charakteristisch.

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Therapiemöglichkeiten

Die Behandlung der HPP hat sich durch die Zulassung von Asfotase alfa (Strensiq®) im Jahr 2015 revolutioniert. Erstmals steht eine kausale Enzymersatztherapie zur Verfügung, die das fehlende TNSALP-Enzym substituiert und die Mineralisation normalisiert. Daneben sind supportive und symptomatische Maßnahmen weiterhin wichtig.

Paradigmenwechsel 2015: Asfotase alfa (Strensiq®) wurde von der EMA und FDA zugelassen als erste kausale Therapie der HPP bei pädiatrischen Patienten und ist seitdem ein Meilenstein in der Behandlung lebensbedrohlicher infantiler und schwerer kindlicher HPP. Die Zulassung erfolgte auf Basis von Open-Label-Studien mit dramatischen Therapieeffekten.

🧬 Enzymersatztherapie (ERT)

Kausal: Rekombinante humane TNSALP substituiert das fehlende Enzym. Knochengerichtetes Fusionsprotein (Deca-Aspartat-Anker). Subkutane Injektion 3–6× pro Woche.

Asfotase alfa (Strensiq®) 2 mg/kg 3× wöch. oder 1 mg/kg tägl.

💊 Pyridoxin (Vitamin B6)

Sofortmaßnahme bei B6-sensitiven neonatalen/infantilen Krampfanfällen. Intravenöse Gabe bei akutem Anfall. Kein klassisches Antiepileptikum wirksam! Orale Weiterführung unter ERT.

Pyridoxin HCl 100 mg i.v. (Akut) Anschließend oral unter ERT

🩺 Hyperkalzämie-Management

Flüssigkeitszufuhr erhöhen, Vitamin-D und Kalzium-Supplementation meiden! Bisphosphonate bei HPP kontraindiziert (hemmen ALP zusätzlich). Kortikosteroide oder Cellulosephosphat nur in schweren Fällen.

Cave: NO Bisphosphonate! Hydratation · ggf. Diuretika

🏥 Respiratorische Unterstützung

Bei infantiler HPP mit thorakaler Insuffizienz: mechanische Beatmung als Überbrückung bis ERT-Wirkung. Nicht-invasive Beatmung (CPAP/BiPAP) wo möglich. Engmaschige pulmonologische Begleitung.

NIV / Invasive Beatmung (Überbrückung)

🦴 Orthopädisch-chirurgische Therapie

Frakturversorgung: bevorzugt intramedullär (keine Platten!). Titanmarknagel oder teleskopierender Nagel empfohlen. Pseudofrakturen: medikamentöse Therapie mit ERT meist ausreichend. Korrekturosteotomien bei schweren Deformitäten.

Intramedulläre Nagelung (Frakturen)

🦷 Zahnmedizinische Betreuung

Regelmäßige zahnärztliche und kieferorthopädische Kontrolle. Prothetische Versorgung bei Milchzahnverlust (Prothesen, Zahnspangen). Engmaschiges Parodontium-Monitoring. Fluoridprophylaxe.

Prothesen · Kieferorthopädie

🏃 Physiotherapie & Rehabilitation

Krafttraining und Gleichgewichtsübungen zur Kompensation der Muskelschwäche. Hydro-/Bewegungstherapie. Hilfsmittelversorgung (Orthesen, Rollstuhl bei Bedarf). Ergotherapie zur Alltagsbewältigung.

Physiotherapie · Orthesen · Hilfsmittel

🧠 Neurochirurgie (Kraniosynostose)

Bei symptomatischer Kraniosynostose (erhöhter Hirndruck, Papillenödem): neurochirurgische Kraniotomie. Timing wichtig – nach Beginn der ERT möglichst warten (ERT kann Synostose teilweise verbessern). Ophthalmologisches Monitoring.

Kraniotomie bei Hirndruck-Symptomatik

Asfotase alfa (Strensiq®) – Detailübersicht

ParameterDetails
WirkstoffAsfotase alfa (rekombinante humane TNSALP-Fc-Deka-Asp-Fusionsprotein)
ZulassungEMA Oktober 2015, FDA Oktober 2015 für pädiatrische Patienten (perinatal-onset bis 18 Jahre). Erwachsene: Off-Label, einzelne Länder mit Erweiterung
HerstellerAlexion Pharmaceuticals (jetzt AstraZeneca Rare Disease)
Dosierung2 mg/kg subkutan 3× wöchentlich ODER 1 mg/kg täglich ODER 3 mg/kg 6× wöchentlich. Gewichtsadaptiert, regelmäßige Anpassung nötig
ApplikationSubkutane Injektion; Selbstinjektion durch Eltern nach Schulung; rotierende Injektionsstellen. Kühlkettenpflichtig (2–8°C)
TherapieeffekteNormalisierung der Knochenradiologie, Verbesserung der Beatmungssituation, Reduktion der Krampfanfälle, Verbesserung der motorischen Entwicklung, Normalisierung der ALP-Substrate
NebenwirkungenLokale Reaktionen an Injektionsstellen (häufig, meist mild), Lipohypertrophie, ektope Kalzifikationen (selten, Augen, Nieren), antidrug antibodies (klinisch selten relevant)
TherapiedauerLebenslange Therapie empfohlen bei schweren Formen. Absetzversuche nicht standardisiert. REMS-Programm in den USA
KostenübernahmeGKV-erstattungsfähig in Deutschland bei pädiatrischer HPP (IQWiG-Bewertung). Einzelfallentscheidungen für Erwachsene. Alexion-Patientenunterstützungsprogramm verfügbar

Kontraindiziert bei HPP: Bisphosphonate (Alendronat, Risedronate etc.) hemmen die Mineralisation und sind bei HPP absolut kontraindiziert – sie verschlimmern die Erkrankung. In der Vergangenheit wurden HPP-Patienten fälschlicherweise mit Bisphosphonaten wegen „Osteoporose" behandelt, was die Diagnose HPP verzögerte.

Neuere und experimentelle Therapieansätze

🔬

Gentherapie

Präklinische Studien mit viralen Vektoren (AAV) für stabile ALPL-Expression. Potenziell lebenslange Einmaltherapie. Noch in der Forschungsphase (keine klinische Zulassung).

💉

Knochenmarkstransplantation

Einzelfallberichte mit Osteoblasten-Transplantation. Sehr experimentell; mit erheblicher Toxizität verbunden. Nur für Extremfälle als ultima ratio diskutiert.

🧪

Small Molecule Chaperone

Pharmakologische Chaperone könnten missgefaltete TNSALP-Proteine stabilisieren. Forschungsansatz für Missense-Mutationen. In vitro vielversprechend, klinisch noch nicht zugelassen.

📋

Off-Label: Teriparatid

Einzelberichte zu Teriparatid (PTH-Analogon) bei Stressfrakturen bei adulter HPP. Kein standardisierter Einsatz; anabole Wirkung auf Knochen möglicherweise hilfreich.

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Monitoring & Nachsorge

Das Monitoring von HPP-Patienten unter Enzymersatztherapie und bei symptomfreien oder milden Formen erfordert ein multidisziplinäres Vorgehen. Regelmäßige Kontrollen ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Therapienebenwirkungen, Komplikationen und die Dosisanpassung der ERT.

Alle 3 Monate (ERT)

Alkalische Phosphatase & Substrate

ALP, PLP im Plasma, Kalzium, Phosphat. Ziel: ALP-Normalisierung für Alter/Geschlecht. PLP-Abnahme als Therapieansprech-Marker.

Alle 3 Monate

Wachstum & Entwicklung

Körperlänge, Gewicht, Kopfumfang (Säuglinge). Motorische Meilensteine. Motorische Entwicklung unter ERT evaluieren.

Halbjährlich

Radiologie Skelett

Röntgen-Kontroverse: Knie, Hand. Beurteilung der Rachitis-Heilung. Metaphysäre Veränderungen, Frakturheilung, Kallusbildung beurteilen.

Jährlich

Knochendichte (DXA)

Lumbalwirbelsäule und Ganzkörper (ggf. Femur). Z-Score für Alter. Verbesserung unter ERT dokumentieren.

Halbjährlich

Zahnarzt

Parodontium-Status, Zementdefizit, neue Zahnverluste, Prothetik-Anpassung. OPG jährlich. Kieferorthopädie-Monitoring.

Bei Bedarf

Neurologie & Ophthalmologie

EEG bei Anfallsneigung. Augenhintergrund bei Kraniosynostose. Schädel-MRT bei Hirndruckverdacht. Hörtest jährlich.

Halbjährlich

Nieren-Ultraschall

Nephrokalzinose-Monitoring. Urin-Kalzium/Kreatinin-Quotient. Kreatinin, Harnstoff im Blut. Blutdruckmessung.

Jährlich

Lungenfunktion (ab Schulalter)

Spirometrie bei Kindern mit thorakaler HPP-Beteiligung. 6-Minuten-Gehtest. Belastungstest bei Muskelschwäche.

Laufend

Injektionsstellenkontrolle (ERT)

Inspektion auf Lipohypertrophie, Kalzinose, entzündliche Reaktionen. Rotationsschema dokumentieren. Patientenschulung regelmäßig auffrischen.

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Expertenzentren & Spezialisten

Die HPP ist eine seltene Erkrankung (Orphan Disease), deren optimale Betreuung spezialisierter Zentren und eines multidisziplinären Teams bedarf. Pädiatrische Endokrinologen mit Erfahrung in seltenen Knochenerkrankungen sind für Diagnose, Therapieindikation und ERT-Management essenziell.

🇩🇪 Deutschland – Pädiatrische Endokrinologie / Seltene Knochenerkrankungen
Prof. Dr. med. Eckhard Schönau
Pädiatrische Endokrinologie & Osteologie
Universitätsklinikum Köln
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
KÖLN · NRW
Seltene Knochenerkrankungen, Hypophosphatasie, Rachitis-Differenzialdiagnostik, Knochendensitometrie, pädiatrische Osteologie
HPPOsteologieRachitis
Prof. Dr. med. Karl Otfried Schwab
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Universitätsklinikum Freiburg
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
FREIBURG · Baden-Württemberg
Pädiatrische Endokrinologie, seltene Stoffwechselerkrankungen, Hypophosphatasie, Wachstumsstörungen, Knochenstoffwechsel
HPPEndokrinologie
Prof. Dr. med. Heiko Krude
Pädiatrische Endokrinologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
SPZ Endokrinologie/Diabetologie
BERLIN
Seltene Endokrinopathien, angeborene Stoffwechselkrankheiten, HPP, Schilddrüse, Hypophysenerkrankungen, Knochenstoffwechsel
HPPSeltene Erkrankungen
Prof. Dr. med. Roland Pfäffle
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Universitätsklinikum Leipzig
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
LEIPZIG · Sachsen
Hypophosphatasie, Wachstumshormonerkrankungen, Hypophysen-Pathologie, Knochenstoffwechsel, seltene Erkrankungen
HPPWachstum
Prof. Dr. med. Berthold Koletzko
Pädiatrische Ernährung & Stoffwechsel
LMU Klinikum München
Dr. von Haunersches Kinderspital
MÜNCHEN · Bayern
Seltene Stoffwechselerkrankungen, Enzymersatztherapien, Knochen-Mineralisation, Hyperkalzämie, Vitamin-D-Erkrankungen
StoffwechselERT
Prof. Dr. med. Jürgen Wölfle
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Bonn
Abteilung für Pädiatrische Endokrinologie
BONN · NRW
Hypophosphatasie, Rachitis-Formen, Knochendichtemessung, Enzymersatztherapie, Hyperkalzämie im Kindesalter
HPPRachitisERT
Dr. med. Dirk Schnabel
Pädiatrische Endokrinologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie
BERLIN
Hypophosphatasie (klinische Expertise + Forschung), seltene Knochenerkrankungen, Knochenstoffwechsel, XLH, D-Rachitis
HPPForschungXLH
Prof. Dr. med. Angela Hübner
Pädiatrische Endokrinologie & Genetik
Universitätsklinikum Dresden
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
DRESDEN · Sachsen
Seltene Stoffwechselerkrankungen, Adrenogenitales Syndrom, angeborene Endokrinopathien, molekulargenetische Diagnostik
Seltene ErkrankungenGenetik
Prof. Dr. med. Helmuth-Günter Dörr
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Erlangen
Kinder- und Jugendklinik
ERLANGEN · Bayern
Knochenstoffwechsel, HPP, Rachitis-Differenzialdiagnostik, Wachstumshormontherapie, Pubertas praecox
HPPOsteologie
Prof. Dr. med. Werner Bloch
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Universitätsklinikum Düsseldorf
Klinik für Allgemeine Pädiatrie
DÜSSELDORF · NRW
Pädiatrische Endokrinologie, seltene Erkrankungen, Hypophosphatasie, Knochenstoffwechsel, Wachstumsstörungen
HPPEndokrinologie
Prof. Dr. med. Andreas Neu
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Universitätsklinikum Tübingen
Abteilung Kinderheilkunde
TÜBINGEN · Baden-Württemberg
Pädiatrische Endokrinologie, Knochenstoffwechselerkrankungen, seltene Erkrankungen, Enzymersatztherapie
EndokrinologieKnochen
Dr. med. Christine Hofmann
Pädiatrische Endokrinologie & Knochenstoffwechsel
Universitätsklinikum Würzburg
Kinderklinik und Poliklinik
WÜRZBURG · Bayern
HPP-Spezialistin, XLH, FGF23-assoziierte Rachitis, Knochenstoffwechsel Kinder, Enzymersatztherapie, seltene Knochenkrankheiten
HPPXLHSpezialist
🇦🇹 Österreich – Pädiatrische Endokrinologie / Seltene Knochenerkrankungen
Prof. Dr. med. Gabriele Haeusler
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Wien
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
WIEN
Wachstumsstörungen, seltene Endokrinopathien, HPP, Knochenerkrankungen, Turner-Syndrom, Pubertätsstörungen, Referenzzentrum Österreich
HPPReferenzzentrumÖsterreich
Prof. Dr. med. Peter Fritsch
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Graz
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
GRAZ · Steiermark
Pädiatrische Endokrinologie, seltene Knochenerkrankungen, Rachitis-Differenzialdiagnostik, HPP, Hyperkalzämie, seltene Erkrankungen
HPPKnochen
Prof. Dr. med. Sabine Scholl-Bürgi
Pädiatrische Stoffwechselerkrankungen
Medizinische Universität Innsbruck
Universitätsklinik für Pädiatrie I
INNSBRUCK · Tirol
Angeborene Stoffwechselerkrankungen, Enzymersatztherapien bei seltenen Erkrankungen, metabolische Knochenerkrankungen, HPP
StoffwechselERTHPP
Dr. med. Daniel Weghuber
Pädiatrische Endokrinologie & Adipositas
Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg
Universitätsklinikum Salzburg
SALZBURG
Pädiatrische Endokrinologie, Knochenstoffwechsel, Knochenerkrankungen Kinder, seltene Erkrankungen, Adipositas, metabolisches Syndrom
EndokrinologieKnochen
🇨🇭 Schweiz – Pädiatrische Endokrinologie / Seltene Knochenerkrankungen
Prof. Dr. med. Primus Mullis
Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
Universitätskinderklinik Bern (Inselspital)
Abteilung für Endokrinologie
BERN
Seltene Wachstums- und Knochenerkrankungen, HPP, GH-Achse, molekulare Endokrinologie, seltene Erkrankungen Referenzzentrum Deutschschweiz
HPPReferenzzentrumDeutschschweiz
Prof. Dr. med. Monika Flück Pandey
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätskinderklinik Bern (Inselspital)
Pädiatrische Endokrinologie, Diabetologie und Metabolismus
BERN
Seltene Endokrinopathien, angeborene Hormonstoffwechselstörungen, molekulare Genetik endokriner Erkrankungen, Knochenerkrankungen
EndokrinologieGenetik
Prof. Dr. med. Gilles Sayer
Pädiatrische Endokrinologie
Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie
ZÜRICH
Seltene Knochenerkrankungen, HPP, Hyperkalzämie, Knochendensitometrie, Rachitis-Differenzialdiagnostik, XLH
HPPKnochenZürich
Prof. Dr. med. Michael Brändle
Endokrinologie & Diabetologie (konsiliararisch)
Kantonsspital St. Gallen
Abteilung Endokrinologie
ST. GALLEN
Knochenstoffwechsel, seltene Mineralerkrankungen, Hyperkalzämie, HPP Erwachsene (Konsil), adulte Verlaufsbeobachtung
Adulte HPPOstschweiz
Dr. med. Valerie Schwitzgebel
Pädiatrische Endokrinologie
Hôpital des Enfants – HUG Genf
Service d'endocrinologie pédiatrique
GENF · Westschweiz
Pädiatrische Endokrinologie, Knochenstoffwechsel, seltene Erkrankungen, HPP, Referenzzentrum Westschweiz, Mehrsprachigkeit
HPPWestschweiz

Fachgesellschaften, Register & Selbsthilfe

🏅

DGKED (Deutschland)

Deutsche Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie. Expertennetzwerk für seltene Knochenerkrankungen. www.dgked.de

🌍

ESPE (Europäisch)

European Society for Paediatric Endocrinology. HPP-Guidelines und Konsensdokumente. Europäisches Netzwerk für seltene Erkrankungen. www.eurospe.org

💙

Soft Bones (Selbsthilfe International)

Internationale HPP-Patientenorganisation. Patientenregister, Beratung, Vernetzung, Informationsmaterial. www.softbones.org

🇪🇺

ENDO-ERN (EU)

Europäisches Referenznetzwerk für seltene endokrine Erkrankungen. HPP als seltene Erkrankung erfasst. Zentrumsliste online. www.endo-ern.eu

🧬

ALPL-Mutations-Datenbank

Umfassende Datenbank aller bekannten ALPL-Varianten mit klinischen Angaben. Essenziell für molekulargenetische Diagnostik. sesep.uvsq.fr/alpl-database

📊

ENI-Register (Enzymersatztherapie)

Europäisches Register für HPP-Patienten unter Asfotase-alfa-Therapie. Langzeitdaten zur ERT-Sicherheit und Effektivität. Teilnahme empfohlen.

🦴

DVO (Deutschland)

Dachverband Osteologie. Leitlinien zur Osteoporose und metabolischen Knochenerkrankungen (inkl. HPP-Differenzialdiagnosen). www.dv-osteologie.org

🇩🇪🇦🇹🇨🇭

ACHSE e.V. (Selbsthilfe seltene)

Allianz chronischer seltener Erkrankungen Deutschland. Dachverband für Selbsthilfeorganisationen seltener Erkrankungen inkl. HPP. www.achse-online.de