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Grundlagen & Hypophysenanatomie

Die Hypophyse (Glandula pituitaria) ist die zentrale endokrine Regulationsdrüse und liegt in der Sella turcica des Os sphenoidale. Sie besteht aus zwei embryologisch unterschiedlichen Anteilen: dem Hypophysenvorderlappen (HVL / Adenohypophyse), der aus dem Ektoderm der Rathke-Tasche entsteht, und dem Hypophysenhinterlappen (HHL / Neurohypophyse), der ein Auswuchs des Hypothalamus ist. Ihre Funktion wird durch das hypothalamische Releasing-/Inhibiting-Hormon-System gesteuert.

Hypophysenvorderlappen – Hormone & Funktionen

HVL-Hormone GH TSH ACTH LH/FSH PRL

Durch GHRH, TRH, CRH, GnRH, TRH stimuliert. Regulation: negativer Feedback der Zielhormon-Achsen.

HHL-Hormone ADH (Vasopressin) Oxytocin

Synthese im Hypothalamus (Nuclei supraopticus + paraventricularis). Speicherung + Ausschüttung aus HHL.

Hypothalamus GHRH / Somatostatin TRH CRH GnRH Dopamin (PRL↓)

Übergeordnetes Steuerungszentrum. Verbindung zu HVL via Portalgefäße. Zu HHL via Axone.

~1 : 4.000
Kombinierter Hypophysenvorderlappenmangel (CPHD) – geschätzte Häufigkeit
~60 %
Kraniopharyngeome sind bei Kindern adamantinomatöser Typ (CTNNB1-Mutation)
~50 %
Kraniopharyngeom-Patienten mit Hypopituitarismus bei Erstdiagnose
100 %
ACTH zuerst substituieren vor T4 – absolutes Therapieprinzip bei Hypopituitarismus
02

Erkrankungsgruppen

Isolierter GH-Mangel (GHD)

Klassifikation GHD: Typ IA (AR; GH1-Deletion → Anti-GH-AK bei Therapiebeginn), Typ IB (AR; GH1/GHRHR-Mutationen), Typ II (AD; GH1-Spleißmutationen), Typ III (X-linked). Idiopathisch (>70 %): strukturell MRT-normal. Organisch: nach Tumor, Bestrahlung, Trauma, Fehlbildung. Neurosekretorische Dysfunktion: normaler GH-Test, aber pathologisches 24-h-GH-Profil.

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Idiopathischer GHD

Häufigste Form (>70 %). Strukturell kein Befund im MRT oder kleine Hypophyse/ektoper Neurohypophyse-Spot. Oft familiär (polygenetisch). GH-Stimulationstest: Peak < 7–10 ng/ml.

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Organischer GHD

Nach Tumor (Kraniopharyngeom, Gliom), ZNS-Bestrahlung (Dosis >18–24 Gy → GHD), Schädel-Hirn-Trauma, Histiozytose X. Kann Monate bis Jahre nach Ereignis manifest werden.

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Genetischer GHD

GH1, GHRHR, PROP1, POU1F1, HESX1, LHX3/4, SOX3. Meist im Rahmen von CPHD. Oft MRT-auffällig (ektoper Neurohypophyse-Spot, kleine Hypophyse, Sella-Hypoplasie).

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Neurosekretorische Dysfunktion

Normaler GH-Stimulationstest, aber pathologisch niedrige spontane 24-h-GH-Sekretion. IGF-1 erniedrigt. Klinisch Kleinwuchs + Symptome. Diagnose durch nächtliches Profil (Forschungskontext).

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Post-Radiatio GHD

Nach ZNS-Bestrahlung (>18–24 Gy Hypophyse). Dosisabhängig. Latenz Monate bis 10+ Jahre. Jährliches GH-Screening nach Radiatio obligat. Sensitivste Achse: GH. Dann LH/FSH, TSH, ACTH (sequenziell).

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Psychosozialer GHD

Funktionelle, reversible GH-Suppression durch Vernachlässigung/Stress. GH normalisiert sich nach Umgebungsverbesserung. Diagnose schwierig (Ausschlussdiagnose). Normaler Wachstum bei Hospi talisierung.

Kombinierter Hypophysenvorderlappeninsuffizienz (CPHD)

CPHD bezeichnet das gleichzeitige Fehlen oder den Mangel mehrerer HVL-Hormone (GH + mindestens ein weiteres). Die häufigste Konstellation ist GH + TSH (+ ggf. LH/FSH + ACTH + PRL). CPHD entsteht durch Mutationen in Transkriptionsfaktoren der Hypophysenentwicklung oder durch destruierende Prozesse (Kraniopharyngeom, Radiatio).

Kritisches Therapieprinzip bei CPHD: Bei gleichzeitigem GH-Mangel und ACTH-Mangel: IMMER zuerst Hydrocortison substituieren, dann erst Schilddrüsenhormon und zuletzt GH einleiten. Beginn von L-T4 ohne vorherige HC-Substitution kann akute Addison-Krise auslösen, da T4 den Cortisolbedarf steigert!

CPHD-Subtyp nach GenenFehlende HormoneMRT-BefundVerlauf
PROP1-Mutation (häufigste genetische CPHD)GH + TSH + PRL (+ LH/FSH + ACTH – progressiv!)Transienter Hypophysentumor möglich; Hypophyse initial vergrößert, dann atrophischProgredient über Jahrzehnte! ACTH-Mangel meist >10 Jahre nach Diagnose
POU1F1 (PIT1)-MutationGH + TSH + PRL (gonadotrope + adrenale Achse erhalten)Kleine Hypophyse; normaler/hypoplastischer StielStabil; kein progressiver Verlauf (anders als PROP1)
HESX1-MutationVariable: GH ± andere HVL-Hormone ± DISepto-optische Dysplasie (SOD): Corpus callosum-Agenesie, Septum pellucidum fehlt, OptikusatrophieVariable; neurologische + visuelle Beeinträchtigungen
LHX3-MutationGH + TSH + LH/FSH + PRL (ACTH variabel)Vergrößerte oder kleine HypophyseAssoziiert: kurzer Hals, eingeschränkte Rotation HWS, Taubheit
LHX4-MutationGH + TSH + ACTH (variabel)Hypoplastische Hypophyse; ektoper Neurohypophyse-SpotAD; variable Penetranz
SOX3-MutationGH (± weitere)Hypophysenstiel-Verdickung oder -Unterbrechung; ektoper NHP-SpotX-linked; auch intellektuelle Beeinträchtigung
Organisch (Kraniopharyngeom, Radiatio)GH zuerst, dann alle Achsen sequenziellSellaturcica-Raumforderung oder post-OP-BefundAbhängig von Ausdehnung und Behandlung

Diabetes insipidus centralis (DI)

ZENTRALE URSACHEN DES DI

  • Kraniopharyngeom (häufigste organische Ursache!)
  • Germinome (Keimzelltumoren): oft DI als Erstmanifestation!
  • Histiozytose X (Langerhans-Zell-Histiozytose)
  • Hypophysitis (autoimmun, lymphozytär)
  • Traumatisch (Hypophysenstiel-Abriss)
  • Post-chirurgisch (Hypophysen-OP)
  • Radiatio (Hypothalamus/Hypophyse)
  • Idiopathisch (>30 %); cave: häufig initial → Tumor erscheint später!

DIAGNOSTISCHE DIFFERENZIERUNG (DI vs. Polydipsie)

  • Polyurie (>150 ml/kg/d Säugling, >2 l/m²/d Kind)
  • Urinosmolalität erniedrigt (<300 mosmol/kg)
  • Serumosmolalität erhöht (>300 mosmol/kg)
  • Durstversuch (Wasserentzugstest): Urinosmolalität bleibt niedrig trotz Dehydration
  • Desmopressin-Test: bei zentralem DI: Urinosmolalität steigt um >50 %
  • Copeptin (ADH-Surrogat): direkter ADH-Nachweis; neue Methode

Prolaktinom & weitere Hypophysenadenome

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Prolaktinom (Mikroadenom/Makroadenom)

Häufigstes Hypophysenadenom im KJ-Alter. Mädchen: Amenorrhoe, Galaktorrhoe. Jungen: Pubertas tarda, Gynokomastie. Diagnostik: Prolaktin ↑, MRT. Therapie: Dopaminagonisten (Cabergolin) erste Wahl.

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Kortikotropinom (ACTH-Adenom / Morbus Cushing)

Sehr selten im Kindesalter. Cushing-Symptomatik: Stammfettsucht, Wachstumsstillstand, Hypertonie, Striae. UFC ↑, ACTH ↑. Diagnostik: Dexamethason-Test, MRT, ggf. Felsenbein-Katheter. Therapie: transsphenoidale OP.

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Somatotropinom (GH-Adenom)

Extrem selten im Kindesalter. Gigantismus (offene Epiphysen) oder Akromegalie (geschlossene Epiphysen). IGF-1 massiv erhöht. GH nicht supprimierbar im OGTT. MRT. OP (+ ggf. Radiatio + Somatostatinanaloga).

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MEN1-assoziierte Adenome

Multiple Endokrine Neoplasie Typ 1 (MEN1-Gen): Hypophysenadenom + Nebenschilddrüsen + Pankreas-NETs. Bei Jugendlichen mit Prolaktinom / GH-Adenom: MEN1 ausschließen! Familiäre Anamnese wichtig.

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Kraniopharyngeom

Das Kraniopharyngeom (KPG) ist ein seltener, embryonal bedingter Hirntumor der Sellaregion, der aus Resten der Rathke-Tasche entsteht. Obwohl histologisch benigne (WHO Grad I), führt er durch seinen Wachstumsort (Hypothalamus, Hypophysenstiel, Sehnerven) zu schwerwiegenden Langzeitfolgen und stellt eine der therapeutisch herausforderndsten pädiatrischen Tumorerkrankungen dar.

0,5–2
Neuerkrankungen pro Million Kinder/Jahr (2. häufigste intrakranielle Raumforderung bei Kindern)
5–14 J.
Häufigster Erkrankungsgipfel im Kindesalter (zweiter Gipfel: 50–74 Jahre)
~70–90 %
Patienten haben bei Diagnose bereits hypothalamisch-hypophysäre Funktionsstörungen
WHO I
Histologisch benigne – aber hohe Rezidivrate und schwere Langzeitmorbidität!

Typen des Kraniopharyngeoms

ADAMANTINOMATÖSER TYP (ACP)

Adamantinomatöses Kraniopharyngeom (ACP)

Häufigkeit: ~95 % im Kindesalter · ~60 % gesamt

Genetik: CTNNB1-Mutationen (β-Catenin, aktivierend, Exon 3). Nukleäre β-Catenin-Akkumulation → Wnt/β-Catenin-Überaktivierung. Somatische, nicht keimbahnvererbte Mutation.

Morphologie: Zystisch-solider Tumor mit Verkalkungen (Röntgen!), cholesterin-reichem Zysteninhalt (Maschinenöl-ähnlich), Epithelwucherungen (Palisaden-Epithel).

Verhalten: Invasiv, aggressives lokales Wachstum in Hypothalamus. Hohe Rezidivrate nach OP (~50 %). Typisch für Kinder.

PAPILLÄRER TYP (PCP)

Papilläres Kraniopharyngeom (PCP)

Häufigkeit: ~5 % im Kindesalter · ~40 % gesamt (Erwachsene!)

Genetik: BRAF V600E-Mutation (fast 100 %!). Aktivierung des RAS/MAPK-Signalweges. Kein β-Catenin. Somatische Mutation.

Morphologie: Überwiegend solid, selten zystisch. Keine Verkalkungen. Pseudopapilläres squamöses Epithel. Klar abgegrenzt vom Umgebungsgewebe.

Verhalten: Weniger invasiv als ACP. Bessere chirurgische Resektabilität. Selten bei Kindern.

Hypothalamische Adipositas – Schlüsselkomplikation

Hypothalamische Adipositas (HA): Die schwerste Langzeitkomplikation des Kraniopharyngeoms. Entsteht durch Schädigung hypothalamischer Sättigungszentren (Nucleus ventromedialis, Nucleus arcuatus) → zentrale Insulinresistenz + Leptinresistenz + reduzierter Grundumsatz + Hyperinsulinismus. Rasante Gewichtszunahme, oft 20–40 kg in Monaten nach OP. Therapie äußerst schwierig. Oktreotid, Metformin, Semaglutid in Studien. Bariatrie als letzte Option.

🧠

Hypothalamischer Schaden

Direkte Infiltration oder chirurgische Schädigung des Hypothalamus. Sättigungsregulation defekt. Autonomes Nervensystem gestört. Keine Verhaltensänderung allein ausreichend. Hypothalamusschadens-Graduierung (HH-Score) prognostisch.

💉

Hyperinsulinismus bei HA

Vagotone Überaktivität → Hyperinsulinismus → Adipogenese ↑. Oktreotid (Insulinsuppression) in Studien: signifikante Gewichtsreduktion bei einigen Patienten. GLP-1-RA in klinischen Studien vielversprechend.

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Epidemiologie HA nach KPG

~50–60 % der KPG-Patienten entwickeln HA. BMI-SDS median +3–5 nach OP. Metabolisches Syndrom: Insulinresistenz, Hypertonie, Dyslipidämie. Massive Beeinträchtigung der Lebensqualität.

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HH-Score (Hypothalamus-Schaden)

MRT-basierter Score: Grad 0 (kein Hypothalamus-Kontakt), Grad I (Tumorverschiebung), Grad II (Infiltration). Grad II → hohes Risiko HA >80 %. Entscheidend für Therapiestrategie (primäre Radiatio vs. OP).

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Klinische Symptome

Hypophysenvorderlappeninsuffizienz – Symptome

GH-MANGEL (GHD)

  • Kleinwuchs (Hauptsymptom); Wachstumsstillstand
  • Kindlich-rundes Gesicht (Puppengesicht)
  • Erhöhter Körperfettanteil (truncal)
  • Reduzierte Muskelmasse
  • Mikropenis (Neugeborenes)
  • Neonatale Hypoglykämien (GHD + ACTH-Mangel)
  • Verzögerter Zahndurchbruch
  • Knochenalter retardiert

ACTH-MANGEL (SEKUNDÄRE NNR-INSUFFIZIENZ)

  • Müdigkeit, Schwäche, Antriebslosigkeit
  • Hypoglykämien (besonders bei Neugeborenen/Säuglingen)
  • Hypotonie, Hypotension
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Hyponatriämie (SIADH-ähnlich)
  • Bradykardie
  • KEINE Hyperpigmentierung (Aldosteron erhalten)
  • Addisonkrise bei Stress/Fieber möglich!

TSH-MANGEL (ZENTRALE HYPOTHYREOSE)

  • Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit
  • Wachstumsverzögerung
  • Obstipation
  • Trockene Haut
  • Verlangsamte Reflexe
  • Cave: TSH oft nicht erhöht (zentral)!
  • fT4 erniedrigt bei normalem TSH
  • Diagnoseprinzip: fT4 messen, nicht nur TSH!

GONADOTROPIN-MANGEL (LH/FSH)

  • Fehlende/verzögerte Pubertätsentwicklung
  • Primäre Amenorrhoe (Mädchen)
  • Kryptorchismus, Mikropenis (Jungen, neonatal)
  • Infertilität
  • Osteoporose (Östrogendefizit)
  • Mini-Pubertät fehlt → Diagnosehinweis beim Säugling

PRL-MANGEL / -ÜBERSCHUSS

  • PRL-Mangel: Stillversagen nach Entbindung (Frauen)
  • PRL-Überschuss (Prolaktinom / Hypophysenstielverletzung): Galaktorrhoe, Amenorrhoe, Pubertas tarda
  • Hypophysenstielabriss → Stalk Effect: PRL ↑ (Dopamin-Transport unterbrochen)
  • Prolaktin als erster Indikator für Hypophysenstiel-Beteiligung

PANHYPOPITUITARISMUS – NEONATAL

  • Prolongierte Neugeborenengelbsucht
  • Rezidivierende Hypoglykämien
  • Mikropenis + Kryptorchismus (Jungen)
  • Trinkschwäche, Gedeihstörung
  • Polyurie/Polydipsie (DI möglich)
  • Sofortige Diagnostik + Substitution lebensrettend!
  • Diagnose: Neonat. Screening + Hormonstatus + MRT

Diabetes insipidus centralis – Symptome

🚰

Polyurie / Polydipsie

Leitsymptom. Urinmenge >4 ml/kg/h. Bevorzugt kaltes Wasser. Nykturie, Enuresis. Ausgeprägte Flüssigkeitsaufnahme (>3–4 l/d). Rasche Dehydration bei Trinkverweigerung.

Hypernatriämie bei Dehydration

Rascher Anstieg bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr (Erbrechen, Operationen, Anästhesie). Koma, Krampfanfälle, Hirninfarkt möglich. Schnelle Korrektur gefährlich (Hirnödem bei zu schneller Senkung).

🧊

DDAVP-Abhängigkeit

Unter Therapie: osmotischer Durst fehlt → Überdosierungsrisiko → Hyponatriämie. Therapiedurchbrüche (Krankheit, Fieber) → Hypernatriämie. Enger Spielraum; regelmäßige Serumnatrium-Kontrollen.

🧪

Germinome – DI als Erstzeichen!

~30–50 % der Germinome präsentieren sich mit zentralem DI als einzigem Symptom, bevor Tumor im MRT sichtbar! Bei idiopathischem DI: MRT alle 6 Monate für 2 Jahre + Tumormarker (AFP, β-HCG) im Liquor!

Kraniopharyngeom – Klinische Manifestationen

ERHÖHTER HIRNDRUCK (Erstsymptom ~90 %)

  • Kopfschmerzen (morgens, nüchtern; oft erster Hinweis)
  • Übelkeit / Erbrechen (insbesondere morgens)
  • Sehstörungen (Visus ↓, Gesichtsfelddefekte)
  • Papillenödem (Ophthalmoskopie!)
  • Hydrozephalus (Liquorzirkulationsstörung)
  • Kognitive Verlangsamung, Konzentrationsstörungen
  • Wesensveränderungen, Persönlichkeitsveränderungen

VISUELLER SYSTEM (häufig!)

  • Gesichtsfelddefekte (bitemporale Hemianopsie = klassisch!)
  • Visusminderung (bis Blindheit)
  • Optikusatrophie (chronische Kompression)
  • Chiasma opticum-Kompression
  • Augenmuskelparesen (selten, bei Kavernöser Sinus-Beteiligung)
  • Nystagmus

ENDOKRINE SYMPTOME (oft verzögert erkannt!)

  • Wachstumsverzögerung/Kleinwuchs (GHD)
  • Diabetes insipidus (%>50 %)
  • Verzögerte / fehlende Pubertät
  • Hypothyreose-Symptome
  • Zeichen des ACTH-Mangels (Schwäche, Hypoglykämie)
  • Hypothalamische Adipositas (prä- und postoperativ)
  • Thermowregulationsstörungen

HYPOTHALAMISCHE SYMPTOME

  • Adipositas (hypothalamisch, rasch progredient)
  • Schlafstörungen (Tag-Nacht-Umkehr)
  • Thermoregulationsstörung (Poikilothermie)
  • Gedächtnisstörungen (Mammillarkörper-Beteiligung)
  • Emotionale Dysregulation
  • Hypomobilität (Motivationsverlust, Apathie)
  • Hyperphagie ohne Sättigungsgefühl
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Diagnostik

  1. Klinische Untersuchung & Wachstumskurvenanalyse Körpergröße, Gewicht, BMI. Wachstumskurvenknick (GHD: Abfall SDS). Sehtest (Visus, Gesichtsfeld – Perimetrie!). Tanner-Stadien. Ophthalmoskopie (Papillenödem bei Hirndruck). Hydratationsstatus. Neurologische Untersuchung.
  2. Hormonelles Basisprofil (Hypophysen-Achsen-Screening) IGF-1 (GH-Achse), IGFBP-3. TSH + fT4 (zentrale Hypothyreose: TSH normal, fT4 ↓!). Cortisol morgens (8:00 Uhr) + ACTH. LH, FSH, Östradiol/Testosteron (je nach Alter). Prolaktin. ADH/Copeptin + Osmolalität Serum/Urin (DI).
  3. GH-Stimulationstests (bei GHD-Verdacht) Zwei Tests mit verschiedenen Stimuli (ITT; Arginin ± GHRH; Glucagon; Clonidin). Grenzwert: GH-Peak <7–10 ng/ml (assay-abhängig!). ITT = Goldstandard (Kontraindikationen beachten). Bei organischem GHD: nach Tumorbehandlung warten (6 Monate) und GH-Test wiederholen. Sexualhormon-Priming in Peripubertät obligat.
  4. MRT Hypothalamus / Hypophyse (obligat!) T1-sagittal + koronar ± Gadolinium. T2-Sequenzen. Stellarium (HVL-Größe, HHL-heller Spot, Stiel). Kraniopharyngeom: zystisch-solid mit Verkalkungen (CT sensitiver für Verkalkungen!). Germinome: solide, Kontrastmittel-Aufnahme. Ektoper HHL-Spot = Hinweis auf genetischen CPHD. Immer vor Stimulationstests!
  5. Wasserentzugstest / Durstversuch (DI-Diagnostik) Stationär, engmaschige Überwachung (RR, Puls, Gewicht, Natrium, Osmolalität). Ende: Serumosmolalität >295 mosmol/kg oder Gewichtsverlust >5 %. Dann Desmopressin-Gabe: Urinosmolalität-Anstieg >50 % = zentraler DI. Alternativ: Copeptin-Stimulationstest (hypertoner NaCl 3 % i.v.) – genauer, weniger Dehydrationsstress.
  6. Ophthalmologische Diagnostik Visus (Snellen-Tafel). Perimetrie (Goldman oder Humphrey-Perimetrie): Gesichtsfeld. Fundus (Papillenödem, Optikusatrophie). OCT (Retinale Nervenfaserschicht-Dicke bei Optikusatrophie). Schielstatus. Obligat bei jeder sellären Raumforderung.
  7. CT Schädel (für Verkalkungen) CT ohne Kontrastmittel sensitiver als MRT für Tumorverkalkungen (ACP: Verkalkungen in ~90 %). Wichtig für Planung der Radiosurgery und für Differenzierung von anderen Kalzifizierungen (Rathke-Zyste, Meningeom).
  8. Liquordiagnostik (bei Germinomverdacht) AFP und β-HCG in Serum und Liquor (Lumbalpunktion). Bei idiopathischem DI: Tumormarker alle 6 Monate für 2 Jahre (Germinome entwickeln sich langsam, initiales MRT kann negativ sein!). Hypophysitis-Antikörper.

Labordiagnostik – Vollständiges Hormonpanel

ParameterMethodeZeitpunktInterpretation bei CPHDTherapierelevanz
IGF-1 (SDS für Alter/Geschlecht)ImmunoassayNüchtern, morgens↓ bei GHD. Normal bei partieller GHD oder frühem organischem GHD.Screening + GH-Therapiemonitoring. Unter GH: Ziel 0 bis +2 SDS.
TSH + fT4 (zentrale Hypo!)ECLIAMorgensZentrale Hypo: TSH normal/niedrig + fT4 ↓! TSH allein reicht NICHT.fT4 als Therapieziel (oberes Drittel Normbereich). TSH nicht verwertbar!
Cortisol 8:00 Uhr + ACTHECLIA / IRMA08:00 Uhr MorgensCortisol <80–100 nmol/l = Insufiizienz wahrscheinlich. ACTH erniedrigt = zentral.Hydrocortison-Substitution ZUERST vor L-T4 und GH beginnen!
Insulin-Toleranztest (ITT)Glukose + Cortisol + GH-KinetikStationär, nüchternGH-Peak <7–10 ng/ml = GHD. Cortisol-Peak <500 nmol/l = ACTH-Mangel.Goldstandard für GHD + ACTH-Mangel. KI: Epilepsie, Herzerkrankung, Kinder <8 J.
LH, FSH, Östradiol / TestosteronImmunoassayJe nach PubertätsstatusErniedrigt bei Gonadotropinmangel. LH/FSH zusätzlich erniedrigt oder niedrig-normal.Pubertätsinduktion (Östrogen/Testosteron) bei Gonadotropinmangel
ProlaktinECLIANüchtern (Stressvermeiden!)↑ bei Hypophysenstielabriss/Kompression (Stalk effect) oder Prolaktinom; ↓ bei PRL-MangelProlaktinom: Dopaminagonist. DI + PRL-↑ → Stalk-Verletzung → DI!
Serumnatrium + OsmolalitätISE / OsmometrieMorgens nüchternHypernatriämie = DI. Hyponatriämie = SIADH oder sekundäre NNR-InsufiizienzDesmopressin-Dosierung; Na-Monitoring täglich in akuter Phase
AFP + β-HCG (Serum + Liquor)ECLIABei DI oder Mittelhirntumor-VerdachtErhöhte Tumormarker = Keimzelltumor! Germinome: β-HCG leicht erhöht; AFP normalBei DI immer ausschließen! Liquor-Punktion wenn Serum erhöht oder DI persistiert
Knochendichte (DXA)Dual-Röntgen-AbsorptiometrieBei Diagnose; dann alle 2 JahreOsteoporose bei GHD + Hypogonadismus + Cortisol-ÜbersubstitutionGH + Östrogen/Testosteron-Substitution verbessern Knochendichte

MRT Hypophyse – Schlüsselbefunde

🔵

Ektoper Neurohypophysen-Spot

T1-hyperintenses Signal normalerweise im HHL. Bei Hypophysenstielverletzung/-aplasie: HHL-Spot erscheint ektopisch am Hypothalamus oder Stielende. Häufigster MRT-Befund bei genetischem GHD/CPHD (PROP1, SOX3, LHX3).

🔴

Kraniopharyngeom-MRT

Zystisch (T2-hyperintens, flüssig), solid (isointens), mit Verkalkungen (CT!). Suprasellär mit hypothalamischer Ausdehnung. Kontrastmittel: solider Anteil + Zystenwand enhancement. HH-Score bestimmen!

🟡

Rathke-Spaltzyste

Intra- oder suprasellär. Glatt begrenzt, dünnwandig. T1-variabel (Proteingehalt), T2-hyperintens. Kein Enhancement. Meist asymptomatisch. Differenzierung von KPG durch MRT + ggf. BRAF-Nachweis im OP-Material.

Germinome (Pineal/Suprasellär)

Oft bifokale Lage (Pinealregion + Suprasella). T1 iso-hypointens, T2 variabel. Starkes KM-Enhancement. Oft sehr kleiner Tumor trotz DI! Tumormarker (β-HCG, AFP) im Liquor. Hypophysenstiel-Verdickung als frühes Zeichen.

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Hypophysitis

Entzündliche Hypophysenvergrößerung. Lymphozytäre (autoimmun), granulomatöse (Sarkoidose, TB), IgG4-assoziierte Hypophysitis. Homogenes Enhancement. Hypophysenstiel verdickt. Differenzierung durch Biopsie oder klinischen Verlauf.

Septo-Optische Dysplasie (SOD)

HESX1-Mutation, De-Morsier-Syndrom. Fehlendes Septum pellucidum + Optikusatrophie/-hypoplasie + Hypopituitarismus. MRT zeigt fehlende Mittellinienstrukturen. Variable Ausprägung (nicht alle 3 Komponenten notwendig).

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Molekulargenetik

Hypophysenentwicklungsstörungen entstehen durch Mutationen in Transkriptionsfaktoren, die die normale Differenzierung der Hypophysenvorläuferzellen steuern. Diese Gene werden sequenziell in der embryonalen Hypophysenentwicklung exprimiert und erklären die Phänotypen von isoliertem GHD bis zum Panhypopituitarismus. Das Kraniopharyngeom hingegen entsteht durch somatische Mutationen in gut charakterisierten Onkogenen.

Gene der Hypophysenentwicklung – GHD & CPHD

GenProtein / FunktionPhänotypErbgangMRT-BefundAssoziierte Befunde
PROP1 Prophet of Pit-1; früher Transkriptionsfaktor für Pit1-Linie (GH, TSH, PRL, FSH, LH) CPHD: GH + TSH + PRL progressiv; LH/FSH + ACTH folgen über Jahre/Jahrzehnte AR (häufigste genetische CPHD-Ursache) Initial vergrößertes Adenom-ähnliches Gewebe → später atrophische Hypophyse. Kein ektoper HHL-Spot. Keine extraendokrinen Befunde. Progrediente Insuffizienz überwachen!
POU1F1 (PIT1) Pituitary-specific transcription factor 1 (Pit1); HVL-Zelldifferenzierung (GH, TSH, PRL-Zellen) CPHD: GH + TSH + PRL-Mangel (LH/FSH + ACTH erhalten – stabile Form!) AR oder AD (heterozygote dominant-negative Mutationen) Kleine oder normale Hypophyse Keine extraendokrinen Befunde. Stabiler Verlauf (kein Progress wie PROP1)
HESX1 Homeobox Expressed in ES Cells; frühester Hypophysentranskriptionsfaktor; Entwicklung vorderes Gehirn Variable: GHD allein bis CPHD; auch DI möglich; Septo-optische Dysplasie (SOD) AR (homo) = schwerer; AD (hetero) = milder, variable Penetranz SOD: fehlendes Septum pellucidum + Optikusatrophie + Hypopituitarismus Optikusatrophie, Sehstörungen, Entwicklungsverzögerung bei SOD
LHX3 LIM homeobox 3; HVL-Entwicklung + Motorik Hirnstamm CPHD: GH + TSH + LH/FSH + PRL (ACTH variabel). Keine ACTH-Substitution nötig, aber überwachen AR Variable (vergrößert bis atrophisch) Kurzer Hals, eingeschränkte Rotation (Halswirbelsäule!), Schwerhörigkeit (Innenohr)
LHX4 LIM homeobox 4; HVL-Entwicklung + Kleinhirnentwicklung GHD + TSH + ACTH (variabel). Milderes Bild als LHX3 AD (variable Penetranz) Hypoplastische Hypophyse, ektoper HHL-Spot, abnormer Stiel. Ggf. Kleinhirn-Anomalie Kleinhirnanomalien beschrieben
SOX3 SRY-related HMG-box 3; Entwicklung Hypophysenstiel + HHL GH-Mangel (± TSH ± andere HVL-Achsen). Milde bis moderate CPHD X-linked (Jungen häufiger betroffen) Hypophysenstiel-Anomalie, ektoper HHL-Spot, vergrößerter Hypophysenstiel oder -aplasie Intellektuelle Beeinträchtigung in einigen Fällen. Duplicationen von SOX3 bei Jungen
GH1 Wachstumshormon 1 (GH-Peptid selbst) Isolierter GHD (Typ I–IV). Typ IA: GH1-Deletion → schwerer GHD, Anti-GH-AK nach Therapiebeginn AR (Typ IA/IB) / AD (Typ II) / X-linked (Typ III) Kleine Hypophyse; ektoper HHL-Spot möglich Typ IA: Anti-GH-Antikörper entwickeln sich → GH-Therapie unwirksam
GHRHR GH-Releasing-Hormon-Rezeptor; Stimulationsrezeptor auf Somatotropen Schwerer isolierter GHD (Typ IB). Mikropenis, Hypoglykämien NG AR Kleine Hypophyse Häufig in isolierten Populationen (Dorf-Isolation: "little women of Itapaci", Brasilien)
AVPR2 / AVP (Vasopressin) ADH/Vasopressin-Rezeptor (V2R) bzw. ADH selbst Zentraler oder nephrogener Diabetes insipidus (DI) X-linked (AVPR2: nephrogen) / AD oder AR (AVP: zentral) Fehlendes HHL-Hyperintensitäts-Signal im T1-MRT Zentral: Wolframin-Syndrom (WFS1: DI + Diabetes + Optikusatrophie + Taubheit)

Kraniopharyngeom – Somatische Mutationen

Wichtig: Kraniopharyngeom-Mutationen sind somatisch (nicht keimbahnvererbt). Es gibt kein erhöhtes Familienrisiko. Die genetische Diagnostik dient der Typisierung (ACP vs. PCP) und hat therapeutische Konsequenzen (BRAF-Inhibitor bei PCP).

Gen / MutationPathwayKPG-TypHäufigkeitTherapeutische RelevanzDiagnostik
CTNNB1 (β-Catenin) Wnt/β-Catenin-Signalweg Adamantinomatöses KPG (ACP) ~60–90 % der ACP Wnt-Inhibitoren in Entwicklung (präklinisch). WNT-Pathway-Analyse für Prognose IHC (nukleäre β-Catenin-Akkumulation), Exon-3-Sequenzierung
BRAF V600E RAS/MAPK-Signalweg (RAF → MEK → ERK) Papilläres KPG (PCP) ~95–100 % der PCP BRAF-Inhibitor (Vemurafenib/Dabrafenib) + MEK-Inhibitor (Trametinib): beeindruckende Tumorkontrolle bei PCP! Fallberichte + Phase-2-Studien. Mögliche Alternative zu Radiochirurgie IHC (BRAF V600E-spezifischer AK VE1), NGS oder Allel-spezifische PCR
CDH1 (E-Cadherin) Zell-Adhäsion ACP Selten; meist co-mutiert mit CTNNB1 Keine direkte Targetierbarkeit bekannt Sequenzierung im Rahmen Paneldiagnostik

Diagnostisches Stufenkonzept Genetik

  1. MRT zuerst – strukturelle Ursache ausschließen Bei jedem Kind mit GHD oder CPHD: MRT vor Genetik. Organische Ursache (KPG, Gliom, Germinome) ausschließen. MRT bestimmt auch, ob ektoper HHL-Spot vorhanden (Hinweis auf genetische Ursache).
  2. CPHD-Panel (NGS) bei genetischem Verdacht Bei: CPHD ohne strukturellen Befund im MRT / Ektopem HHL-Spot / Familienanamnese / Extraendokrine Befunde (Optikusatrophie → HESX1; kurzer Hals → LHX3). Panel: PROP1, POU1F1, HESX1, LHX3, LHX4, SOX3, GH1, GHRHR, OTX2, GLI2, SHH u.a.
  3. Kraniopharyngeom-Typisierung (CTNNB1 vs. BRAF V600E) IHC auf nukleäres β-Catenin (ACP) und BRAF-V600E (PCP). Bei unklarer Histologie oder Rezidiv-Planung: Mutationsanalyse aus OP-Gewebe (NGS). Bei PCP + BRAF V600E: BRAF/MEK-Inhibitor-Therapie möglich.
  4. Exomsequenzierung bei unklarer CPHD Bei negativem Panel: Trio-Exomsequenzierung. Neue Kandidatengene kontinuierlich identifiziert. Befundinterpretation komplex (Variants of Uncertain Significance); humangenetische Beratung obligat.
  5. Germinome – Keimzelltumor-Diagnostik Liquor AFP + β-HCG. Biopsie wenn möglich. Genetische Charakterisierung des Tumors für optimales Therapieprotokoll. Keine Keimbahnmutation bekannt.
07

Differenzialdiagnostik

Selläre & supraselläre Raumforderungen

EntitätHäufigkeit (pädiatrisch)Klinische BesonderheitenMRT-CharakteristikaSchlüsseldiagnostik
Kraniopharyngeom (ACP)Häufig (2. häufigste pädiatrische Hirntumor-Gruppe)Kopfschmerzen + Sehstörungen + Endokrinopathie + DI. Langsamer Beginn.Zystisch-solid; Verkalkungen (CT!); suprasellär; heterogenMRT + CT; CTNNB1/BRAF-IHC aus OP-Material
Germinome (suprasellär)Selten; aber häufigste nichtadenomatöse supraselläre TumorenDI als Erstsymptom (!) · Bifokale Lage (Pineal + Suprasella). Jungen häufiger. Rasch progredient.Solid; homogenes starkes Enhancement; Hypophysenstiel-Verdickung; bifokale möglichAFP + β-HCG (Serum + Liquor); Biopsie; Radiatio hochsensitiv
Rathke-SpaltzysteHäufig (Zufallsbefund); symptomatisch seltenMeist asymptomatisch. Kopfschmerzen. Keine Verkalkungen. Selten endokrin.Glatt begrenzt; T1-variabel; T2 hell; kein Enhancement; dünnwandigMRT; keine BRAF/CTNNB1-Mutation; mikroskopisch Flimmerepithel
Optikusgliom (NF1 / sporadisch)Häufig bei NF1 (15 %); selten sporadischSehverschlechterung; Proptosis; bei NF1: Café-au-lait. Oft asymptomatisch.T2-hyperintens entlang Sehnerven/Chiasma; T1 iso; KM variabel; kein Verkalk.NF1-Klinik + Genetik; Ophthalmologie jährlich bei NF1
Hypophysitis (lymphozytär)Selten; autoimmunKopfschmerzen; Hypopituitarismus akut; DI möglich; Autoimmun-Anamnese (AIT, M. Addison)Homogene Hypophysenvergrößerung + starkes Enhancement; Stiel verdickt; kein TumorAusschluss anderer Ursachen; Biopsie selten nötig; Steroide diagnostisch-therapeutisch
Langerhans-Zell-Histiozytose (LZH)Selten; multisystemischDI als Erstsymptom häufig; Hautbefunde; Knochen (Schädel!); Lunge; Diabetes insipidusHypophysenstiel-Verdickung; fehlender HHL-Spot. Schädelknochen: osteolytische LäsionenBiopsie (Haut, Knochen); CD1a/CD207-positive Histiozyten
SarkoidoseSehr selten pädiatrischDI + multiple Granulome (Lunge, Lymphknoten, Augen). Neurosarkoidose.Leptomeningeale Enhancement; Hypothalamus/Stiel-Läsionen; kein TumorACE im Serum/Liquor; Biopsie; BAL (Lungensarkoidose); FDG-PET

Differenzialdiagnose Diabetes insipidus

FormPathophysiologieADH/CopeptinDesmopressin-TestTherapie
Zentraler DI (ADH-Mangel)Fehlende ADH-Produktion (Hypothalamus) oder -Sekretion (HHL)↓ (erniedrigt)Urinosmolalität steigt >50 % (Niere antwortet!)Desmopressin (nasal, oral, i.v.)
Nephrogener DI (ADH-Resistenz)Renale Resistenz gegen ADH (AVPR2-Mutation oder erworben)↑↑ (kompensatorisch erhöht)Urinosmolalität steigt NICHT (Niere antwortet nicht)Hydrochlorothiazid + Amilorid; Indomethacin; keine DDAVP
Primäre Polydipsie (Habituelles Trinken)Exzessives Trinken → Suppression ADH → PolyurieNormal/↓ (supprimiert durch Überhydration)Im Durstversuch: Urinosmolalität steigt auf >600 mosmol/kg (ADH-Funktion intakt)Verhaltenstherapie; keine DDAVP!
08

Therapie

Die Therapie von Hypophysenerkrankungen und Kraniopharyngeomen erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen pädiatrischer Endokrinologie, Neurochirurgie, Strahlentherapie, Ophthalmologie, Neuropsychologie und Rehabilitation. Das Therapieziel ist: Tumorkontrolle bei maximaler Lebensqualität und minimaler Langzeitmorbidität.

Neurochirurgische Therapie des Kraniopharyngeoms

Aktuelle Therapiestrategie (Paradigmenwechsel seit ~2000): Verlassen der radikalen totalen Resektion zugunsten einer hypothalamusschonenden Strategie. Primäres Ziel: Erhalt des Hypothalamus → Reduktion hypothalamischer Adipositas. Strategie richtet sich nach HH-Score (hypothalamischer Befall im MRT). Entscheidung im Tumorboard: OP vs. primäre Radiatio.

Hypothalamusschonende Resektion (HH-Score 0–I)

Bei klar abgrenzbarem Tumor ohne hypothalamische Infiltration (HH-Score 0–I): Vollständige Resektion anstreben. Transsphenoidaler Zugang (endoskopisch) für pure selläre Tumoren. Transkranieller Zugang bei suprasellärer Ausdehnung. Ziel: R0-Resektion bei Schonung kritischer Strukturen.

Hypothalamus-schonende OP + ggf. adjuvante Bestrahlung

Limitierte OP + Radiatio (HH-Score II)

Bei hypothalamischer Infiltration (HH-Score II): Nur partielle Resektion zur Entlastung (Zystenaspiration, Dekompression Sehnerven). Anschließend Strahlentherapie (konformale Radiotherapie, Gamma-Knife, Protonentherapie). Strategie reduziert hypothalamische Adipositas signifikant!

Zystenaspiration + Strahlentherapie / Protonentherapie

Intrazystische Therapie

Bleomycin (intrazystisch): zystosklerosierend bei dominanten Zysten. Interferon-α (intrazystisch): bei Rezidiv-Zysten. Stereotaktische Zystenaspiration und -drainage: Symptomlinderung vor definitiver Therapie. Strenge Indikation (Leckage-Risiko).

Intrazystisches Bleomycin / IFN-α (Rezidiv)

BRAF/MEK-Inhibitoren (papilläres KPG)

Bei BRAF V600E PCP: Dabrafenib (BRAF-Inhibitor) + Trametinib (MEK-Inhibitor) zeigen beeindruckende Tumoransprechen in Fallserien und Phase-2-Studien (>80 % partielle Remission). Mögliche Alternative oder Bridging zur OP/Radiatio. Off-label bei Kindern, aber zunehmend eingesetzt. Standardisierte Studien laufen.

Dabrafenib + Trametinib (BRAF V600E PCP)

Radiotherapie / Protonentherapie

Nach inkompletter Resektion oder als primäre Therapie bei HH-Score II. Protonentherapie: physikalisch günstigeres Dosisprofil (geringere Schäden an Hippoampus, Hypothalamus). Stereotaktische Radiochirurgie (Gamma-Knife): für umschriebene solide Tumoranteile. Rezidivtherapie.

Protonenstrahlung 54 Gy / Gamma-Knife

Germinome – Radiochemotherapie

Germinome sind strahlensensitiv! Standard: Polychemotherapie (BEP-basiert: Bleomycin + Etoposid + Cisplatin oder Carboplatin) + Strahlentherapie (Reduktion der Strahlendosis durch vorherige Chemo möglich). Bilaterale Germinome: kraniospinale Bestrahlung. Überlebensrate >90 %!

BEP-Chemotherapie + Strahlentherapie (Germinome)

Hormonsubstitution – Reihenfolge & Dosierungen

Obligate Therapiereihenfolge bei Panhypopituitarismus: (1) Hydrocortison (ACTH-Mangel) → (2) Levothyroxin (TSH-Mangel) → (3) GH-Therapie → (4) Sexualhormon-Substitution (LH/FSH-Mangel). Niemals L-T4 vor HC! ACTH-Mangel-Abklärung vor GH-Beginn.

HormonachsePräparatDosierung pädiatrischMonitoringBesonderheit
GH (GHD)Somatropin s.c.GHD: 0,025–0,035 mg/kg/d; post-KPG/org. GHD: 0,025–0,035 mg/kg/dIGF-1 alle 6 Mo (Ziel: 0 bis +2 SDS); Wachstum alle 3 Mo; Knochenalter jährlichGH-Therapie erst beginnen wenn Tumor stabil (Sicherheit!); regelmäßiges MRT Tumor-Verlauf
Hydrocortison (ACTH-Mangel)Hydrocortison p.o. (tgl.)8–12 mg/m²/d in 3 Dosen (Morgens >Mittag >Abend)Klinisch (Müdigkeit, Hyponatriämie); kein einfaches Labormonitoring! Cortisol-TagesprofilStress-Dosierung obligat: 3× Normaldosis bei Fieber/OP/Trauma. Notfallausweis! Nie ohne Wissen absetzen!
Levothyroxin (TSH-Mangel)L-Thyroxin p.o. morgensEinschleichend: 1–2 µg/kg/d (Kleinkind: 4–6 µg/kg/d)fT4 als Zielparameter! TSH nicht verwertbar (zentrale Hypothyreose). fT4 im oberen Drittel NormbereichImmer NACH HC-Substitution beginnen! T4 erhöht Cortisolbedarf → Addison-Krise bei fehlendem HC
Östrogen (LH/FSH-Mangel ♀)Estradiol transdermal (bevorzugt)Beginn: 6,25 µg/24h-Pflaster; Steigerung über 2 Jahre auf 50 µg/24hTanner-Stadium, Uteruslänge (Sono); LH/FSH bleibt supprimiert (kein Monitor)Östrogen verbessert GH-Wirkung! Progesteron nach Uterusentwicklung (12–24 Mo nach Östrogenstart)
Testosteron (LH/FSH-Mangel ♂)Testosteronenanthat i.m.Beginn: 25–50 mg/4 Wochen; Steigerung auf 100–250 mg/4 WochenTestosteron mid-normal; Knochenalter; Hoden (CAVE: Klein wenn nie stimuliert)hCG + FSH für Fertilitätswunsch (Spermiogenese). Bei CPHD: GnRH-Pumpe möglich
Desmopressin (ADH-Mangel / DI)DDAVP: nasal, oral, i.v., s.c.Nasal: 5–20 µg/d (1–2×). Oral: 0,1–0,4 mg/d. Säugling: sehr niedrige Dosen!Serumnatrium täglich (Einstellung), dann wöchentlich. Urinmenge. Gewicht.Hyponatriämie-Risiko (DDAVP zu hoch)! Im Säuglingsalter: gefährlich. Intermittierendes Pausieren → osmotisch getriggerter Durst hilft Hyponatriämie vermeiden

Diabetes insipidus – Akutmanagement

Perioperatives DI-Management nach KPG-OP

Dreiphasige Reaktion (triphasic response) nach Hypophysenstiel-OP: Phase 1: DI (1–3 Tage). Phase 2: SIADH (3–10 Tage, ADH-Ausschüttung aus degenerierenden Neuronen → Hyponatriämie!). Phase 3: Permanenter DI (wenn >80 % Axone zerstört). Engmaschige Na-Kontrolle! ICU-Setting perioperativ obligat.

i.v. DDAVP + stündliche Na-Kontrolle perioperativ

DDAVP – Dosisfindung & Sicherheit

Niedrigst mögliche wirksame Dosis. „Escape"-Prinzip: täglich kurze Phase ohne DDAVP → Körper kann überschüssiges Wasser ausscheiden → schützt vor Hyponatriämie. Orale DDAVP-Tabletten (Minirin®): besser steuerbar als Nasenspray. Copeptin als DI-Verlaufsmarker zunehmend verfügbar.

Desmopressin oral (Minirin® 0,1 mg) / Nasal-Spray

Hypothalamische Adipositas – Therapieoptionen

Oktreotid (Insulinsuppression)

Somatostatinanalogon → hemmt Insulinsekretion → reduziert Adipogenese. Studien (Lustig RH et al.): signifikante Gewichtsreduktion in einer randomisierten Studie. Nebenwirkungen: Steatorrhoe, Gallensteine, GH-Suppression. Subkutan 3× täglich oder LAR (monatlich).

Oktreotid s.c. 3× tägl. oder Octreotide LAR 1× monatlich

GLP-1-Agonisten (Semaglutid, Liraglutid)

Semaglutid (Ozempic®/Wegovy®) zeigt in Fallberichten und kleinen Serien bei hypothalamischer Adipositas Gewichtsreduktion. Wirkmechanismus: hypothalamische GLP-1-Rezeptoren für Sättigung; bei HA partiell funktionsfähig. Systematische Studien für HA laufen. Off-label bei Kindern; individuelle Entscheidung.

Semaglutid wöchentlich s.c. (off-label, Studien)

Metformin + Lebensstilintervention

Metformin: Insulinsensitizer; bei HA mit Hyperinsulinismus möglich; limitierte Wirksamkeit allein. Intensivierte Lebensstilintervention (Ernährungsberatung, Bewegungstherapie) unbedingt als Basis, aber alleine meistens unzureichend wegen hypothalamischem Grunddefekt.

Metformin + Diätberatung + strukturierte Bewegung

Bariatrische Chirurgie (letzte Option)

Magenschlauchgastrektomie oder Roux-en-Y-Magenbypass: bei extremer HA (BMI >40) nach Versagen aller konservativen Optionen, ab 16–18 Jahren. Ergebnisse bei hypothalamischer Adipositas schlechter als bei genetischer Adipositas! Aber signifikante Gewichtsreduktion möglich. Multidisziplinäre Vorbereitung obligat.

Bariatrie ab 16–18 Jahren (letzte Eskalation)

Monitoring & Langzeitnachsorge bei CPHD / Kraniopharyngeom

ParameterFrequenzZielwert / Wichtigkeit
MRT Sellaregion (Tumorverlauf)Alle 3–6 Mo nach OP initial; dann jährlich wenn stabilRezidiv-Früherkennung (KPG: 50 % Rezidiv!). BRAF V600E-Therapie-Response
IGF-1 (GH-Therapie)Alle 6 MonateZiel: 0 bis +2 SDS. >+2,5 SDS: Dosis reduzieren (Tumorrisiko-Diskussion)
fT4 (zentrale Hypothyreose)Alle 6 Monate (TSH nicht verwertbar!)fT4 im oberen Drittel Normbereich (assay-spezifisch)
Cortisol 8:00 Uhr / ACTH-TestJährlich (organischer CPHD) oder bei klinischen ZeichenCave: ACTH-Mangel kann sich verspätet entwickeln (PROP1!). Stress-Dosis-Schulung jährlich auffrischen
Serumnatrium + OsmolalitätTäglich (post-OP) → wöchentlich (Einstellung DI) → monatlich (stabil)Na 135–145 mmol/l. Hyponatriämie = DDAVP-Überdosierung. Hypernatriämie = DI-Durchbruch
Knochendichte (DXA)Alle 2 JahreOsteoporose-Prävention. GH + Sexualhormon verbessern Knochendichte. Z-Score > −2 anstreben
OphthalmologieAlle 6–12 Monate (KPG)Visus, Perimetrie, Fundus. Optikusatrophie-Progression dokumentieren. Brillenversorgung
BMI / Adipositas-MonitoringJede Vorstellung (monatlich initial nach OP)Früherkennung hypothalamische Adipositas. Frühzeitig Therapie einleiten (Oktreotid/GLP-1)
Neuropsychologie / LebensqualitätJährlich; nach OP in ersten 2 Jahren häufigerGedächtnis, Aufmerksamkeit, Schulleistung. Schulbegleitung. KVT bei Depression/Adipositas-psychisch
Sexualhormone (LH/FSH-Achse)Alle 6 Monate; Pubertätsstatus bei jeder VorstellungPubertätsinduktion, Substitution. Fertilitätswunsch frühzeitig besprechen (hCG + FSH)
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Expertenzentren & Spezialisten

Die Betreuung von Kindern mit Hypophysenerkrankungen und Kraniopharyngeom erfordert hochspezialisierte multidisziplinäre Zentren mit Expertise in pädiatrischer Endokrinologie (Hormonsubstitution, GH-Therapie), pädiatrischer Neurochirurgie (hypothalamusschonende Resektion), Strahlentherapie/Protonentherapie, Neuroradiologie, Ophthalmologie und Neuropsychologie.

Hinweis: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Personalveränderungen möglich. Für Kraniopharyngeom: das Kraniopharyngeom-Register der GPOH-Studie KRANIOPHARYNGEOM 2000/2007 unter www.kraniopharyngeom.de vermittelt spezialisierte Zentren. CPHD/GHD: www.dgked.de und ENDO-ERN.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. med. Hermann Müller
Pädiatrische Onkologie & Kraniopharyngeom
Universitätsklinikum Oldenburg
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
OLDENBURG · Niedersachsen
Kraniopharyngeom (nationale Expertenschaft), hypothalamische Adipositas, KRANIOPHARYNGEOM-Studienleiter (GPOH), HVL-Mangel post-KPG, Oktreotid-Therapie HA
KraniopharyngeomHyp. AdipositasGPOH-Studie
Prof. Dr. med. Roland Pfäffle
Pädiatrische Endokrinologie & Hypophyse
Universitätsklinikum Leipzig
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
LEIPZIG · Sachsen
CPHD, PROP1/POU1F1, GH-Mangel, Hypophysenentwicklungsstörungen, kombinierter HVL-Mangel, GH-Therapie, MRT Hypophyse, Neurohypophysenfunktion
CPHDPROP1/POU1F1Hypophyse
Prof. Dr. med. Heiko Krude
Pädiatrische Endokrinologie & Hypophyse
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie
BERLIN
GH-Mangel, kombinierter HVL-Mangel, Hypophysenentwicklung (HESX1, LHX3, SOX3), Kraniopharyngeom, Molekulare Endokrinologie
CPHDGenetikForschung
Prof. Dr. med. Olaf Hiort
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Lübeck
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
LÜBECK · Schleswig-Holstein
Hypopituitarismus, GHD, CPHD, Diabetes insipidus, Hypogonadismus, DSD + Hypophyse, ENDO-ERN-Koordinator
HypopituitarismusDIENDO-ERN
Prof. Dr. med. Susanne Bechtold-Dalla Pozza
Pädiatrische Endokrinologie
Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. von Haunersches Kinderspital
MÜNCHEN · Bayern
Hypopituitarismus, GH-Mangel, Kraniopharyngeom-Nachsorge, Substitutionstherapie, GH-Therapie, Transition ins Erwachsenenalter
Hypopituit.KraniopharyngeomGH-Therapie
Prof. Dr. med. Jörg Flitsch
Neurochirurgie & Hypophysenchirurgie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Klinik für Neurochirurgie – Hypophysenzentrum
HAMBURG
Transsphenoidale Hypophysenchirurgie, Kraniopharyngeom-OP, Rathke-Zysten, pädiatrische Hypophysenadenom-Chirurgie, Cushing-OP, Hypophysenzentrum
NeurochirurgieKraniopharyngeom-OPHypophyse
Prof. Dr. med. Jörg Flitsch / Markus Scholz
Neurochirurgie & Neuro-Endokrinologie
Universitätsklinikum Düsseldorf
Klinik für Neurochirurgie
DÜSSELDORF · NRW
Hypophysen-Neurochirurgie, Kraniopharyngeom, transsphenoidal endoskopisch, Prolaktinom-OP, Cushing-OP
NeurochirurgieHypophyse-OP
Prof. Dr. med. Markus Bettendorf
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
HEIDELBERG · Baden-Württemberg
GH-Mangel, CPHD, Kraniopharyngeom-Nachsorge, Hypophysenfunktion, Diabetes insipidus, Schilddrüse + Hypophyse
GHD/CPHDHypophyseDI
Prof. Dr. med. Sabine Heger
Pädiatrische Endokrinologie
Kinderkrankenhaus auf der Bult
Hannover
HANNOVER · Niedersachsen
Hypopituitarismus, GH-Mangel, Kraniopharyngeom-Nachsorge, Hormonsubstitution, Pubertät + Hypophyse, Diabetes insipidus
Hypopituit.GH-TherapiePubertät
Prof. Dr. med. Karl Otfried Schwab
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Freiburg
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
FREIBURG · Baden-Württemberg
GH-Mangel, CPHD, Hypopituitarismus, Down-Syndrom + Hypophyse, Schilddrüse, Diabetes, Prolaktinom-Jugendliche
GHD/CPHDHypophyse
Prof. Dr. med. Felix Reschke
Pädiatrische Endokrinologie
Kinderkrankenhaus auf der Bult
Hannover
HANNOVER · Niedersachsen
GH-Mangel, CPHD, Hypophysenfunktion, Diabetes insipidus, Hormonsubstitution, Wachstumsstörungen + Hypophysenerkrankungen
GHDHypophyseDI
Prof. Dr. med. Martin Wabitsch
Pädiatrische Endokrinologie & Adipositas
Universitätsklinikum Ulm
Sektion Pädiatrische Endokrinologie
ULM · Baden-Württemberg
Hypothalamische Adipositas (Kraniopharyngeom-Folge), Adipositas-Therapie, MC4R, Setmelanotid, Bariatrie Jugendliche, metabolisches Syndrom
Hyp. AdipositasAdipositas-RxSetmelanotid
🇦🇹 Österreich
Univ.-Prof. Dr. Gabriele Haeusler
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Wien
Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde (AKH)
WIEN
Hypopituitarismus, GHD, CPHD, Kraniopharyngeom-Nachsorge, DI, Hormonsubstitution, ENDO-ERN, österreichisches HVL-Register
CPHDHypophyseENDO-ERN
Univ.-Prof. Dr. Klaus Kapelari
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Innsbruck
Univ.-Klinik für Pädiatrie
INNSBRUCK · Tirol
GH-Mangel, CPHD, Hypopituitarismus, Wachstumsstörungen, Hormonsubstitution, Kryptorchismus + Hypophyse
GHD/CPHDHypophyse
Assoz.-Prof. Dr. Markus Bettendorf
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Graz
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
GRAZ · Steiermark
GH-Mangel, Hypopituitarismus, Hypophysenfunktion, Diabetes insipidus, Schilddrüse + Hypophyse, Substitutionstherapie
GHDHypophyseDI
Prim. Dr. Sabine Hofer
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Innsbruck
Univ.-Klinik für Pädiatrie
INNSBRUCK · Tirol
GH-Mangel, Hypopituitarismus, Diabetes, Schilddrüse + Hypophyse, ISPAD, Westösterreich-Endokrinologie
GHDHypophyse
Prof. Dr. Georg Krempl
Neurochirurgie & Hypophysenchirurgie Wien
AKH Wien / Neurochirurgische Universitätsklinik
WIEN
Hypophysenchirurgie Wien, Kraniopharyngeom-OP, transsphenoidale Adenomektomie, Cushing pädiatrisch, neurochirurgische Hypophysentherapie
NeurochirurgieHypophyse-OP Wien
🇨🇭 Schweiz
Dr. med. Primus Mullis
Pädiatrische Endokrinologie & Hypophyse
Inselspital Bern
Universitätsklinik für Kinderheilkunde
BERN
GH-Mangel, CPHD, Hypopituitarismus, Kraniopharyngeom-Nachsorge, pulsatile GnRH-Therapie, Hypophysengenetik (PROP1, GHR), MODY
CPHDKraniopharyngeomHypophysengenetik
Prof. Dr. med. Christa Flück
Pädiatrische Endokrinologie
Inselspital Bern
Universitätsklinik für Kinderheilkunde (PEDENDO)
BERN
Hypopituitarismus, CPHD, Hormonsubstitution, NNR-Insuffizienz, DSD + Hypophyse, Steroidbiosynthese, Molekulare Endokrinologie
HypopituitarismusNNRForschung
Prof. Dr. med. Urs Zumsteg
Pädiatrische Endokrinologie
Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB)
BASEL
GH-Mangel, Hypopituitarismus, DI, Kraniopharyngeom-Nachsorge, Pubertät + Hypophyse, Substitutionstherapie, Transition
GHD/CPHDDIKraniopharyngeom
Prof. Dr. med. Michael Grotzer
Pädiatrische Onkologie / Neuroonkologie
Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
Abteilung Onkologie / Neuroonkologie
ZÜRICH
Kraniopharyngeom, Hirntumore Kinder, Germinome, Radiotherapie-Planung, BRAF-Inhibitoren bei PCP, Strahlentherapie ZNS
KraniopharyngeomNeuroonkologieBRAF-Inhibitor
Dr. med. Monika Fluri
Pädiatrische Endokrinologie
Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
ZÜRICH
GH-Mangel, Hypopituitarismus, Kraniopharyngeom-Nachsorge, Hormonsubstitution, DI, Wachstumsstörungen, Transition
GHDHypophyseDI
Prof. Dr. med. Eugen Schönle
Pädiatrische Endokrinologie (em.)
Ostschweizer Kinderspital
St. Gallen
ST. GALLEN
GH-Mangel, Hypopituitarismus, Substitutionstherapie, Schilddrüse, langjährige klinische Hypophysen-Expertise
GHDHypophyse

Fachgesellschaften, Register & Ressourcen

🏥

KRANIOPHARYNGEOM-Studie (GPOH)

Deutsches HIT-ENDO-Register (Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie). Spezialisierte Zentren, Therapiestandards. www.kraniopharyngeom.de

🏅

DGKED (Deutschland)

Deutsche Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie. GH-Therapie-Richtlinien, Hypophysen-Leitlinien. www.dgked.de

🌍

ESPE (Europa)

European Society for Paediatric Endocrinology. GHD-Konsensus, CPHD-Leitlinien, Kraniopharyngeom-Guidelines. www.eurospe.org

🧠

Pituitary Society (International)

Internationale Hypophysengesellschaft. Leitlinien für Hypophysenadenome, GH-Therapie adult, CPHD. www.pituitarysociety.org

🌐

ENDO-ERN (EU)

EU-Referenznetzwerk seltene endokrine Erkrankungen. CPHD als seltene Erkrankung erfasst. Zentrumsvermittlung. www.endo-ern.eu

💙

Kraniopharyngeom-Selbsthilfe (D)

Patientenorganisation und Selbsthilfegruppe für Kraniopharyngeom-Betroffene. Vernetzung, Beratung, Information. Kontakt über GPOH / kraniopharyngeom.de

📊

ANSWER / KIGS GH-Register

Internationales GH-Therapieregister. Langzeitdaten pädiatrischer GH-Therapie inkl. organischem GHD. www.answerstudy.com

🇦🇹🇨🇭

ÖGKJ / SGKJEP

Österreichische / Schweizerische pädiatrische Gesellschaften. AG Endokrinologie & Hypophyse. www.oegkj.at / www.sgkjep.ch