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Grundlagen & Pubertätsphysiologie

Die Pubertät wird durch die Reaktivierung der hypothalamisch-hypophysär-gonadalen Achse (HPG-Achse) eingeleitet, die in der Kindheit durch aktive Suppression (GABAerge Inhibition, kisspeptinabhängige Hemmung) weitgehend ruhig gestellt war. Pubertas tarda bezeichnet das Ausbleiben normaler Pubertätszeichen jenseits der definierten Altersgrenzen und kann organische oder funktionelle Ursachen haben.

Die HPG-Achse und ihre Regulation

Hypothalamus GnRH (pulsatil)
Kisspeptin ↑
GABA/NPY ↓
Hypophyse LH + FSH
Gonadotrope Zellen
GnRH-Rezeptor
Gonaden Östrogen · Testosteron
Ovar / Hoden
Inhibin B / AMH
Zielorgane Sekundärmerkmale
Knochen, Wachstum
Uterus, Brustdrüse
Neg. Feedback E2/T → HPG ↓
Langschleife
Kurzschleife
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KNDy-Neurone (Kisspeptin/Neurokinin B/Dynorphin)

Zentraler Pubertäts-Schrittmacher im Nucleus arcuatus. Kisspeptin aktiviert GnRH-Neurone → pulsatile GnRH-Freisetzung. Energiestatus (Leptin), Stress und Licht modulieren KNDy-Aktivität.

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Kindliche Suppression

GABAerge Inhibition + niedriger Leptin-/Kisspeptin-Tonus → HPG-Achse ruht (1–10 Jahre). Mini-Pubertät in den ersten 6 Monaten → dann erneute Suppression bis zur Pubertät (~10–13 J.).

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Timing der Pubertät

Heritabilität ~60–80 %. Einflussfaktoren: Körperfettmasse, Leptin, chronische Erkrankungen, Stress, endokrine Disruptoren, ethnische Zugehörigkeit, sozioökonomischer Status.

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Knochenwachstum & Pubertät

Östrogen (aus Aromatisierung von T, oder direkt): Schlüsselrolle für Knochenmineralisation und Epiphysenschluss bei beiden Geschlechtern. Knochenalter = bestes Maß der biologischen Reife.

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Adrenarche

Reifung der NNR-Zona reticularis ab 6–8 Jahren → DHEAS-Anstieg → Pubarche/Körpergeruch. GnRH-unabhängig! Fehlt bei Addison-Erkrankung, bleibt bei isoliertem HHH erhalten. Differentielle Diagnose wichtig.

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Mini-Pubertät (0–6 Monate)

Physiologische transiente HPG-Aktivierung post-neonatal: LH/FSH und Östrogen/Testosteron deutlich erhöht. Diagnostisch wichtig: Kryptorchismus-Evaluation (Testis-Descensus), Mikropenis-Therapie mit Testosterone.

Normgrenzen der Pubertätsentwicklung

ZeichenFrühester NormalwertNormbereichPubertas tarda (Grenze)
Thelarche (♀)8 Jahre8–13 JahreKein Tanner II bis 13 Jahre
Pubarche (♀)8 Jahre8–13 JahreKein Schambehaarung bis 14 Jahre
Menarche (♀)9–10 Jahre11–15 JahrePrimäre Amenorrhoe bis 15 Jahre (oder 3 J. nach Thelarche)
Hodenvolumen ≥ 4 ml (♂)9 Jahre9–14 JahreHoden < 4 ml bis 14 Jahre
Pubarche (♂)9 Jahre9–15 JahreKein Schambehaarung bis 15 Jahre
Stimmbruch (♂)~11 Jahre11–15 JahreKein Stimmbruch bis 16 Jahre
Wachstumsschub (♀)6–12 Mo nach Thelarche10–13 JahreFehlt bei Pubertas tarda (Knochenalter niedrig)
Wachstumsschub (♂)~12–14 Jahre12–16 JahreFehlt entsprechend bei verspäteter Gonadarche
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Klassifikation & Ätiologie

Pubertas tarda wird nach dem Ort der Störung in der HPG-Achse klassifiziert. Die drei Hauptkategorien unterscheiden sich grundlegend in Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie.

~60–70 %

Konstitutionelle Entwicklungsverzögerung (KEV)

Häufigste Form. Knochenalter retardiert (2–4 Jahre). Normale Endgröße. Positive Familienanamnese. Selbstlimitierend – Pubertät setzt sich von allein fort.

~15–20 %

Hypogonadotroper Hypogonadismus (HHH)

Zentrale Ursache: LH/FSH erniedrigt trotz fehlender Pubertät. Organisch (Tumor, Fehlbildung) oder genetisch (Kallmann-Syndrom, CHARGE, Normosmatisches HHH).

~10–15 %

Hypergonadotroper Hypogonadismus (HGH)

Gonadale Ursache: LH/FSH erhöht, Gonadenversagen. Turner-Syndrom, Klinefelter, gonadale Dysgenesie, iatrogen (Bestrahlung, Chemotherapie).

~10–15 %

Funktioneller Hypogonadismus (FHH)

Reversibel: Chronische Erkrankungen (M. Crohn, CF, Anorexia), Sport-Amenorrhoe, Hypothyreose, Hyperprolaktinämie, Malnutrition, Adipositas (selten).

selten

Organischer HHH

ZNS-Tumoren (Kraniopharyngeom, Gliom), Hypophysenapoplexie, Infiltrationen (Sarkoidose, Histiozytose), Bestrahlung Schädel, kongenitale Fehlbildungen.

selten

Primäre gonadale Störungen (HGH)

Enzymatische Defekte (CYP17A1, HSD17B3), Resistenz gegen LH/FSH (FSHR/LHCGR inaktivierend), autoimmune Oophoritis, Galaktosämie.

Konstitutionelle Entwicklungsverzögerung (KEV) – Details

KEV ist keine Erkrankung, sondern eine Normvariante! Das biologische Tempo der Entwicklung ist genetisch verzögert. Knochenalter liegt 2–4 Jahre hinter dem Kalenderalter. Pubertät setzt spontan (meist) bis zum 18. Lebensjahr ein. Positive Familienanamnese: oft ein Elternteil hatte ebenfalls späte Pubertät. KEV ist die häufigste Ursache der Pubertas tarda bei Jungen (~80 % der Jungen mit Pt haben KEV), bei Mädchen seltener (~50 %).

Hypogonadotroper Hypogonadismus (HHH)

ISOLIERTER HHH (iHH) – KALLMANN-SYNDROM

  • GnRH-Mangel + Anosmie/Hyposmie (olfaktorische Bulbus-Aplasie)
  • Prävalenz: 1 : 8.000–10.000
  • Verhältnis ♂ : ♀ = 4–5 : 1
  • Assoziiert: Kryptorchismus, Mikropenis, Gaumenspalte, Nierenagenese, bimanuelle Synkinesie
  • Multiple Genmutationen (KAL1, FGFR1, PROKR2, GNRHR, KISS1R u.v.m.)
  • Sporadisch oder familiär; variable Expressivität

NORMOSMATISCHER (NICHT-KALLMANN) iHH

  • GnRH-Mangel ohne Anosmie
  • Genetisch heterogen (GNRHR, GNRH1, KISS1R, KISS1, TAC3, TACR3)
  • Klinisch idiopathisch (kein Riechen-Befund)
  • ~10 % spontane Reversal möglich (Reversibles HHH)
  • Differenzierung von KEV oft erst im Verlauf möglich

ORGANISCHER HHH (ERWORBEN)

  • Kraniopharyngeom (häufigste Ursache im KJ-Alter)
  • Gliom, Germinom, Prolaktinom
  • ZNS-Bestrahlung (Dosis > 24 Gy → GnRH-Mangel)
  • Sarkoidose, Hämochromatose, Histiozytose X
  • Hypophysenapoplexie
  • Traumatische Hirnverletzung

Hypergonadotroper Hypogonadismus (HGH) – Gonadenversagen

TURNER-SYNDROM (45,X + VARIANTEN) – Mädchen

  • Häufigste Ursache des HGH bei Mädchen
  • Gonadale Dysgenesie → Streak-Gonaden → kein Östrogen
  • Fehlende Thelarche, primäre Amenorrhoe
  • LH/FSH massiv erhöht
  • Karyotyp 45,X oder Mosaike (45,X/46,XX etc.)
  • Begleitbefunde: Kleinwuchs, Herzfehler, Niere, Schilddrüse

KLINEFELTER-SYNDROM (47,XXY) – Jungen

  • Häufigste Ursache HGH bei Jungen (1 : 600 Männer)
  • Pubertät oft spontan (verzögert), kleine Hoden bleiben bestehen
  • Progressive Leydigzell-Dysfunktion
  • Testosteron oft niedrig normal initial, dann abfallend
  • Gynäkomastie, hoher Wuchs, Infertilität (Azoospermie)
  • Karyotyp 47,XXY (oder 48,XXXY etc.)

GONADALE DYSGENESIE (46,XY / 45,X)

  • Swyer-Syndrom (46,XY Gonadale Dysgenesie): weiblicher Phänotyp, Streak-Gonaden
  • Fehlende Pubertät, primäre Amenorrhoe
  • Y-Material → Gonadoblastom-Risiko!
  • NR5A1, SRY, WT1, GATA4-Mutationen
  • 45,X/46,XY Mosaizismus: variables Bild

IATROGENER HYPOGONADISMUS

  • Gonaden-Bestrahlung (Schwellendosen: Ovar 6 Gy, Hoden 2–3 Gy → POI/Azoospermie)
  • Gonadentoxische Chemotherapie (Cyclophosphamid, Busulfan, Melphalan)
  • Chirurgische Gonadektomie
  • Zunehmendes Problem: Langzeitüberleben pädiatrischer Krebspatienten
  • Fertilitätsprävention vor Chemotherapie/Bestrahlung obligat diskutieren!

Funktioneller Hypogonadismus – reversible Ursachen

🏃‍♀️

Sport-Amenorrhoe / Relative Energieverfügbarkeit

Weibliche Athletentriade: Energiedefizit + Menstruationsstörung + Knochendichte ↓ (RED-S). GnRH-Puls-Suppression durch chronisches Energiedefizit. Reversibel nach Gewichtszunahme/Trainingsreduktion.

🍽️

Anorexia nervosa / Malnutrition

Leptinmangel → KNDy-Neurone-Suppression → GnRH-Pulsverlust. Häufige, oft übersehene Ursache. Amenorrhoe als Leitsymptom. Normalisierung bei Gewichtszunahme. Knochendefizit kann bleiben.

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Hypothyreose

TSH-Erhöhung hemmt GnRH-Pulsatilität. Pubertas tarda reversibel unter L-T4-Therapie. Cave: Verwechslung mit Van Wyk-Grumbach-Syndrom (Hypothyreose → Pseudopubertas praecox). TSH immer bestimmen!

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Hyperprolaktinämie

Prolaktin hemmt GnRH-Pulsatilität. Ursachen: Prolaktinom, Antipsychotika, Metoclopramid, Stress. Galaktorrhoe selten bei Kindern. MRT Hypophyse bei erhöhtem Prolaktin. Kabergolin/Bromocriptin.

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Chronische Erkrankungen

M. Crohn, Zöliakie, CRI, CF, chronische Anämie (Sichelzell), Thalassämie → Pubertas tarda durch Inflammation, Malnutrition und direkte gonadale Schädigung. Behandlung der Grunderkrankung oft ausreichend.

💊

Medikamente & Glukokortikoide

Langzeitige systemische Steroide → HPA-Dominanz → GnRH-Suppression. Opioid-Analgetika (Opioid-induzierter Hypogonadismus). Antipsychotika (Dopaminantagonisten → Prolaktin ↑). Substanzabhängigkeit.

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Klinische Symptome

Mädchen – Klinische Zeichen der Pubertas tarda

KÖRPERLICHE ZEICHEN

  • Fehlende Brustentwicklung bis zum 13. Lebensjahr
  • Fehlende Schambehaarung bis zum 13.–14. Lebensjahr
  • Primäre Amenorrhoe (bis 15 J. oder 3 J. nach Thelarche)
  • Fehlendes pubertäres Wachstumspeak
  • Kleinwuchs (Knochenalter retardiert bei KEV)
  • Infantile Körperfettverteilung
  • Trockene Vaginalschleimhaut (Östrogenmangel)
  • Tanner-Stadium I bis ins Jugendalter

PSYCHOSOZIALE SYMPTOME

  • Körperliche Reifungsrückstand gegenüber Gleichaltrigen
  • Psychologischer Leidensdruck (besonders Mädchen > 13 J.)
  • Stigmatisierung, sozialer Rückzug
  • Niedriges Selbstwertgefühl, depressive Symptome
  • Schulische Schwierigkeiten
  • Elternliche Sorge / Familienbelastung
  • Angst vor Unfruchtbarkeit

Jungen – Klinische Zeichen der Pubertas tarda

BESONDERHEITEN KLINEFELTER / ORGANISCHER HHH

  • Klinefelter: Pubertät oft spontan (aber verzögert), kleine Hoden bleiben
  • Klinefelter: Lernprobleme, Sprachentwicklungsverzögerung, ADHS
  • Organischer HHH: Kopfschmerzen, Sehstörungen, Polyurie/Polydipsie (Diabetes insipidus)
  • Kraniopharyngeom: Adipositas, GH-Mangel, Hypopituitarismus (komplex)
  • Mikropenis (Norm: < 2,5 cm stretched bei NG) → pränatale HHH-Anamnese

Kallmann-Syndrom – Charakteristische Klinik

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Anosmie / Hyposmie

Pathognomonisch. Aplasie/Hypoplasie des Bulbus olfactorius (MRT). Patienten bemerken den Geruchsverlust oft selbst nicht oder seit Geburt. Riechtest obligat! (Buttersäure-Test, Sniffin' Sticks)

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Synkinesien (Bimanuelle Bewegungen)

Unwillkürliche Spiegelbewegungen der kontralateralen Hand bei einseitiger Bewegung. Häufig bei KAL1/ANOS1-Mutationen (X-linked). Hinweis auf kortikalen Entwicklungsdefekt.

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Assoziierte Fehlbildungen

Gaumenspalte, Lippenspalte, kongenitale Taubheit (CHARGE), Nierenagenesie (KAL1), Herzfehler, Brachydaktylie, Zahnfehlbildungen. Assoziationen je nach Genotyp unterschiedlich.

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Reversal (reversibles HHH)

~10–22 % der HHH-Patienten entwickeln nach Therapieende eine spontane HPG-Aktivierung (auch nach Jahren)! Therapieunterbrechungsversuch nach vollständiger Pubertätsinduktion erwägen. Fertilitätschance!

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Diagnostik

  1. Klinische Untersuchung & Anamnese Genaues Tanner-Stadium; Hodenvolumen (Orchidometer); Körpergröße + Wachstumskurve (Knick nach unten?). Familienanamnese: Pubertätsbeginn Eltern (Vater bei KEV!). Geruchsfähigkeit prüfen (Sniffin' Sticks). Chronische Erkrankungen, Sport, Ernährung, Medikamente. Fehlbildungen (Kryptorchismus, Mikropenis, Gaumen).
  2. Knochenalterbestimmung (obligat!) Röntgen linke Hand. KEV: Knochenalter deutlich retardiert (oft 2–4 Jahre). Organischer HHH: Knochenalter möglicherweise normal (da lange ohne Pubertät, aber normales Längenwachstum). Prognose Endgröße nach Bayley-Pinneau. Verlaufskontrolle.
  3. Basales LH, FSH, Testosteron/Östradiol, Inhibin B, AMH LH/FSH: erhöht → HGH (Gonadenversagen); erniedrigt/normal → HHH oder KEV. Testosteron/Östradiol: erniedrigt bei allen Formen. Inhibin B (♂): Marker für Sertoli-Zellfunktion (bei HGH niedrig, bei HHH variabel). AMH (♀): Marker Ovarreserve.
  4. Karyotyp (bei Mädchen obligat, bei Jungen mit HGH) Turner-Syndrom (45,X) bei jedem Mädchen mit Pubertas tarda und erhöhtem FSH. Klinefelter (47,XXY) bei Jungen mit kleinen Hoden + hohem FSH. FISH für Schnellergebnis. Array-CGH bei Verdacht auf submikroskopische Aberrationen.
  5. Riechtest (Olfaktometrie) Sniffin' Sticks-Test (Normlabor): Schwellenmessung, Diskrimination, Identifikation (TDI-Score). MRT Bulbus olfactorius: Aplasie/Hypoplasie (koronare T2-Sequenz!). Anosmie + HHH = Kallmann-Syndrom. Cave: Anosmie auch bei CHARGE-Syndrom.
  6. MRT Hypothalamus/Hypophyse Obligat bei HHH-Verdacht! T1/T2 sagittal + koronar. Kraniopharyngeom (Verkalkung!), Hypophysenaplasie/-hypoplasie, ektopes Neurohypophysen-Spot, Empty Sella, Septo-optische Dysplasie. Bulbus olfactorius koronar mitbeurteilen.
  7. Hormonprofil – erweitertes Panel je nach Verdacht TSH/fT4 (Hypothyreose!), Prolaktin (Hyperprolaktinämie), IGF-1 (GH-Mangel?), Cortisol/ACTH (Hypopituitarismus), 17-OHP (AGS), Schilddrüsen-AK, tTG-IgA (Zöliakie), BMI + Ernährungsstatus, CRP + Blutbild (chronische Entzündung).
  8. Genetische Diagnostik (je nach Verdacht) Karyotyp bei chromosomalen Ursachen. HHH-Panel (KAL1/ANOS1, FGFR1, GNRHR, PROKR2, KISS1R u.v.m.) bei familiärem HHH oder Kallmann-Syndrom. Exomsequenzierung bei unklarem HHH. CHARGE-Assoziations-Screening (CHD7-Gen). NR5A1 bei gonadaler Dysgenesie + 46,XY.

Labordiagnostik – Stufendiagnostik & Interpretation

ParameterMethodeReferenz (präpubertal)KEVHHHHGH
LH (basal) Ultrasensitiver Assay (ICMA) < 0,5 IU/l Normal / ↓ ↓↓ / undetektierbar ↑↑ (kompensatorisch)
FSH (basal) Immunoassay 1–3 IU/l Normal / ↓ ↓ / normal ↑↑↑ (kompensatorisch)
Testosteron (♂) LC-MS/MS < 0,5 nmol/l (präpubertal) Altersuntypisch niedrig ↓ (< 10 nmol/l) ↓ (< 10 nmol/l)
Östradiol (♀) LC-MS/MS < 20 pmol/l Altersuntypisch niedrig ↓ (< 40 pmol/l)
Inhibin B (♂) ELISA Altersabhängig Niedrig normal Variabel / erniedrigt ↓ / undetektierbar
AMH (♀) ELISA Altersabhängig; hoch prepubertal Normal Normal / erniedrigt ↓↓ (Ovarversagen)
Knochenalter Rö li. Hand (GP / TW3) = Kalenderalter ↓ 2–4 Jahre retardiert Variabel retardiert Variabel / normal
IGF-1 Immunoassay Altersabhängig; SDS-Berechnung Etwas erniedrigt (keine Pubertät) Erniedrigt bei GH-Mangel Normal / erniedrigt
TSH + fT4 ECLIA TSH 0,5–4,5 mU/l Immer bestimmen! Hypothyreose als reversible Ursache ausschließen
Prolaktin ECLIA < 25 µg/l Hyperprolaktinämie hemmt GnRH-Pulsatilität → funktioneller HHH

GnRH-Stimulationstest & Differenzierungsstrategien

Kernproblem: Die größte diagnostische Herausforderung ist die Differenzierung KEV vs. HHH. Beide zeigen im GnRH-Test ähnlich niedrige LH-Antworten! Kein einzelner Test trennt beide Diagnosen zuverlässig. Verlaufsbeobachtung mit spontanem Pubertätsbeginn bis 18 Jahre ist oft das einzige sichere Kriterium für KEV.

Test / BefundKEVHHHHGHKlinische Konsequenz
GnRH-Stimulationstest (LH-Peak)Niedriger Peak (< 5–8 IU/l)Kaum Antwort (< 2 IU/l)↑↑ (massiv überschossen)Differenzierung KEV vs. HHH oft unmöglich; HGH leicht erkennbar
Basales LH (ultrasensitiv, früh morgens)Oft < 0,3 IU/l (wie HHH)< 0,1–0,2 IU/l↑ (bei Gonadenversagen)Wert > 0,3 IU/l = Pubertätsbeginn wahrscheinlich
Inhibin B (♂)Oft detektierbar (> 35 pg/ml)Oft undetektierbar (< 35 pg/ml)Sehr niedrigInhibin B > 35 pg/ml = funktionsfähige Sertoli-Zellen → KEV wahrscheinlicher
Testosteron nach kurzer hCG-StimulationAnstieg auf > 9 nmol/l nach 3 Tagen hCGSchwächerer Anstieg (aber Leydigzellen prinzipiell ansprechbar)Kaum Anstieg (Gonadenversagen)HCG-Test prüft Leydigzell-Funktion direkt
Testosteron nach 3-monatigem TestosteronprimerSpontane LH-Pulsatilität nach AbsetzenMeist keine spontane LH-Pulsatilität nach AbsetzenIrrelevantTherapeutischer Test + diagnostisch: Pubertätsbeginn nach Absetzen → KEV

Bildgebung & weiterführende Diagnostik

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MRT Hypothalamus/Hypophyse

Obligat bei allen HHH-Verdachtsfällen. T1/T2 sagittal + koronar ± Gadolinium. Bulbus olfactorius separat koronar beurteilen (Aplasie/Hypoplasie = Kallmann). Ektoper Neurohypophysen-Spot bei HHH-Formen (MRT-Kriterium).

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Pelvine Sonographie (♀)

Uterusgröße / Ovarvolumen als Marker der Östrogenisation. Streak-Gonaden bei Turner. Ovarvolumen < 1 ml = kein Östrogen-Einfluss. Uteruslänge < 2,5 cm = präpubertal / hypoöstrogenisiert.

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Knochendichte (DXA)

Bei länger bestehendem Hypogonadismus / nach Diagnosestellung. Östrogendefizit → Osteopenie/Osteoporose. Z-Score < −2 = Interventionsbedarf. Monitoring unter Hormonsubstitution.

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Ophthalmologie / Neurologie

Bei ZNS-Ursachen: Gesichtsfelduntersuchung (Chiasma-Kompression), Fundus. Bei CHARGE: Augenhintergrund (Kolobome). MRT + visuell evozierte Potenziale bei septo-optischer Dysplasie. Hörtestung bei CHARGE.

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Echokardiographie (Turner)

Bikuspide Aortenklappe (~30 %), Aortenisthmusstenose, Aortenwurzel-Dilatation. Obligat bei Turner-Syndrom. MRT-Aorta ab Adoleszenz / bei aortaler Pathologie. Kardiologisches Langzeit-Follow-up.

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Olfaktometrie (Sniffin' Sticks)

TDI-Score: Schwelle (Threshold) + Diskrimination + Identifikation. Normosmie > 30,75 Punkte; Hyposmie 16–30,75; Anosmie < 16. Obligat bei HHH-Verdacht. Einfach durchführbar, validiert ab 6 Jahren.

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Molekulargenetische Diagnostik

Die Molekulargenetik der Pubertas tarda (insbesondere des HHH) ist in den letzten Jahren erheblich vorangeschritten. Über 50 Gene sind mit HHH/Kallmann-Syndrom assoziiert; zusammen erklären sie etwa 30–40 % der Fälle. Das Spektrum reicht von monogenen bis oligogenen (digenetischen/trigenetischen) Erbgängen mit hoher klinischer Variabilität.

Genetische Beratungshinweise: X-linked Kallmann-Syndrom (KAL1/ANOS1): Söhne von Trägerinnen betroffen. FGFR1: autosomal-dominant mit variabler Expressivität (intrafamiliäre Varianz!). Digene Mutationen häufig: 2 heterozygote Mutationen in verschiedenen HHH-Genen erklären Phänotyp. Genetische Untersuchung immer mit humangenetischer Beratung.

Gene des hypogonadotropen Hypogonadismus & Kallmann-Syndroms

GenProtein / FunktionPhänotypErbgangHäufigkeit HHHBesonderheiten
KAL1 / ANOS1 Anosmin-1; Zelladhäsion für GnRH-Neuronenmigration entlang Olfaktoriussystem Klassisches X-linked Kallmann-Syndrom; Anosmie + HHH; Synkinesien, Nierenagenesie, Gaumenspalte X-linked rezessiv ~5–10 % aller Kallmann Nur Männer betroffen; Mütter sind Konduktorinnen; Synkinesien fast pathognomonisch
FGFR1 (KAL2) Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor 1; GnRH-Neuronenmigration und -Überleben Kallmann (Anosmie + HHH) oder normosmatischer HHH; Gaumenspalte, Zahnagenesie, Brachydaktylie; sehr variable Expressivität AD (variable Penetranz) ~10 % aller HHH/Kallmann Häufigste autosomal-dominante Form; Intrafamiliäre Varianz enorm; Reversal möglich
PROKR2 / PROK2 Prokineticin-Rezeptor 2 / Prokineticin 2; hypothalamische GnRH-Neuronenmigration Kallmann oder normosmatischer HHH; Schlafstörungen, Epilepsie möglich; digenetische Fälle häufig AD oder AR; häufig digenetisch ~5–9 % Häufig compound-heterozygote Fälle; Digenie mit FGFR1 oder KAL1 beschrieben
GNRHR GnRH-Rezeptor; Hauptziel der GnRH-Pulsatilität an der Hypophyse Normosmatischer iHH; variable Schwere; partielle vs. komplette Formen; keine Fehlbildungen AR (meist); AD seltener ~5–10 % normosmischer HHH Klassische monogene Form des normosmatischen HHH; keine Riechstörung
GNRH1 GnRH-Peptid selbst; endogener GnRH-Ligand Normosmatischer iHH; fehlende GnRH-Synthese; pulsatile GnRH-Therapie sehr effektiv AR Sehr selten; wenige Familien Theoretisch ideale Indikation für pulsatile GnRH-Therapie (GnRH selbst fehlt)
KISS1R (GPR54) Kisspeptin-Rezeptor; GnRH-Neurone-Aktivierung Normosmatischer HHH; erste entdeckte monogene Form; keine Fehlbildungen AR ~5 % Erstbeschreibung 2003; de Roux et al.; Schlüsselbefund für Kisspeptin-System-Bedeutung
KISS1 Kisspeptin (Peptid-Ligand von KISS1R) Normosmatischer HHH; seltener als KISS1R-Defekte AR Selten Inaktivierende Mutationen → kein GnRH-Puls-Trigger
TAC3 / TACR3 Neurokinin B / Neurokinin-B-Rezeptor (NK3R); KNDy-Neuronensystem Normosmatischer HHH; variable Expressivität; Reversal häufig; kein Anosmie AR ~3–5 % NK3R-Antagonisten (Fezolinetant, Estetrol) als neue Therapieansätze für Hitzewallungen/HHH
CHD7 Chromodomain Helicase DNA-Binding Protein 7; Transkriptionsregulator CHARGE-Syndrom: Kolobome, Herzfehler, Choanalatresie, Retardierung/Wachstum, Genitalhypoplasie, Ohrabnormalitäten + HHH + Anosmie AD (meist de novo) ~6 % aller Kallmann CHARGE-Diagnose klinisch (Blake-Kriterien). CHD7 in ~65 % nachweisbar. Schwerer Phänotyp.
SOX10 SRY-related HMG-box; Myelinisierung + Migration olfaktorischer Neurone Kallmann + Schwerhörigkeit (PCWH-Syndrom oder isoliertes Kallmann + Taubheit) AD ~10 % Kallmann + Hörverlust Audiometrie bei SOX10-Mutationsträgern obligat; Waardenburg-Syndrom-Spektrum
FGF8 / FGF17 / IL17RD FGF-Signaling-Liganden; GnRH-Neuronen-Entwicklung HHH mit und ohne Anosmie; oft digenetisch mit FGFR1 oder anderen HHH-Genen AD; digenetisch ~1–3 % FGF-Pathway-Gen-Familie; multiple Mitglieder assoziiert mit HHH
PROP1 Prophet of Pit-1; Hypophysenentwicklung (GH, TSH, LH, FSH, PRL-Zellen) Kombinierter HVL-Mangel (CPHD): GHD + TSH-Mangel + Gonadotropin-Mangel + Prolaktin-Mangel; progredient über Jahre AR Häufigste genetische CPHD-Ursache PROP1-Defizit oft erst im Jugendalter manifest (GH zuerst, dann Gonadotropine, später ACTH)

Gene des hypergonadotropen Hypogonadismus (HGH)

GenErkrankungPhänotypErbgang
45,X / Mosaike (Chromosom)Turner-SyndromGonadale Dysgenesie + Kleinwuchs + Herzfehler + Nierenfehler + Schilddrüse. Primäre Amenorrhoe, LH/FSH ↑↑.Chromosomal (sporadisch)
47,XXY (Chromosom)Klinefelter-SyndromKleine Hoden, Azoospermie, Gynäkomastie, Hypogonadismus, Lernprobleme. LH/FSH ↑.Chromosomal (sporadisch)
SRY / NR5A1 / WT146,XY Gonadale Dysgenesie (Swyer-Syndrom)Weiblicher Phänotyp, Streak-Gonaden, primäre Amenorrhoe, LH/FSH ↑↑. Y-Material: Gonadoblastom-Risiko!AD / de novo / AR
FSHRFSH-Rezeptor-InaktivierungPrimäre ovariäre Insuffizienz (♀): Amenorrhoe, FSH ↑ trotz normaler Follikel. Jungen: leichter Phänotyp.AR
LHCGRLH-Rezeptor-Inaktivierung (Typ I/II)Jungen: Leydigzell-Hypoplasie → Testosteronmangel, männliche Genitalentwicklung unvollständig. Mädchen: Amenorrhoe.AR
BMP15 / GDF9Primäre ovariäre Insuffizienz (POI)Vorzeitiger Gonadenverlust ♀; familiäre POI; LH/FSH ↑; variable SchwereX-linked (BMP15) / AR
GALT (Galaktose-1-Phosphat-Uridylyltransferase)Galaktosämie-assoziierte POIGalaktosämie → gonadaltoxisch; primäre ovariäre Insuffizienz bei Mädchen trotz DiätAR

Diagnostisches Stufenkonzept Genetik

  1. Karyotyp (Chromosomenanalyse) Obligat bei Mädchen mit erhöhtem FSH (Turner!). Obligat bei Jungen mit kleinen Hoden + erhöhtem FSH (Klinefelter!). FISH 24-h-Ergebnis. Array-CGH bei Verdacht auf strukturelle Chromosomenaberrationen.
  2. HHH-NGS-Panel (bei HHH-Verdacht) Umfassendes Panel: ANOS1, FGFR1, PROKR2, PROK2, GNRHR, GNRH1, KISS1R, KISS1, TAC3, TACR3, CHD7, SOX10, FGF8, FGF17, SEMA3A und 30+ weitere Gene. Sensitivität ~30–40 % bei sporadisch, höher bei familiärem Fall. Befundzeit 4–8 Wochen.
  3. CHD7-Sequenzierung bei CHARGE-Verdacht CHD7-Deletionen (MLPA) + Sequenzierung. Klinische CHARGE-Diagnose (Blake-Kriterien) als Grundlage. Negative Genetik schließt CHARGE nicht aus (CHD7 nur in 65 % nachweisbar).
  4. PROP1-Diagnostik bei CPHD Sequenzierung PROP1 bei kombiniertem HVL-Mangel (GH + TSH + Gonadotropine ± ACTH). Häufigste monogene CPHD-Ursache. Progressive Manifestation über Jahrzehnte möglich.
  5. Exomsequenzierung bei unklarem HHH Nach negativem Panel bei starkem familiären Verdacht. Trio-Analyse (Patient + Eltern) erhöht Ausbeute. Neue Kandidatengene kontinuierlich identifiziert. Befundzeit 3–6 Monate.
  6. HGH-Gendiagnostik (bei Gonadenversagen ohne Chromosomenaberration) FSHR (Mädchen mit FSH↑ + normaler Ovarreserve), NR5A1/SRY/WT1 (46,XY Gonadale Dysgenesie), BMP15/GDF9 (familiäre POI). Galaktosämie-Screening (GALT).
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Differenzialdiagnostik

Diagnostischer Algorithmus: (1) LH/FSH erhöht → HGH: Karyotyp! (Turner, Klinefelter, gonadale Dysgenesie). (2) LH/FSH niedrig/normal → HHH oder KEV: Riechen prüfen! Knochenalter! Familienanamnese! MRT Hypothalamus. (3) Grunderkrankung? → Funktioneller Hypogonadismus. (4) Persistenz bis 18 Jahre (♂) / 16 Jahre (♀) ohne Pubertät → permanenter HHH bis Beweis des Gegenteils.

ErkrankungSchlüsselbefundeAbgrenzung zur KEV
Turner-Syndrom (45,X)Mädchen; LH/FSH ↑↑; Kleinwuchs; Pterygium colli; Herzfehler; Niere; SchilddrüseFSH ↑↑ (nicht supprimiert); Karyotyp obligat; keine spontane Pubertät ohne Therapie
Klinefelter-Syndrom (47,XXY)Jungen; kleine Hoden; Gynäkomastie; hohes FSH/LH; Infertilität; LernproblemeFSH ↑ (nicht wie bei KEV); Hodenvolumen bleibt klein; Karyotyp
Kallmann-SyndromAnosmie/Hyposmie; Synkinesien; Kryptorchismus; LH/FSH undetektierbar; MRT: Bulbus olfactorius aplastischRiechtest! Anosmie = Kallmann (nicht KEV). MRT Bulbus olfactorius. Keine spontane Pubertät
KraniopharyngeomKopfschmerzen, Sehstörungen, Polyurie/Polydipsie, GH-Mangel, Adipositas, MRT: selläre KalzifikationMRT obligat! Kombiniierter HVL-Mangel. Keine spontane Besserung. Neurochirurgie.
HyperprolaktinämieProlaktin ↑; Galaktorrhoe (selten Kinder); Kopfschmerzen; Gesichtsfelddefekte (Makroadenom)Prolaktin immer bestimmen! MRT bei erhöhtem Prolaktin. Kabergolin → Pubertät normalisiert
HypothyreoseTSH ↑↑; Wachstumsstillstand; Gewichtszunahme; Knochenalter retardiert; trockene HautTSH obligat! L-T4 → Pubertät normalisiert. Cave: Van Wyk-Grumbach (Hypothyreose → paradox frühe Pubertät)
Primäre ovariäre Insuffizienz (POI)♀ < 40 Jahre; FSH ↑↑; Amenorrhoe; Osteoporose-Risiko; ggf. Autoimmun-AK (Anti-Ovar)FSH ↑↑ (wie Turner, aber kein Chromosomenbefund). Autoimmun-Oophoritis ausschließen.
Anorexia nervosa / MalnutritionBMI ↓; Körperbild-Störung; Kalorierestriktion; Amenorrhoe; Lanugo-Behaarung; BradykardieKörpergewicht + Ernährungsanamnese! Reversibel bei Gewichtsnormalisierung. Psychiatrische Behandlung!
Schwere chronische ErkrankungM. Crohn (Entzündung + Malnutrition), CF (Malabsorption), CRI, Sichelzell-AnämieGrunderkrankung bekannt; LH/FSH niedrig normal; CRP + Blutbild; Behandlung Grunderkrankung
CHARGE-Syndrom (CHD7)Kolobome, Herzfehler, Choanalatresie, Wachstumsretardierung, Genitalhypoplasie, Ohranomalie + Anosmie + HHHMultiple Fehlbildungen. Anosmie + HHH + weitere CHARGE-Kriterien. CHD7-Gen. Sehr variabler Phänotyp.
Sport-Amenorrhoe / RED-S♀ Athletin; Energiedefizit; Amenorrhoe; Knochenstress; LH/FSH niedrigSportanamnese! RED-S-Score. Reversibel bei Energiebalance-Normalisierung + Training ↓
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Therapie

Die Therapie der Pubertas tarda richtet sich nach der Ätiologie. Ziele sind: Induktion der Pubertät, normales Wachstum und Knochenmineralisation, Fertilitätserhalt (wo möglich) und psychosoziales Wohlbefinden. Bei KEV kann eine abwartende Haltung oder eine kurze Testosteronprimer-Gabe ausreichend sein.

Therapieziele: (1) Induktion normaler Pubertätsentwicklung (isosexuell); (2) Wachstum und Knochenreifung (Knochenalter-Advancement unter Kontrolle); (3) Knochendichte-Aufbau (Östrogen-/Testosteron-Effekt); (4) Psychosoziale Normalisierung; (5) Fertilitätspotenzial erhalten / wiederherstellen (pulsatile GnRH-Therapie bei HHH); (6) Transiton in Erwachsenenversorgung planen.

Sexualhormonsubstitution – Pubertätsinduktion

Testosteron – Jungen (KEV, HHH, HGH)

Kurzer Primer (KEV): Testosteron-Depot 50 mg i.m. alle 4 Wochen, 3–6 Monate → diagnostisch + therapeutisch. Spontane Pubertät setzt danach oft fort.

Vollsubstitution (HHH/HGH): Einschleichend ab 25–50 mg/4 Wochen → Steigerung auf 100–250 mg alle 2–4 Wochen. Zielwerte: Testosteron mid-normal (10–30 nmol/l). Transdermal (Gel) ab 16 Jahren als Alternative.

Testosteronenanthat i.m. (Testoviron®) / Testosteronundecanoat

Östrogen – Mädchen (KEV, HHH, HGH, Turner)

Einleitung: Transdermal 17β-Östradiol bevorzugt (physiologischer als oral). Start: 6,25 µg/24 h → langsame Steigerung über 2–3 Jahre auf 50–100 µg/24 h (Erwachsenendosis). Orale Alternative: Östradiolvalerat/Östradiol 0,25–0,5 mg/d einschleichend.

Kombination: Nach Uterusentwicklung (nach 12–24 Monaten E2): zyklisches Progesteron hinzufügen (10–14 Tage/Monat) → Menarche-Induktion.

Estradiol transdermal (Pflaster 6,25 µg → 25 → 50 µg)

Wachstumshormon (GH) – Turner-Syndrom

Zugelassen für Turner-Syndrom. Start frühzeitig (ab ~2 Jahren). Dosis: 0,045–0,067 mg/kg/d s.c. Endgrößengewinn: +5–8 cm. Kombination mit Östrogen-Einleitung ab 11–12 Jahren (Östrogen nicht zu früh → kompromittiert GH-Effekt).

Somatropin s.c. (Turner-Zulassung)

Oxandrolon (adjuvant bei Turner)

Niedrig dosiertes Anabolikum (0,03–0,05 mg/kg/d oral). Adjuvant zu GH bei Turner: zusätzlicher Endgrößengewinn (+1,5–2 cm). Cave: Virilisierung (Klitorishypertrophie), Knochenalter-Advancement, Leberwerterhöhung. Nur in Spezialzentren; individuell abgewogen.

Oxandrolon p.o. (off-label, Turner-Kombination)

HCG + FSH (Fertilitätsinduktion ♂ bei HHH)

Gonadotropin-Therapie: hCG 1.500–5.000 IE 2–3× wöchentlich s.c. (Testosteron ↑ + Hodenvolumen ↑) → nach 6–12 Monaten: FSH (rFSH oder hMG) hinzufügen → Spermiogenese. Spermiogenese-Dauer: 12–18 Monate. Spermiogramm-Kontrolle.

hCG (Predalon®, Choragon®) + rFSH (Gonal-F®)

Gonadotropin-Therapie (♀ HHH – Fertilitätsinduktion)

Gonadotropin-Stimulation: FSH + LH (hMG oder rFSH + rLH) → Follikelreifung → Ovulation durch hCG-Trigger. Mehrere Zyklen oft nötig. IVF bei ausbleibendem Erfolg. Hyperstimulationssyndrom-Risiko. Nur in Reproduktionszentren.

rFSH (Gonal-F®) + rLH (Luveris®) + hCG-Trigger

Pulsatile GnRH-Therapie (HHH – Goldstandard für Fertilität)

Prinzip: Subkutane pulsatile GnRH-Infusion via Minipumpe (alle 60–90 Minuten, 5–10 µg/Puls). Physiologischste Therapie bei HHH da GnRH-Mangel zugrundeliegt. Stimuliert körpereigene LH/FSH-Sekretion → normale Gonadenfunktion + Fertilität! Nachteil: Aufwand, Pumpentechnik, in Deutschland nur in spezialisierten Zentren verfügbar (Lutrepulse® / Gonadorelin).

ParameterPulsatile GnRH-PumpeGonadotropin (hCG/FSH)Testosteron/Östrogen
Fertilität ♂Hoch (Spermiogenese in ~75–80 %)Gut (Spermiogenese in ~60–70 %)Nicht möglich (Spermatogenese supprimiert)
Fertilität ♀Ovulation möglich (>70 %)Gute OvulationsrateNicht möglich (kein Follikelwachstum)
PhysiologizitätSehr physiologisch (pulsatil)Moderat (supraphysiologische FSH-Spiegel)Nicht fertilisierend
AufwandHoch (Pumpe 24/7 tragen)Mittel (Injektionen 2–3×/Woche)Niedrig (1× tgl. oder wöchentlich)
VerfügbarkeitSpezialisierte ZentrenBreit verfügbarÜberall verfügbar
IndikationFertilitätswunsch HHHFertilitätswunsch HHH (wenn Pumpe nicht möglich)Pubertätsinduktion ohne Fertilitätswunsch

Neue Therapieoptionen & Zukunftsperspektiven

Kisspeptin (experimentell)

Kisspeptin-54 oder Kisspeptin-10 als s.c.-Infusion oder -Injektion → stimuliert körpereigene GnRH-Neurone. In Phase-2-Studien bei HHH zur Fertilitätsinduktion (Ov-induktion bei Frauen). Weniger Hyperstimulations-Risiko als FSH. Potentiell für Diagnosezwecke bei KEV vs. HHH-Differenzierung (Kisspeptin-Stimulationstest).

Kisspeptin-10/54 (Phase 2, Studien)

Neurokinin-B-Analoga / NK3R-Modulatoren

Senktide (NK3R-Agonist): stimuliert KNDy-Neurone → GnRH-Puls. Fezolinetant (NK3R-Antagonist, Veozah®): zugelassen für Hitzewallungen bei Klimakterium; potenzielle Rolle bei HHH mit TAC3/TACR3-Mutationen in Umkehr-Richtung. Forschungsbereich.

NK3R-Modulatoren (Forschungsphase)

Tesofensine / Opioid-Modulation

Naltrexon (Opioid-Antagonist): in Studien zur HPG-Achsen-Stimulation bei funktionellem HHH. Hemmt Dynorphin-Suppression der KNDy-Neurone → potentiell GnRH-Puls-Steigerung. Klinisch noch experimentell bei Pubertas tarda.

Naltrexon (Studien bei funktionellem HHH)

Fertilitätsprävention bei iatrogener POI/Hypogonadismus

Vor Chemo-/Radiotherapie: Kryokonservierung von Eizellen (Ovarialstimulation), Ovarialgewebe (prepubertär), Spermien (postpubertär). GnRH-Analoga-Kotreatment: Gonadenschutz unter Chemotherapie (umstrittene Evidenz). Junges Alter = Hauptindikation. Immer vor Beginn der gonadotoxischen Therapie besprechen!

Kryokonservierung Gameten / GnRH-A-Kobehandlung

Monitoring unter Pubertätsinduktionstherapie

ParameterFrequenzZielwert / Bemerkung
Tanner-Stadien (klinische Untersuchung)Alle 3–6 MonateNormaler Pubertätsfortschritt. Zu schnell → Dosisreduktion (Knochenalter-Advancement!).
Testosteron (♂) / Östradiol (♀)Alle 3–6 MonateTestosteron: mid-normal 10–30 nmol/l; Östradiol: 100–300 pmol/l pubertär, 150–600 pmol/l adult
Knochenalter (Rö li. Hand)JährlichKontrollierter KA-Fortschritt; kein überschießendes Advancement durch zu hohe Dosen
Wachstum (Körpergröße, HV)Alle 3–6 MonateNormaler pubertärer Wachstumspeak einsetzen. Bei Turner + GH: GH-Dosis + Östrogeneinleitung koordinieren
Knochendichte (DXA)Jährlich (bei längerem Hypogonadismus)Z-Score anstreben > −2; vollständige Mineralisation braucht oft 2–4 Jahre unter Hormonsubstitution
LH, FSH (bei pulsatiler GnRH-Therapie/Gonadotropinen)Alle 4–8 WochenLH- und FSH-Spiegel in normalem Bereich; Überstimulation vermeiden; Spermiogramm jährlich
Psychologisches WohlbefindenJährlichKörperbild, sozialer Anschluss, Selbstwert, Depression-Screening (PHQ-A)
Transition in ErwachsenenversorgungAb 16–18 Jahren planenÜbergabe an Endokrinologie Erwachsene / Reproduktionsmedizin; Fertilitätswunsch besprechen; Langzeitsubstitution
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Expertenzentren & Spezialisten

Die Diagnostik und Therapie der Pubertas tarda – insbesondere des hypogonadotropen und hypergonadotropen Hypogonadismus – erfordert spezialisierte pädiatrisch-endokrinologische Zentren mit Erfahrung in Pubertätsdiagnostik, GnRH-Stimulationstests, pulsatiler GnRH-Therapie, Gonadotropin-Behandlung, Turner- und Klinefelter-Versorgung sowie molekulargenetischer Abklärung.

Hinweis: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Personalveränderungen möglich. Aktuelle Zentrumsliste: www.dgked.de (DGKED) und www.eurospe.org (ESPE). Für pulsatile GnRH-Therapie: spezialisierte Zentren (Bochum, Lübeck, Berlin, Wien, Zürich). Für Kallmann-Genetik: humangenetische Beratung in Spezialzentren.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. med. Sabine Heger
Pädiatrische Endokrinologie & Pubertät
Kinderkrankenhaus auf der Bult
Hannover
HANNOVER · Niedersachsen
Pubertas tarda, KEV vs. HHH-Differenzierung, GnRH-Stimulationstest, Pubertätsinduktion, pulsatile GnRH-Therapie, Kallmann-Syndrom, MKRN3/DLK1, Turner + Pubertät
Pubertas tardaKallmannGnRH-pulsatil
Prof. Dr. med. Annette Richter-Unruh
Pädiatrische Endokrinologie
St. Josef Hospital / Universitätsklinikum Bochum
BOCHUM · NRW
Pubertas tarda und praecox, HHH, Kallmann-Syndrom, pulsatile GnRH-Pumpen-Therapie (Zentrum!), DSD, gonadale Dysgenesie, Fertilitätsinduktion bei HHH
HHHKallmannGnRH-Pumpe
Prof. Dr. med. Olaf Hiort
Pädiatrische Endokrinologie & DSD
Universitätsklinikum Lübeck
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
LÜBECK · Schleswig-Holstein
Hypogonadismus, DSD, gonadale Dysgenesie, Androgenrezeptor, Klinefelter, Pubertas tarda bei DSD, ENDO-ERN-Koordinator, Pubertätsinduktion bei DSD
HypogonadismusDSDENDO-ERN
Prof. Dr. med. Paul-Martin Holterhus
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Kiel, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin I
KIEL · Schleswig-Holstein
Pubertas tarda, Hypogonadismus, Kallmann-Syndrom, DSD, molekulare Endokrinologie, SHOX, gonadale Dysgenesie
Pubertas tardaHHHKallmann
Prof. Dr. med. Roland Pfäffle
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Leipzig
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
LEIPZIG · Sachsen
Kombinierter HVL-Mangel (CPHD), PROP1/POU1F1, zentrale Ursachen der Pubertas tarda, Hypophysenentwicklung, GH + Gonadotropin-Mangel
CPHDPROP1Hypophyse
Prof. Dr. med. Susanne Bechtold-Dalla Pozza
Pädiatrische Endokrinologie
Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. von Haunersches Kinderspital
MÜNCHEN · Bayern
Pubertas tarda, Turner-Syndrom + Pubertätsinduktion, Klinefelter, AGS, Schilddrüse + Pubertät, Transition, GnRH-Stimulationstest, Endgrößenprognose
Pubertas tardaTurnerKlinefelter
Prof. Dr. med. Markus Bettendorf
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
HEIDELBERG · Baden-Württemberg
Pubertas tarda, GnRH-Stimulationstest, HHH, KEV, Schilddrüse + Pubertät, Hypophysenfunktion, GH-Mangel kombiniert mit Hypogonadismus
Pubertas tardaGnRH-TestHypophyse
Prof. Dr. med. Joachim Wölfle
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Bonn
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
BONN · NRW
Pubertas tarda, KEV, Pubertätsinduktion, Turner, Klinefelter, Hypogonadismus, AGS, allgemeine Endokrinologie
Pubertas tardaKEVHypogonadismus
Prof. Dr. med. Karl Otfried Schwab
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Freiburg
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
FREIBURG · Baden-Württemberg
Pubertas tarda, Hypothyreose + Pubertät, Hypogonadismus, NNR, Hypophysenfunktion, Diabetologie, Down-Syndrom + Pubertät
Pubertas tardaHypothyreoseHypoph.
PD Dr. med. Felix Reschke
Pädiatrische Endokrinologie
Kinderkrankenhaus auf der Bult
Hannover
HANNOVER · Niedersachsen
Pubertas tarda und praecox, GnRH-Stimulationstest, Pubertätsinduktion, NNR, Wachstumsstörungen, Schilddrüse
Pubertas tardaGnRH-Test
Prof. Dr. med. Nils Krone
Pädiatrische Endokrinologie
Universitätsklinikum Leipzig
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
LEIPZIG · Sachsen
Hypogonadismus bei AGS + NNR-Erkrankungen, sekundäre Pubertas tarda, steroidogene Enzymdefekte, DSD + Pubertät, ENDO-ERN
HypogonadismusAGSENDO-ERN
Prof. Dr. med. Hermann Müller
Pädiatrische Onkologie & Endokrinologie
Universitätsklinikum Oldenburg
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
OLDENBURG · Niedersachsen
Kraniopharyngeom + Hypogonadismus, hypothalamische Adipositas, iatrogener Hypogonadismus nach ZNS-Tumor, HVL-Mangel, Langzeitnachsorge
KraniopharyngeomHypogonadismusTumor
🇦🇹 Österreich
Univ.-Prof. Dr. Gabriele Haeusler
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Wien
Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde (AKH)
WIEN
Pubertas tarda, Turner-Syndrom + Pubertätsinduktion, Klinefelter, HHH, pulsatile GnRH-Therapie Wien, DSD, ENDO-ERN, österreichisches Register
Pubertas tardaTurnerENDO-ERN
Univ.-Prof. Dr. Klaus Kapelari
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Innsbruck
Univ.-Klinik für Pädiatrie
INNSBRUCK · Tirol
Pubertas tarda, KEV, Pubertätsinduktion, Klinefelter + Turner, GnRH-Stimulationstest, Hypogonadismus-Differenzierung Westösterreich
Pubertas tardaKEVKlinefelter
Dr. Birgit Rami-Merhar
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Wien
Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde
WIEN
Pubertas tarda + Diabetes, funktioneller Hypogonadismus, Transition, Adoleszenzmedizin Wien
Pubertas tardaTransition
Assoz.-Prof. Dr. Markus Bettendorf
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Graz
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
GRAZ · Steiermark
Pubertas tarda, GnRH-Test, Hypogonadismus, Hypophysenfunktion, Schilddrüse + Pubertät, Wachstum
Pubertas tardaHypophyse
Prim. Dr. Sabine Hofer
Pädiatrische Endokrinologie
Medizinische Universität Innsbruck
Univ.-Klinik für Pädiatrie
INNSBRUCK · Tirol
Pubertas tarda, Diabetes + Pubertät, Schilddrüse + Pubertät, Adoleszenzmedizin Tirol/Vorarlberg, ISPAD-Netzwerk
Pubertas tardaPubertät
🇨🇭 Schweiz
Prof. Dr. med. Urs Zumsteg
Pädiatrische Endokrinologie
Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB)
BASEL
Pubertas tarda, HHH, Kallmann, Turner + Pubertätsinduktion, DSD + Pubertät, GnRH-Stimulationstest, pulsatile GnRH-Therapie Basel
Pubertas tardaKallmannGnRH-Pumpe
Prof. Dr. med. Christa Flück
Pädiatrische Endokrinologie
Inselspital Bern
Universitätsklinik für Kinderheilkunde (PEDENDO)
BERN
Hypogonadismus bei DSD, gonadale Dysgenesie, NR5A1, AGS + Pubertät, Steroidbiosynthese, molekulare Endokrinologie, Fertilitätserhalt
HypogonadismusDSDForschung
Dr. med. Dagmar l'Allemand
Pädiatrische Endokrinologie
Ostschweizer Kinderspital
St. Gallen
ST. GALLEN
Pubertas tarda, Klinefelter, Turner, Prader-Willi (Hypogonadismus), GnRH-Stimulationstest, Pubertätsinduktion, Wachstum
Pubertas tardaPWSKlinefelter
Dr. med. Monika Fluri
Pädiatrische Endokrinologie
Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
Abteilung Endokrinologie
ZÜRICH
Pubertas tarda, Turner + Pubertätsinduktion, Hashimoto + Pubertät, Klinefelter, Wachstum, Diabetes, GnRH-Test Zürich
Pubertas tardaTurnerPubertät
Prof. Dr. Jardena Puder
Pädiatrische Endokrinologie
CHUV Lausanne
Service d'endocrinologie pédiatrique
LAUSANNE · Vaud
Pubertas tarda, funktioneller Hypogonadismus, Sport-Amenorrhoe, Adipositas + Pubertät, Westschweizer Versorgung
Pubertas tardaFunkt. HHHSport
Dr. med. Primus Mullis
Pädiatrische Endokrinologie
Inselspital Bern
Universitätsklinik für Kinderheilkunde
BERN
Pubertas tarda, HHH, pulsatile GnRH-Therapie Bern, Kallmann-Syndrom, MODY, Wachstum, GH-Mangel kombiniert mit Hypogonadismus
Pubertas tardaKallmannGnRH-Pumpe

Fachgesellschaften & Ressourcen

🏅

DGKED (Deutschland)

Deutsche Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie. Arbeitsgruppe Pubertät. Zentrumsnetz. www.dgked.de

🌍

ESPE (Europa)

European Society for Paediatric Endocrinology. Leitlinien zu Pubertas tarda, HHH, Turner, Klinefelter. www.eurospe.org

🎀

Turner-Syndrom Vereinigung (D)

Selbsthilfe, Beratung, Seminare für Betroffene + Familien. www.turner-syndrom.de

💙

Klinefelter-Syndrom Vereinigung (D)

Selbsthilfe, Aufklärung, Vernetzung für Betroffene und Angehörige. www.klinefelter.de

🧬

Endokrine Gesellschaft (Endocrine Society)

Leitlinie HHH / Kallmann 2010, CPP 2022. Internationale Referenz. www.endocrine.org

🌐

ENDO-ERN (EU)

EU-Referenznetzwerk für seltene endokrine Erkrankungen. HHH/Kallmann als seltene Erkrankung erfasst. Zentrumsvermittlung. www.endo-ern.eu

🔬

Kallmann-Selbsthilfe (D/International)

Patientenorganisation Kallmann-Syndrom. Austausch, Information, Arztverzeichnis. www.kallmannsyndrome.de

🇦🇹🇨🇭

ÖGKJ / SGKJEP

Österreichische / Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde. Arbeitsgruppen Endokrinologie Pubertät. www.oegkj.at / www.sgkjep.ch