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Grundlagen & Pathogenese

Das Prader-Willi-Syndrom (PWS) ist eine seltene, komplex-genetische Erkrankung, die durch den Verlust paternaler Genexpression in der Region 15q11–q13 entsteht. Es ist die häufigste genetisch bedingte Ursache schwerer Adipositas beim Menschen und das erste beschriebene Erkrankungsbild, das auf einem Fehler des genomischen Imprintings beruht. Erstbeschreibung: Andrea Prader, Alexis Labhart und Heinrich Willi (Zürich, 1956).

Kernpathologie: In der 15q11–q13-Region werden Gene auf dem paternalen Chromosom exprimiert, während das maternale Allel durch genomisches Imprinting epigenetisch inaktiviert ist. Fehlt die paternale Kopie (durch Deletion, maternale UPD oder IC-Defekt), fehlt die Genexpression vollständig → charakteristischer PWS-Phänotyp: Hypotonie, Hyperphagie, Wachstumshormonmangel, Hypogonadismus, kognitive Beeinträchtigung.

1 : 15.000
Häufigkeit des PWS (mittlere Schätzung; 1 : 10.000–30.000)
~70 %
De-novo-Deletion 15q11–q13 (paternales Chromosom) als häufigste Ursache
~25 %
Maternale uniparentale Disomie 15 (UPD15mat) als zweithäufigste Ursache
~400.000
Geschätzte PWS-Betroffene weltweit; in Deutschland ca. 5.000–8.000

Genomisches Imprinting – Grundprinzip

🔵 Paternales Chromosom 15 (Vater)

PWS-Region: AKTIV
Gene SNRPN, NDN, MKRN3, MAGEL2, snoRNAs (SNORD116, SNORD115) werden exprimiert.
Bei PWS: Deletion, UPD (beide maternal) oder IC-Defekt → Expression fehlt vollständig!

🔴 Maternales Chromosom 15 (Mutter)

PWS-Region: INAKTIV (geprägt)
Dieselben Gene sind durch genomisches Imprinting (DNA-Methylierung, SNRPN-Methylierung) epigenetisch stillgelegt.
Angelman-Region (UBE3A): maternal exprimiert → Angelman-Syndrom wenn maternal fehlt.

Molekulare Mechanismen – drei Ursachen

~70 % Deletion 15q11–q13 De-novo-Deletion des paternalen Chromosoms 15. Typ I: ~5–6 Mb (bis BP1/BP3). Typ II: ~4–5 Mb (BP2/BP3). Klinisch kaum unterscheidbar. Rezidivrisiko gering (<1 %). Alle Imprinting-Gene fehlen.
~25 % UPD15mat Beide Kopien des Chromosoms 15 stammen von der Mutter. Entstehung: meist aus Trisomie-15-Rettung (Trisomic rescue). Gene vorhanden, aber maternal geprägt (inaktiv). Höheres IQ als Deletionstyp? Keine mosaikfreie Diagnose im Blut genug → Methylierungstest!
~5 % IC-Defekt / Mikrodeletion Imprinting Center (IC)-Mutation oder -Mikrodeletion → maternales Imprinting-Muster auf paternal übertragenes Chromosom (Imprinting Switch versagt). Familär möglich! Rezidivrisiko bis 50 % bei IC-Mikrodeletion (Vater trägt IC-Mutation). Methylierungstest positiv; aber Karyotyp normal.
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Klinische Phasen des PWS

Das PWS zeigt ein charakteristisches biphasisches Ernährungsmuster: zunächst Gedeihstörung und Hypotonie (Phase 1), dann schleichender Übergang zu Hyperphagie und Adipositas (Phase 2). Dieser Phasenwechsel ist pathognomonisch für PWS.

Phase 0 / Pränatal Intrauterin
Verminderte Kindsbewegungen. Polyhydramnion. Meist Steißlage / Einstellungsanomalien. Mikropenis + Kryptorchismus (♂) pränatal erkennbar.
Phase 1a/b / Säugling 0–2 Jahre
Ausgeprägte Hypotonie (1a: 0–15 Mo). Trinkschwäche, Sondenernährung. Gedeihstörung. Entwicklungsverzögerung. Ab 1b (9–25 Mo): Appetit normal, Gewicht noch normal.
Phase 2 / Kleinkindalter 2–8 Jahre
Phase 2a (2–4,5 J.): Gewichtszunahme ohne erhöhte Kalorienzufuhr! Phase 2b (4,5–8 J.): Hyperphagie entwickelt sich, Nahrungssuchen, Adipositas progredient. Typischer Verlauf!
Phase 3 / Schulalter–adult 8+ Jahre
Persistierende Hyperphagie ohne Sättigungsgefühl. Ausgeprägte Adipositas, Nahrungssuchen, Diebstahl von Essen. Verhaltensauffälligkeiten. Endokrine Komorbiditäten (T2DM, MetS).
🧠

Hypothalamische Genese der Hyperphagie

Fehlende SNORD116-snoRNA-Expression → hypothalamische Regulationsstörung → kein Sättigungsgefühl. Ghrelin massiv erhöht (Hungerhormon). Oxytocin-Mangel (aus PVN des Hypothalamus). Der Hunger ist biologisch real, keine Willenschwäche!

💤

Schlafstörungen & Schlafapnoe

Zentrale und obstruktive Schlafapnoe häufig (Hypotonie der Pharynxmuskulatur). Exzessive Tagesschläfrigkeit (EDS). REM-Schlaf-Anomalien. Schlaflabor obligat vor GH-Therapie und regelmäßig. Adipositas verstärkt Schlafapnoe.

🌡️

Thermoregulationsstörung

Hypothalamische Thermoregulation beeinträchtigt. Fiebern oft ausbleibend trotz Infektion (gefährlich: diagnostische Verzögerung!). Paradoxe Kälteempfindlichkeit. Fieberthermometer-Nutzung bei PWS-Kindern stets empfohlen.

⚠️

Schmerzunempfindlichkeit

Erhöhte Schmerzschwelle → Verletzungen, Frakturen, Appendizitis können unbemerkt bleiben. Eltern müssen besonders wachsam sein. Kein Schutzreflexverhalten bei schmerzhaften Situationen.

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Klinische Symptome

Neonatales & frühes Kindesalter

NEONATAL – LEITSYMPTOME

  • Ausgeprägte muskuläre Hypotonie (Leitsymptom!)
  • Trinkschwäche, fehlender Saug-/Schluckreflex
  • Sondenpflicht (nasogastral) häufig über Wochen
  • Schwacher Schrei, reduzierte Spontanmotorik
  • Gedeihstörung trotz adäquater Zufuhr
  • Kryptorchismus (Jungen, ~90 %)
  • Mikropenis / Skrotumhypoplasie
  • Kleine Labien / Klitoris (Mädchen)
  • Charakteristische Fazies (s. unten)

FAZIALE DYSMORPHIEN

  • Mandel-/mandelförmige Augen (charakteristisch!)
  • Schmale Stirn mit Bitemporal-Enge
  • Schmaler Mund, herabhängende Mundwinkel
  • Dünne Oberlippe
  • Kleine Hände und Füße (Akromikrie)
  • Kurze Statur
  • Helle Haare, helle Augen, helle Haut (bei Deletion)
  • Hypopigmentierung (fehlender P-Gen-Allel bei Deletion)

Hyperphagie & Adipositas

HYPERPHAGIE – CHARAKTERISTIKA

  • Beginn typisch ab 2–4 Jahren (nicht schon im Säuglingsalter!)
  • Fehlendes Sättigungsgefühl (zentraler Hypothalamus-Defekt)
  • Zwanghaftes Essen, Nahrungssuchen, Horten
  • Nahrungsdiebstahl (auch außer Haus: Mülleimer, Tiernahrung)
  • Massive Unruhe rund um Mahlzeiten
  • Hyperfokus auf Essen (Gespräche, Zeichnungen, Aktivitäten)
  • Extrem hoher Ghrelin-Spiegel (dreifach höher als normale Adipositas)
  • Erhöhter Insulinspiegel, Insulinresistenz

ADIPOSITAS-KOMPLIKATIONEN

  • Adipositas Grad III bei unbehandelten Erwachsenen (>BMI 40)
  • Typ-2-Diabetes mellitus (~25 % Erwachsene mit PWS)
  • Metabolisches Syndrom
  • Obstruktive Schlafapnoe (verschlimmert durch Adipositas)
  • Rechtsherzinsuffizienz bei extremer Adipositas
  • Cor pulmonale
  • Hautinfektionen (Intertrigines)
  • Gelenkprobleme, Einschränkung der Mobilität

Endokrine Befunde

WACHSTUMSHORMONMANGEL (GHD)

  • GHD bei nahezu ALLEN PWS-Patienten
  • Kleinwuchs (mittlere Endgröße ohne Therapie: ~155 cm ♂, ~147 cm ♀)
  • Niedriges IGF-1 für Alter
  • Reduzierte Muskelmasse, erhöhter Körperfettanteil
  • Verminderter Grundumsatz
  • GH-Stimulationstest: meist pathologisch (aber nicht immer nötig!)
  • Hypophyse in MRT: normal oder leicht hypoplastisch

HYPOGONADISMUS

  • Hypothalamischer Hypogonadismus (GnRH-Mangel)
  • Kryptorchismus (Jungen ~90 %): Orchidopexie im 1. Lj.
  • Mikropenis (Jungen): ggf. hCG-Behandlung
  • Pubertas tarda oder fehlende Pubertät (~50–60 %)
  • Hypoplastische Labien/Klitoris (Mädchen)
  • Infertilität (fast alle Patienten)
  • Osteoporose durch Sexualhormonmangel
  • FSH/LH erniedrigt (zentral); Östradiol/T erniedrigt

WEITERE ENDOKRINE STÖRUNGEN

  • Hypothyreose (zentral oder autoimmun, ~20–30 %)
  • Nebenniereninsuffizienz: ACTH-Mangel bei Stresssituationen (~60 % insuffiziente Stressantwort!)
  • Zentraler Diabetes insipidus (selten)
  • Frühe Adrenarche (prämarture Pubarche)
  • Insulinresistenz / T2DM
  • Knochenmineralisation erniedrigt (GH + Hypogonadismus)

CORTISOLSEKRETIONSSTÖRUNG – WICHTIG!

  • Kortisol-Stressantwort insuffizient bei ~60 % der PWS-Patienten
  • Klinisch Addison-ähnliche Episoden möglich (Stress, Fieber, OP)
  • Ursache: zentrale NNR-Achsen-Dysfunktion
  • Diagnose: Kortisol-Stimulationstest (ACTH-Test oder ITT)
  • Empfehlung: Stressprotokoll (hydrocortison bei OP, Fieber)
  • NNR-Screening bei jedem PWS-Kind!

Neurologie, Kognition & Verhalten

🧠

Intelligenz & Kognition

Mittlerer IQ bei Deletion: ~60–70. Bei UPD15mat: ~70–80. Breites Spektrum: geistige Behinderung leicht bis mäßig. Stärken: Visuell-räumlich, Lesen, Rätsel, Puzzle. Schwächen: Mathematik, abstrakt, Kurzzeitgedächtnis, Sprache (expressiv).

🌀

Autismus-Spektrum & Psychose

UPD15mat: erhöhtes Risiko Autismus-Spektrum-Störung (~40 %). Psychosen (v.a. affektive Psychosen) bei Adoleszenz/Erwachsene (~20 %, besonders UPD15mat!). Psychiatrische Begleitung wichtig.

😤

Verhaltensauffälligkeiten

Starrsinn, Halsstarrigkeit, Wutausbrüche (häufig nahrungsmittelbezogen). Skin-picking (exzessives Kratzen, bis zu offenen Wunden). OCD-ähnliche Rituale und Routinen. Stimmungsschwankungen. Lügen (Nahrungsbezug).

😴

Schlaf & Exzessive Tagesschläfrigkeit

REM-Schlafdysregulation. EDS (Excessive Daytime Sleepiness) selbst ohne Apnoe. Narkolepsie-ähnliche Episoden. Schlaflabor (Polysomnographie) obligat. GH-Therapie verbessert Schlaf häufig.

🗣️

Sprache & Motorik

Sprachentwicklungsverzögerung (expressiv > rezeptiv). Dysarthrie (Hypotonie der Sprechmuskulatur). Motorische Meilensteine verzögert (Sitzen: ~12 Mo, Gehen: ~24 Mo). Koordinationsprobleme. Physiotherapie + Logopädie essenziell.

👁️

Strabismus & Ophthalmologie

Strabismus bei ~70–80 % (häufigste ophthalmologische Komplikation). Myopie häufig. Ophthalmologische Frühvorstellung und Behandlung (Amblyopie-Prävention). Schlupflider (Ptose) möglich.

Orthopädie & weitere Organmanifestationen

ORTHOPÄDISCHE BEFUNDE

  • Skoliose (~80 %; häufig progressiv, schon vor GH-Start!)
  • Kyphose (v.a. im Erwachsenenalter)
  • Hüftdysplasie
  • Pes planus (Plattfüße)
  • Osteoporose / Osteopenie (GH-Mangel + Hypogonadismus)
  • Kleine Hände und Füße (pathognomonisch)
  • Einzelne Handlinie möglich

WEITERE ORGANMANIFESTATIONEN

  • Zahnabnormalitäten: kleine Zähne, Schmelzhypoplasie, zähes Speicheldrüsensekret (Karies-Risiko!)
  • Haut: helle Pigmentierung (Deletion > UPD), Striae, Skin-picking-Wunden
  • Ödeme (Lymphödem möglich, v.a. Erwachsene)
  • Obstipation (chronisch, neuromotorisch)
  • Erbrechen selten / reduzierte Emesis (Magendilatation-Risiko!)
  • Leberentzündung / Steatohepatitis (bei Adipositas)
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Diagnostik

Klinische Diagnosekriterien (Holm et al., 1993 – modifiziert)

Hauptkriterien (1 Punkt je): Neonatale Hypotonie + Trinkschwäche · Gedeihstörung Säugling · Hyperphagie/Adipositas ab 1–6 Jahren · Charakteristische Fazies (Mandel-Augen, schmaler Mund) · Hypogonadismus · Globale Entwicklungsverzögerung · Kleinwuchs (Familienvergleich) · Hypopigmentierung · Kleine Hände/Füße unter P25 · Schmale Stirn temporal · Strabismus / Myopie · Zähes Speicheldrüsensekret · Skin-picking · Sprachauffälligkeiten · Schlafstörungen. Diagnose: < 3 Jahre: ≥ 5 Punkte; ≥ 3 Jahre: ≥ 8 Punkte. Heute durch genetische Diagnostik ersetzt, aber klinisch weiter nützlich!

  1. Klinische Verdachtsdiagnose (Holm-Score) Hypotonie beim Neugeborenen + Kryptorchismus + Mikropenis + Trinkschwäche = starker Verdacht. Jedes hypotone Neugeborene → PWS ausschließen! Methylierungstest als Screening sofort einleiten. Keine Zeit verlieren (GH-Beginn früh wichtig!).
  2. DNA-Methylierungstest (Goldstandard Screening) MS-MLPA (Methylierungsspezifische MLPA) oder Methylierungsspezifische PCR (MS-PCR) für SNRPN-Locus. Detektiert alle drei Mechanismen (Deletion, UPD15, IC-Defekt) mit >99 % Sensitivität. Ergebnis in 1–2 Wochen. Abnormales Methylierungsmuster (nur maternales Muster) = PWS bestätigt!
  3. Karyotyp (Chromosomenanalyse) + FISH / MLPA für Deletion Konventioneller Karyotyp: zeigt Deletion nur in ~50 % (zu klein für klassische Zytogenetik). FISH mit 15q11–q13-Sonde: spezifisch für Deletion. MLPA (Multiple Ligation Probe Amplification): quantitative Methode, detektiert Deletionsgrenzen (BP1-BP3 vs. BP2-BP3), sensitiver als FISH.
  4. UPD15-Diagnostik (Mikrosatellitenanalyse) Wenn Methylierungstest abnormal + FISH/MLPA normal (keine Deletion): → UPD15mat bestätigen durch Mikrosatellitenanalyse (DNA-Fingerprinting) von Patient + Eltern. Zeigt biparentale vs. uniparentale Herkunft beider Chromosom-15-Kopien. Trioanalyse obligat.
  5. IC-Defekt-Sequenzierung Bei negativem FISH/MLPA und negativer UPD-Diagnostik + positivem Methylierungstest: IC-Defekt wahrscheinlich. Sequenzierung oder Deletionsnachweis des Imprinting Centers (IC). Klinisch wichtig wegen Rezidivrisiko (IC-Mikrodeletion: bis 50 %!).
  6. Array-CGH / SNP-Array Bei atypischen Befunden oder Verdacht auf zusätzliche chromosomale Anomalien. SNP-Array erkennt UPD (durch Long-Range-LOH ohne Deletionsmuster) und Deletionen gleichzeitig. Zunehmend als First-Line-Diagnostik eingesetzt.
  7. Hormonprofil IGF-1, IGFBP-3 (GHD-Screening). Schilddrüse (TSH/fT4). Kortisol-Stimulationstest (ACTH-Test) → NNR-Stressantwort. LH, FSH, Testosteron/Östradiol (Pubertät). HbA1c, Glukose, Insulin (Metabolismus). LDL/HDL/TG (Lipide).
  8. Schlaflabor (Polysomnographie) Obligat vor GH-Therapiebeginn. Zentrale und/oder obstruktive Schlafapnoe ausschließen. AHI (Apnoe-Hypopnoe-Index) messen. Bei AHI >1/h: Behandlung vor GH-Start (Adenotonsillektomie, CPAP). Wiederholung alle 1–2 Jahre unter GH-Therapie.
  9. Bildgebung MRT Hypothalamus/Hypophyse: meist normal oder leicht hypoplastisch. Röntgen Skelett (Skoliose): Cobb-Winkel, Verlauf. Knochendichte (DXA): Osteoporose-Monitoring. EEG bei Krampfanfällen (selten). Abdomen-Sono bei Adipositas (NAFLD).

Labordiagnostik – Übersicht

ParameterMethodeBefund bei PWSFrequenzTherapierelevanz
Ghrelin (Gesamt + Acyl-Ghrelin)RIA / ELISA↑↑↑ (3–5× erhöht vs. Normalbevölkerung und gewichtsadaptierter Kontrolle)Initial; ggf. für StudienErklärt persistente Hyperphagie; Ghrelin-Antagonisten in Entwicklung (Livoletide)
IGF-1 (SDS)Immunoassay↓ (nahezu universell bei PWS; < −2 SDS häufig)Alle 6 Mo (unter GH-Therapie)GH-Therapieindikation; Dosismonitoring
Kortisol (Stimulationstest)ACTH 250 µg i.v.; Kortisol nach 30/60 min~60 % insuffiziente Antwort (<500 nmol/l)Einmalig bei Diagnose; bei StressepisodenStressdosierung Hydrocortison bei OP, Fieber wenn NNR-Insuffizienz nachgewiesen
TSH + fT4ECLIAZentrale oder autoimmune Hypothyreose in ~20–30 %JährlichL-Thyroxin wenn hypothyreot
HbA1c + NüchternglukoseHPLC + EnzymassayT2DM bei ~25 % Erwachsene; Insulinresistenz frühJährlich ab 10 JahrenMetformin frühzeitig bei IR; GLP-1-RA adjuvant
LipidprofilEnzymatischDyslipidämie bei Adipositas (LDL↑, TG↑, HDL↓)Jährlich ab 10 JahrenStatine/Fibrate wenn indiziert
LH, FSH, Testosteron/ÖstradiolImmunoassay↓ (hypogonadotroper Hypogonadismus)Alle 2 J.; Pubertät jede VorstellungPubertätsinduktion wenn ausbleibt; Hormonsubstitution
Knochendichte (DXA)Dual-RöntgenZ-Score ↓ (Osteopenie/Osteoporose durch GH-Mangel + Hypogonadismus)Alle 2 JahreGH-Therapie + Calcium/Vit. D + Sexualhormon verbessern Knochendichte
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Molekulargenetik

Die Molekulargenetik des PWS ist eines der faszinierendsten Beispiele genomischen Imprintings. Die Region 15q11–q13 enthält sowohl PWS-Gene (paternale Expression) als auch Angelman-Gene (maternale Expression) in unmittelbarer Nachbarschaft. Dasselbe Chromosomensegment kann – je nach elterlicher Herkunft – zwei vollständig verschiedene Syndrome verursachen.

Deletionsmechanismus und -typen

✂️

Typ I (BP1–BP3, ~5–6 Mb)

Größere Deletion (Breakpoint 1 bis Breakpoint 3). Betrifft zusätzlich den NIPA1/NIPA2/CYFIP1/TUBGCP5-Bereich (zwischen BP1–BP2). Klinisch: schwererer Phänotyp möglich, mehr OCD-Symptome, häufiger Skoliose.

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Typ II (BP2–BP3, ~4–5 Mb)

Häufigere Deletion (Breakpoint 2 bis Breakpoint 3). Enthält Kernregion der PWS-Gene. Phänotypisch kaum von Typ I unterscheidbar. Hypopigmentierung bei Typ-I-Deletion ausgeprägter (wegen fehlenden P-Gen zwischen BP1–BP2).

🔵

Entstehung durch NAHR

Homologe interchromosomale Rekombination (NAHR: Non-Allelic Homologous Recombination) zwischen Segmental Duplications (Low Copy Repeats) an den Breakpoints. De-novo-Ereignis in der väterlichen Meiose. Rezidivrisiko für Eltern: <1 %.

🧪

Hypopigmentierung bei Deletion

P-Gen (OCA2) liegt zwischen BP1–BP2. Bei Typ-I-Deletion: Haploinsuffizienz des P-Gens → helle Haare, helle Haut, helle Augen. Klinisches Unterscheidungsmerkmal von UPD (kein OCA2-Verlust → normale Pigmentierung).

Maternale UPD15 und IC-Defekte

UPD15mat (Maternale uniparentale Disomie): Beide Chromosomen 15 stammen von der Mutter (isodisomisch oder heterodisomisch). Gene vorhanden, aber im maternalen Imprinting-Muster epigenetisch inaktiviert. Entstehung meist aus Trisomie-15-Rettung. Klinische Besonderheiten: Normales Pigment (kein P-Gen-Verlust). Höherer IQ (~10 Punkte). Erhöhtes Autismus-Spektrum-Risiko. Erhöhtes Psychose-Risiko. Rezidivrisiko für Eltern sehr gering (außer bei Robertson-Translokation).

Betroffene Gene und ihre Funktionen

GenLocusFunktionPhänotypische BedeutungImprinting
SNORD116 (Cluster) 15q11.2 Small nucleolar RNAs (snoRNAs); RNA-Prozessierung; hypothalamische Genregulation. Komplex aus ~30 snoRNAs. Hauptkandidat für Hyperphagie und GH-Mangel! Minimale Deletionen nur von SNORD116 → PWS-Phänotyp mit Hyperphagie. Reguliert hypothalamische Genexpression (Sättigung). Paternale Expression
SNORD115 (Cluster) 15q11–q13 snoRNA; reguliert alternatives Spleißen des Serotonin-Rezeptors 2C (5-HT2CR) 5-HT2C-Spleißvarianten-Regulation gestört → Serotonin-Signaling beeinträchtigt. Verhaltensauffälligkeiten, Hyperphagie-Modulation. Paternale Expression
SNRPN 15q11–q13 Small nuclear ribonucleoprotein N; RNA-Spleißen. Auch als diagnostischer Methylierungsmarker genutzt. Methylierungstest bei SNRPN-Promotor = diagnostischer Goldstandard. Direkte Genfunktion für PWS-Phänotyp unklar. Ggf. beiträgt zu Hypotonie. Paternale Expression
MAGEL2 15q11.2 MAGE-Familie Protein; Ubiquitin-Ligase-Regulation; Circadianer Rhythmus; GnRH-Neuronenfunktion; Oxytocin-System Kleinere MAGEL2-Mutationen (Schaaf-Yang-Syndrom): PWS-ähnlicher Phänotyp + Arthrogryposis. Beiträgt zu Hypogonadismus, Schlafstörungen, Verhaltensauffälligkeiten. Paternale Expression
NDN (Necdin) 15q11.2 MAGE-Homolog; Neuronen-Überleben und -Differenzierung; Zellzyklusregulation Beiträgt zur neonatalen Hypotonie und Entwicklungsverzögerung (Maus-Modelle). Hypothalamische Neuronen-Defizienz. Paternale Expression
MKRN3 15q11.2 Makorin Ring Finger 3; Inhibitor der GnRH-Sekretion in der Kindheit Inaktivierende Keimbahnmutationen in MKRN3 (außerhalb von PWS) → Familiäre Pubertas praecox. Im PWS-Kontext: Hypogonadismus. Dual-Rolle: In PWS fehlt Hemmung → GnRH-Defizit durch andere Mechanismen überwiegt. Paternale Expression
OCA2 (P-Gen) 15q11–q13 (zwischen BP1–BP2) Melanosomen-pH-Regulierung; Melanin-Synthese Nur bei Typ-I-Deletion (BP1–BP3) betroffen: Hypopigmentierung, helle Haare/Augen. Hilft klinische Differenzierung Deletion vs. UPD. Biallele Expression (kein Imprinting)
UBE3A 15q11–q13 Ubiquitin-Protein-Ligase; Neuronen-Differenzierung; Synapsenplastizität Im Gehirn: nur maternale Expression. Bei maternal fehlendem UBE3A → Angelman-Syndrom (AS). Bei PWS: UBE3A vorhanden (kein AS-Phänotyp). Wichtige Differenzialdiagnose! Maternale Expression (im Gehirn)
GABRB3, GABRA5, GABRG3 15q11–q13 GABA-A-Rezeptor-Untereinheiten In 15q11–q13-Deletion enthalten (biallele Expression, kein Imprinting). Haploinsuffizienz → GABAerge Dysregulation → Epilepsierisiko, Verhaltensprobleme (v.a. bei großen Deletionen). Biallele Expression

Genetische Diagnostik – praktischer Algorithmus

  1. Methylierungstest (MS-MLPA) – immer zuerst! Detektiert alle PWS-Ursachen (Deletion, UPD, IC-Defekt) mit >99 % Sensitivität. Ergebnis: Nur maternales Methylierungsmuster bei SNRPN = PWS-bestätigt. Normal: biallelisches Muster (paternales und maternales). Angelman-Syndrom: Nur paternales Muster.
  2. Deletionsnachweis: FISH + MLPA (wenn Methylierungstest positiv) FISH mit 15q11-13-Sonde: spezifisch aber weniger sensitiv als MLPA. MLPA: quantitativ, bestimmt Deletionsgrenzen (Typ I vs. Typ II). Wichtig für genetische Beratung und Rezidivrisiko.
  3. UPD15-Nachweis (wenn Deletion ausgeschlossen) Mikrosatellitenanalyse (Trioanalyse: Patient + beide Eltern). Zeigt ob beide Chromosom-15-Kopien maternal (isodisomisch: identisch; heterodisomisch: verschiedene maternale Chromosomen). Mosaik-UPD möglich (schwächerer Phänotyp).
  4. IC-Defekt-Analyse (wenn Deletion und UPD ausgeschlossen) Sequenzierung des Imprinting Centers (IC, SNRPN-Exon 1-Bereich). IC-Mikrodeletion: MLPA oder Sequenzierung. Familiäre Diagnostik der Eltern obligat (Rezidivrisiko bis 50 % bei IC-Mikrodeletion vom Vater!). Epimutation: sporadisch, kein Rezidivrisiko.
  5. SNP-Chromosomen-Array (Breitendiagnostik) Erkennt Deletionen (als CNV-Verlust) und UPD (als augedehnte Isodisomie-Regionen/LOH). Kann UPD15 direkt nachweisen ohne Trioanalyse. Zeigt auch zusätzliche genomische Befunde. Zunehmend als First-Line-Diagnostik eingesetzt.
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Differenzialdiagnostik

ErkrankungGemeinsamkeiten mit PWSEntscheidende UnterschiedeWegweisende Diagnostik
Angelman-Syndrom (AS, 15q11–q13 mat.)Derselbe chromosomale Locus wie PWS. Entwicklungsverzögerung, Hypotonie.Maternales Allel fehlt (vs. paternales bei PWS). Neurologisch: Ataxie, Anfälle, lachen/glücklicher Habitus, fehlendes Sprechen. Keine Hyperphagie. EEG-Auffälligkeiten.Methylierungstest: nur paternales Muster bei AS. UBE3A-Mutation in ~10 %.
Fragiles X-SyndromEntwicklungsverzögerung, Hypotonie Säugling, Verhaltensauffälligkeiten.Makroorchismus (Jungen). Vergrößerte Ohren, lange Fazies. Keine Hyperphagie. CGG-Repeat-Expansion in FMR1. Nur Jungen schwer betroffen.FMR1-Analyse (CGG-Repeat); PWS-Methylierungstest normal.
Hypothyreose (kongenital)Hypotonie, Trinkschwäche, Gedeihstörung, Makroglossie.Kein Kryptorchismus, kein Mikropenis. Normales Methylierungsmuster. TSH massiv erhöht + T4 erniedrigt. Screening obligat im NG-Screening.TSH + T4; PWS-Methylierungstest normal.
Spinal muskuläre Atrophie (SMA)Ausgeprägte Muskelhypotonie (Säugling), Trinkschwäche.Progrediente motorische Verschlechterung. Ateminsuffizienz. Keine Hyperphagie. Kein Kryptorchismus. SMN1-Deletionsnachweis.SMN1-Gendiagnostik (MLPA); NMJ-EMG.
Bardet-Biedl-Syndrom (BBS)Adipositas, Hypogonadismus, Lernschwäche, Kleinwuchs.Poly-/Syndaktylie (charakteristisch!). Retinitis pigmentosa (Erblindung!). Nierenfehlbildungen. Genetisch: BBS-Gene (BBS1–BBS21). Keine Hypotonie neonatal.Ophthalmologie (Retinitis pigmentosa). BBS-Panel. Nierensonographie.
Albright-Hereditary Osteodystrophie (AHO) / PseudohypoparathyreoidismusKleinwuchs, Adipositas, kognitive Beeinträchtigung, Hypogonadismus.Kurze Metacarpalia (IV, V). Subkutane Ossifikationen. Hypokalzämie. GNAS-Mutation (maternale Seite → AHO + PHP; paternale Seite → nur AHO ohne PHP).Kalzium/PTH; GNAS-Sequenzierung; Röntgen Metacarpalia.
Cohen-SyndromHypotonie, Lernschwäche, Adipositas (truncal), Kleinwuchs.Charakteristisches Gesicht (offener Mund, prominente Zähne), Neutropenie, Retinale Dystrophie. COH1 (VPS13B)-Gen.VPS13B-Sequenzierung; Blutbild (Neutropenie); Ophthalmologie.
Kleines-Levin-SyndromHypersomnie, Hyperphagie.Episodisch (nicht kontinuierlich!). Nur Episoden von Tagen bis Wochen. Adoleszenz. Kein chromosomaler Defekt.Klinisch-anamnestisch; Schlaflabor.
Monogene Adipositas (LEP, LEPR, MC4R, POMC)Hyperphagie, Adipositas, Hyperinsulinismus.Kein Kryptorchismus, keine neonatale Hypotonie, keine Fazies. Einzelgenmutation. MC4R: häufigste genetische Ursache monogener Adipositas, aber kein PWS-Phänotyp.Adipositas-Genpanel; Leptin im Serum (bei LEP-Mangel massiv erniedrigt); PWS-Methylierungstest normal.
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Therapie

Die Behandlung des Prader-Willi-Syndroms erfordert eine lebenslange multidisziplinäre Betreuung. Zwei Kernpfeiler bestimmen das klinische Outcome: die Wachstumshormontherapie (GH, ab frühestem Kindesalter) und das strikte Ernährungsmanagement (Vorbeugung der lebensbedrohlichen Hyperphagie-Folgen). Neue pharmakologische Ansätze wie Setmelanotid und GLP-1-Agonisten eröffnen weitere Möglichkeiten.

Wachstumshormontherapie (GH)

GH-Therapie beim PWS: EU-zugelassen (alle führenden Somatropin-Präparate), FDA-zugelassen 2000. Indikation: PWS mit Kleinwuchs; auch bei normalem GH-Stimulationstest! Wirkung geht weit über Wachstum hinaus: Körperzusammensetzung, Muskelkraft, Schlaf, kognitive Entwicklung, Lebensqualität. Therapiebeginn so früh wie möglich (ab Diagnose, auch im Säuglingsalter, wenn Sicherheitsbedingungen erfüllt).

GH-Therapie – Wirkungsspektrum

Wachstum: +5–8 cm Endgrößengewinn (wichtig!). Körperzusammensetzung: Fettmasse ↓, Muskelmasse ↑ (auch ohne sichtbaren Wachstumseffekt). Motorik: Verbesserte Muskelkraft, Ausdauer, Koordination. Kognition: Verbesserte Aufmerksamkeit, Sprache in einigen Studien. Schlaf: Reduzierter Schlafdruck, Verbesserung Schlafarchitektur.

Somatropin 0,035 mg/kg/d s.c. täglich (PWS-Dosis)

GH-Therapie – Sicherheit PWS

Obligate Voraussetzungen: (1) Schlaflabor: obstruktive oder zentrale Schlafapnoe ausschließen/behandeln. (2) HNO: Adenoide/Tonsillen (Obstruktion?). (3) Keine aktiven Malignome. (4) Gewichtskontrolle (Fettleibigkeit verstärkt Schlafapnoe). Kontraindikation: Schwere Adipositas, unkontrollierte Schlafapnoe.

Schlaflabor obligat vor Start! Dann alle 1–2 Jahre.

Wöchentliche GH-Präparate

Lonapegsomatropin (Skytrofa®): wöchentlich s.c.; EU-Zulassung 2021 (ab 3 Jahren, GHD). Somatrogon (Ngenla®): wöchentlich; EU 2021. Für PWS: derzeit noch überwiegend tägliches GH. Compliance-Vorteil bei Jugendlichen mit PWS (wöchentlich besser toleriert). Studien laufen.

Lonapegsomatropin / Somatrogon (wöchentlich, in Studien für PWS)

Ernährungsmanagement – Kerntherapie

Das Ernährungsmanagement ist bei PWS keine Frage der Willenskraft – es ist eine medizinische Notwendigkeit! Das Sättigungsgefühl ist biologisch nicht vorhanden. Patienten können ihren Hunger nicht kontrollieren. Strukturelle, umgebungsbasierte Maßnahmen (Schlosssicherungen am Kühlschrank, Nahrungsmittelkontrolle) sind genauso medizinisch wie Medikamente.

Kalorienrestriktion & Nahrungsplanung

Energiebedarf bei PWS ~60–80 % des altersüblichen Bedarfs (Grundumsatz erniedrigt!). Hochwertige, nährstoffreiche Kost. Kleine, häufige Mahlzeiten. Vermeidung von Freiheit bei Nahrungszugang. Mahlzeiten zeitgesteuert. Ernährungsberater obligat. Langfristige Kalorienkontrolle = Überlebensstrategie.

1.000–1.200 kcal/d (2–8 J.) / 1.200–1.500 kcal/d (≥8 J.)

Nahrungszugangsmanagement

Kühlschrank-, Vorratskammer-, Mülleimer-Schlösser (obligat ab ~3–4 Jahren). Schulkantine: strukturiertes Mittagessen, kein freier Zugang. Ausflüge/Feste: strenge Vorbereitung. Auch Verwandte und Betreuungspersonen informieren! Das Versagen liegt NICHT beim Kind, sondern im hypothalamischen Defekt.

Strukturelle Nahrungsmittelkontrolle (nicht-pharmakologisch)

Mikrobiom & Faserreiche Ernährung

Ballaststoffreiche Kost verlangsamt Magenentleerung → längere Sättigung simuliert. Präbiotika/Probiotika: in Studien bei PWS (Darmflora verändert). Ausreichend Flüssigkeit (cave: kein zuckerreicher Saft). Vitamin-D und Calcium supplementieren (Knochendichte).

Ballaststoffe + Probiotika + Vitamin D + Calcium

Setmelanotid & neue pharmakologische Therapien

Setmelanotid (Imcivree®) – Meilenstein 2022/2024: MC4R-Agonist (Melanocortin-4-Rezeptor-Agonist). Normalerweise aktivieren MSH → MC4R → Sättigungssignal. Bei PWS: gestörter Signalweg (POMC-Expression beeinflusst). FDA-Zulassung 2024 für PWS (klinische Studie: signifikante Gewichtsreduktion + Hunger-Verminderung). EMA-Prüfung laufend (Stand 2026: in D noch nicht routinemäßig zugelassen für PWS). Subkutan täglich.

Setmelanotid (Imcivree®)

MC4R-Agonist. Täglich s.c. Injektion. Klinische Studien (RM-493-022): ~80 % Responder mit signifikanter Gewichtsreduktion und vermindertem Hungergefühl. Nebenwirkungen: Hyperpigmentierung, spontane Erektionen, Übelkeit. FDA zugelassen für PWS 2024. EMA: in Prüfung / off-label in D. Individueller Versuch möglich.

Setmelanotid s.c. täglich (2,5 mg initial, bis 10 mg)

GLP-1-Agonisten (Semaglutid, Liraglutid)

Off-label bei PWS. GLP-1-Rezeptoren im Hypothalamus vermitteln Sättigungssignal (teilweise intakt bei PWS). Fallberichte und kleine Serien: signifikante Gewichtsreduktion, verminderter Hunger. Semaglutid wöchentlich s.c. (Ozempic®/Wegovy®): Ab ≥12 Jahren in Studien. Systematische Phase-2-Studien für PWS laufen.

Semaglutid wöchentlich s.c. (off-label, Studien)

Livoletide (Ghrelin-Antagonist)

Unacyliertes Ghrelin-Analogon → antagonisiert Ghrelin-Wirkung (Hunger-Signal). PWS: massiv erhöhtes Ghrelin. Phase-2-Studie OZZY: signifikante Reduktion Hungergefühl (hyperphagie score). Noch nicht zugelassen; weitere Studien nötig. Subkutan täglich. Vielversprechend!

Livoletide s.c. täglich (Phase 2–3 Studien)

Diazoxid (Hyperinsulinismus-Behandlung)

Hemmt Insulinsekretion (KATP-Kanal-Öffner). Adjuvant bei PWS mit Hyperinsulinismus. Kann Gewichtszunahme-Mechanismus (durch Insulinanabolismus) teilweise hemmen. Off-label; selten eingesetzt. Cave: Flüssigkeitsretention, Hypertrichose.

Diazoxid oral (off-label, Hyperinsulinismus)

Metformin (T2DM bei PWS)

Bei entwickeltem T2DM oder ausgeprägter Insulinresistenz. Verbessert Insulinsensitivität. Gewichtsneutral bis -reduzierend. In Studien bei PWS eingesetzt. Kein primäres Antihalangeringes Mittel. Ergänzend zu GH + Ernährungsmanagement.

Metformin 500–1500 mg/d p.o. (T2DM/Insulinresistenz)

Topiramat / Carboanhydrase-Hemmer

Off-label bei PWS-Hyperphagie in Einzelfällen beschrieben (Fallberichte). Appetitmindernde Wirkung des Antiepileptikums Topiramat. Eingeschränkte Datenlage. Nicht standardmäßig empfohlen; nur in Ausnahmefällen bei fehlenden Alternativen.

Topiramat (off-label, Einzelfälle)

Weitere Hormonsubstitutionen

Sexualhormon-Substitution (Hypogonadismus)

Jungen: Orchidopexie bis 12 Monate (operativ bevorzugt; hCG-Vorbehandlung oft wenig wirksam). Testosteron-Pubertätsinduktion wenn ausbleibt. Mädchen: Östrogen transdermal einschleichend ab 11–12 Jahren. Progesteron nach Uterusentwicklung. Lebenslange Substitution bis Menopausenalter.

Testosteron-Depot / Estradiol transdermal + Progesteron

Schilddrüsenhormon (Hypothyreose)

Bei manifester Hypothyreose: Levothyroxin. fT4 als Zielparameter (zentrale Hypothyreose: TSH nicht aussagekräftig!). Dosierung gewichtsbasiert. Jährliches Screening obligat. Thyroxin-Mangel verstärkt Adipositas und Antriebslosigkeit.

Levothyroxin p.o. (wenn hypothyreot)

Hydrocortison (NNR-Stressantwort)

Bei nachgewiesener NNR-Insuffizienz: Stressprotokoll (3× Normaldosis bei Fieber/OP/Trauma). Notfallausweis. Basisdosis nur bei klinisch manifester Insuffizienz. Kortisol-Stimulationstest bei jedem PWS-Kind zu Beginn. Cave: Dexamethason unterdrückt GH-Sekretion (Cortisol-Test mit Hydrocortison).

Hydrocortison Stressdosierung (Notfallprotokoll)

Verhaltenstherapie & multidisziplinäre Begleitung

Verhaltenstherapie & Strukturierung

Verhaltenstherapie mit Schwerpunkt auf Ernährungsritualen, Frustrationstoleranz, Emotionsregulation. ABA (Applied Behavior Analysis) bei schwerer Verhaltensauffälligkeit. Klare Strukturen, Vorhersehbarkeit, visuelle Tagespläne. Positive Verstärkung. Kein Diskutieren über Essen.

KVT + ABA + Strukturierungsprogramme

Frühförderung & Therapien

Physiotherapie (Hypotonie, Motorik, Koordination) ab Diagnose. Ergotherapie (Feinmotorik, ADL). Logopädie (Saugschwäche, Sprache, Dysarthrie). Frühförderung in Regel-/Förderkindergarten. Schulische Inklusion oder Förderschule je nach IQ. Individuelle Förderpläne.

PT + ET + Logo + Frühförderung ab Diagnose

Psychiatrische Behandlung

Psychosen (v.a. UPD15mat): Atypische Antipsychotika (z.B. Quetiapin, Aripiprazol). Cave: Gewichtszunahme unter Antipsychotika verstärkt Adipositas! OCD-ähnliche Verhaltensweisen: SSRI (Fluoxetin, Sertralin) in Studien. ADHS: Methylphenidat mit Vorsicht (Appetitmindernde Wirkung hilfreich!).

Aripiprazol / Quetiapin (Psychose) · SSRI (OCD) · ggf. MPH

Skoliose-Management

Orthopädische Überwachung ab Diagnose (Skoliose bei ~80 %)! Röntgen Wirbelsäule jährlich (Cobb-Winkel). Physiotherapie. Korsett bei Cobb >20–25°. Chirurgische Intervention bei Progredienz (>40–50°). Cave: GH kann Skoliose beschleunigen → engmaschiges Monitoring unter GH.

Physiotherapie + Korsett + ggf. Wirbelsäulen-OP
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Monitoring & Langzeitbetreuung

Das PWS erfordert eine lebenslange multidisziplinäre Betreuung. Mit fortschreitendem Alter verschieben sich die Schwerpunkte: In der Kindheit dominieren GH-Therapie und Entwicklungsförderung; in der Adoleszenz Adipositas-Prävention und Pubertätsinduktion; im Erwachsenenalter metabolische Komplikationen und psychiatrische Begleitung.

Parameter / MaßnahmeFrequenzZielwert / Bemerkung
Körpergröße, Gewicht, BMI (SDS)Alle 3 MonateBMI-SDS < +2 als Ziel. Gewichtszunahme über Norm → Ernährungsplanung intensivieren; GH-Dosis prüfen.
IGF-1 (GH-Therapie-Monitoring)Alle 6 MonateZiel: 0 bis +2 SDS. Nicht überschreiten. Tumorrisiko-Diskussion bei sehr hohem IGF-1.
Schlaflabor (Polysomnographie)Vor GH-Start; dann alle 1–2 JahreAHI: zentraler + obstruktiver Schlafapnoe-Index. >1/h → Behandlung (HNO/CPAP) vor oder unter GH.
Skoliose (Röntgen Wirbelsäule)Jährlich (bei Progredienz häufiger)Cobb-Winkel dokumentieren. >20°: Korsett. >40°: chirurgische Beratung.
TSH + fT4JährlichHypothyreose-Screening. Bei pathologisch: L-T4 einleiten.
Kortisol-Stimulationstest (ACTH-Test)Einmalig bei Diagnose; bei Stressepisoden wiederholenNNR-Stressantwort bewerten. <500 nmol/l nach ACTH → Stressprotokoll anlegen.
HbA1c + Nüchternglukose + InsulinJährlich ab 10 JahrenT2DM frühzeitig erkennen. HOMA-IR für Insulinresistenz. GLP-1-RA / Metformin bei Bedarf.
LipidprofilJährlich ab 10 JahrenDyslipidämie bei Adipositas häufig. Statine wenn LDL persistierend erhöht.
Knochendichte (DXA)Alle 2 JahreZ-Score > −2 anstreben. GH + Sexualhormone + Calcium/Vit. D supplementieren.
Sexualhormone (LH, FSH, Östradiol/T)Alle 2 Jahre; bei Pubertätsfragen häufigerHypogonadismus bestätigen → Pubertätsinduktion planen (Östrogen / Testosteron).
Augenärztliche UntersuchungJährlichStrabismus-Überwachung. Amblyopie-Behandlung. Refraktion.
Neuropsychologie / PsychiatrieJährlich; bei Verhaltenseskalation sofortIQ, Sprache, Verhalten, Psychosen-Screening (v.a. Adoleszenz UPD15mat). SSRI/Antipsychotika wenn nötig.
Transition ins ErwachsenenalterAb 16 Jahren planenÜbergabe Erwachsenenendokrinologie + Psychiatrie + Internist. Wohnform besprechen (Betreutes Wohnen). Betreuungsrecht (ab 18 J. wenn nötig).
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Expertenzentren & Spezialisten

Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Prader-Willi-Syndrom erfordert hochspezialisierte multidisziplinäre Zentren mit Expertise in pädiatrischer Endokrinologie (GH-Therapie, Hormonsubstitution), Adipositas-Medizin, Neuropsychologie, Verhaltenstherapie, Orthopädie und genetischer Beratung. Zunehmend kommen auch Gastroenterologie (Ernährung), Psychiatrie (Psychosen) und Schlafmedizin hinzu.

Hinweis: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Personalveränderungen möglich. Aktuelle PWS-Zentren: www.pwsa.de (Prader-Willi-Syndrom Vereinigung Deutschland) · www.dgked.de (DGKED) · www.orphanet.de. Für Setmelanotid-Therapie: Spezialzentren mit Erfahrung in seltener Adipositas.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. med. Martin Wabitsch
Pädiatrische Endokrinologie & Seltene Adipositas
Universitätsklinikum Ulm
Sektion Pädiatrische Endokrinologie & Diabetologie
ULM · Baden-Württemberg
Prader-Willi-Syndrom, monogene Adipositas, Setmelanotid (Pionier in D!), MC4R, LEP/LEPR, GH-Therapie PWS, hypothalamische Adipositas, Bariatrie, GLP-1-RA
PWSSetmelanotidSeltene Adipositas
Dr. med. Dagmar l'Allemand-Jander
Pädiatrische Endokrinologie
Ostschweizer Kinderspital
St. Gallen (ehem. Zuordnung auch D-Netzwerk)
ST. GALLEN (PWS-Sprechstunde)
Prader-Willi-Syndrom, GH-Therapie bei PWS, Hyperphagie-Management, Wachstum, Pubertät, hypothalamische Adipositas, Ernährungsmanagement
PWSGH-TherapieHyperphagie
Prof. Dr. med. Roland Pfäffle
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Leipzig
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
LEIPZIG · Sachsen
Prader-Willi-Syndrom, GH-Therapie, Hypogonadismus, Hypophysenentwicklung, PROP1, CPHD, kombinierter HVL-Mangel, Wachstumsstörungen
PWSGH-TherapieHypophyse
Prof. Dr. med. Susanne Bechtold-Dalla Pozza
Pädiatrische Endokrinologie
Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. von Haunersches Kinderspital
MÜNCHEN · Bayern
Prader-Willi-Syndrom, GH-Therapie bei PWS, Pubertät, Adipositas-Komorbidität, NNR-Stressantwort, Transition PWS
PWSGH-TherapieTransition
Prof. Dr. med. Hermann Müller
Pädiatrische Onkologie & Endokrinologie
Universitätsklinikum Oldenburg
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
OLDENBURG · Niedersachsen
Hypothalamische Adipositas (auch nach Kraniopharyngeom), Oktreotid, GLP-1-RA, Adipositas-Therapie, Ernährungsmanagement komplexer Adipositas, PWS-Langzeitmorbidität
Hyp. AdipositasOktreotidPWS
Prof. Dr. med. Karl Otfried Schwab
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Freiburg
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
FREIBURG · Baden-Württemberg
Prader-Willi-Syndrom, GH-Therapie, Schilddrüse + PWS, Diabetes bei PWS, NNR, Hypophyse
PWSGH-TherapieDiabetes
Prof. Dr. med. Markus Bettendorf
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
HEIDELBERG · Baden-Württemberg
PWS, GH-Therapie, Hypopituitarismus, Schilddrüse + PWS, Knochendichte, Pubertätsstörungen, Wachstum
PWSGH-Therapie
Prof. Dr. med. Thomas Reinehr
Pädiatrische Endokrinologie & Adipositas
Vestische Kinder- und Jugendklinik
Universität Witten/Herdecke, Datteln
DATTELN · NRW
Adipositas (alle Formen inkl. PWS), KIGGS-Daten, Lifestyle-Intervention, metabolisches Syndrom Kinder, Adipositas-Leitlinien
AdipositasLifestylePWS-Komorbidität
Prof. Dr. med. Wolfram Henn
Humangenetik & Imprintig-Erkrankungen
Universitätsklinikum des Saarlandes
Institut für Humangenetik
HOMBURG · Saarland
Prader-Willi-Syndrom Genetik, genomisches Imprinting, Angelman-Syndrom-Differenzierung, UPD15-Diagnostik, IC-Defekte, genetische Beratung Imprinting-Erkrankungen
Imprinting-GenetikPWSBeratung
Dr. med. Andreas Dörr
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Erlangen
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
ERLANGEN · Bayern
PWS, GH-Therapie, Wachstum, Adipositas, Pubertätsstörungen, Hypogonadismus, endokrine Komplikationen
PWSGH-Therapie
Prof. Dr. med. Joachim Wölfle
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Bonn
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
BONN · NRW
PWS, GH-Therapie, Wachstumsstörungen, Hypogonadismus, Turner + andere syndromale Erkrankungen
PWSGH-Therapie
Prof. Dr. med. Paul-Martin Holterhus
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Kiel
KIEL · Schleswig-Holstein
PWS, Hypogonadismus, DSD, molekulare Endokrinologie, GH-Therapie, Wachstum, ENDO-ERN
PWSHypogonadismusENDO-ERN
🇦🇹 Österreich
Univ.-Prof. Dr. Gabriele Haeusler
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Wien
Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde (AKH)
WIEN
Prader-Willi-Syndrom, GH-Therapie bei PWS, Hypogonadismus, Adipositas-Komplikationen, Turner + andere seltene Syndrome, ENDO-ERN
PWSGH-TherapieENDO-ERN
Univ.-Prof. Dr. Klaus Kapelari
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Innsbruck
Univ.-Klinik für Pädiatrie
INNSBRUCK · Tirol
PWS, GH-Therapie, Wachstumsstörungen, Hypogonadismus, Pubertätsstörungen, Adipositas
PWSGH-TherapiePubertät
Prof. Dr. Wolfgang Sperl
Pädiatrische Endokrinologie & Stoffwechsel
Paracelsus Medizinische Privatuniversität
Universitätsklinik, Salzburg
SALZBURG
Prader-Willi-Syndrom, GH-Therapie, Wachstum, Stoffwechselerkrankungen, angeborene Erkrankungen, Salzburg-Zentrum PWS
PWSGH-TherapieStoffwechsel
Dr. Daniela Freidl
Pädiatrie & Endokrinologie
Kepler Universitätsklinikum Linz
Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde
LINZ · Oberösterreich
PWS, GH-Therapie OÖ, Wachstumsstörungen, Schilddrüse, AGS, Neugeborenenscreening
PWSGH-Therapie
Dr. Daniel Weghuber
Pädiatrische Endokrinologie & Adipositas
Paracelsus Medizinische Privatuniversität
Salzburg
SALZBURG
Adipositas bei PWS, GLP-1-RA bei PWS/hypothalamischer Adipositas, T2DM Jugendliche, Semaglutid-Studien, ECOG
PWS-AdipositasGLP-1Semaglutid
🇨🇭 Schweiz
Dr. med. Dagmar l'Allemand
Pädiatrische Endokrinologie
Ostschweizer Kinderspital
St. Gallen
ST. GALLEN
Prader-Willi-Syndrom (spezialisierte Sprechstunde!), GH-Therapie bei PWS, Hyperphagie-Management, Adipositas, hypothalamische Fettsucht, Wachstum, Pubertät, internationale PWS-Forschung
PWS-ExpertinGH-TherapieHyperphagie
Prof. Dr. med. Eugen Schönle
Pädiatrische Endokrinologie (em.)
Ostschweizer Kinderspital
St. Gallen
ST. GALLEN
PWS, GH-Therapie, Wachstum, Schilddrüse, Diabetes, langjährige PWS-Expertise Ostschweiz
PWSGH-Therapie
Prof. Dr. med. Urs Zumsteg
Pädiatrische Endokrinologie
Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB)
BASEL
PWS, GH-Therapie, Hypogonadismus, Adipositas-Komorbidität, Turner + andere Syndrome, Knochendichte, Transition
PWSGH-TherapieTransition
Dr. med. Primus Mullis
Pädiatrische Endokrinologie
Inselspital Bern
Universitätsklinik für Kinderheilkunde
BERN
PWS, GH-Therapie, Hypopituitarismus, Hypogonadismus, MODY, Wachstum, Hypophyse
PWSGH-Therapie
Dr. med. Monika Fluri
Pädiatrische Endokrinologie
Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
ZÜRICH
PWS, GH-Therapie Zürich, Wachstum, Pubertät, Adipositas, Schilddrüse, Diabetes
PWSGH-Therapie
Prof. Dr. med. Anita Rauch
Humangenetik
Universität Zürich
Institut für Medizinische Genetik
ZÜRICH
PWS-Genetik, genomisches Imprinting, UPD15-Diagnostik, IC-Defekte, Angelman-Differenzierung, genetische Beratung, seltene Syndrome
Imprinting-GenetikPWSForschung

Fachgesellschaften, Register & Selbsthilfe

💙

PWSA Deutschland e.V.

Prader-Willi-Syndrom Vereinigung Deutschland. Selbsthilfe, Fachkontakte, Veranstaltungen, Informationsmaterial für Familien. www.pwsa.de

🌍

IPWSO (International)

International Prader-Willi Syndrome Organisation. Forschungsförderung, internationale Netzwerke, Leitlinien. www.ipwso.org

🏅

DGKED (Deutschland)

Deutsche Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie. GH-Therapie-Richtlinien. www.dgked.de

🌐

ENDO-ERN (EU)

EU-Referenznetzwerk seltene endokrine Erkrankungen. PWS als seltene genetische Erkrankung erfasst. www.endo-ern.eu

🔬

Seltene Adipositas Netzwerk (Deutschland)

Netzwerk für monogene/seltene Adipositas-Formen (incl. PWS). Setmelanotid-Therapiezentren. Koordination: Ulm (Prof. Wabitsch).

🇦🇹

Prader-Willi Österreich

Österreichische PWS-Gesellschaft. Selbsthilfe, Beratung, Vernetzung. Kontakt über PWSA oder österreichische Zentren.

🇨🇭

PWS Schweiz

Kontaktgruppe Schweiz über IPWSO. Spezialisierte Sprechstunden in St. Gallen und Basel. Vernetzung via Ostschweizer Kinderspital.

📊

ANSWER GH-Register

Internationales GH-Therapieregister. Langzeitdaten pädiatrischer PWS-GH-Therapie. www.answerstudy.com